Zucht und Aufzuchterfahrungen

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Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon Achilles » 27. Jul 2010 10:21

Hallo Leute,

ich habe derzeit ein Rot-Türkis Paar in meinem Zuchtbecken. Das Paar ist noch relativ jung, allerdings hat es bereits beim 3. Anlauf mit den Jungen geklappt. Jetzt habe ich allerdings noch einige Fragen und würde mich freuen, wenn wir hier unsere Erfahrungen austauschen können.

Die Jungen sind schon geschlüpft. Das Paar hat die Kleinen sehr erfolgreich behütet und führen sie nun seit 3 Tagen fleißig an ihren Schuppen. Es war allerdings ein relativ kleines Gelege mit ca. 35 Eiern, da das Weibchen nicht besonders groß ist. Allerdings sind knapp 30 Kleine geschlüpft, welche auch immer noch am Leben sind.

So nun mal eine kurze Frage zum anschwimmen. Die Eltern bemühen sich sehr die kleinen zu führen und teilen sie sich auch vorbildlich. Ich muss sagen, die Futteraufnahme der Eltern ist hervorrangend, von daher mache ich mir eigentlich nur sehr wenig Sorgen, dass sie erschöpft sind oder derart ähnlichem. Auch hier ist es wirklich vorbildlich, wie der eine Partner die Babys abschüttelt, um auf Nahrungsaufnahme zu gehen. Dies wird natürlich immer abgewechselt.

Die Larven schwimmen die Eltern auch sehr gut an. Wenn allerdings das Licht im Becken aus ist, stoßen sie sich schlagartig von den Eltern ab, obwohl es tagsüber hell genug ist im Becken. Abends habe ich mal getestet das Licht im Zimmer anzulassen und das Aquarienlicht auszuschalten, genau das selbe Spiel. Daraufhin habe ich selbstverständlich das Licht im Aquarium wieder angemacht. Die Eltern sammeln sofort alle ihre Kleinen ein. Ist das bei euch auch so? Oder meint ihr, dass die Raumbeleuchtung nicht ausreichend ist?

Des weiteren habe ich mir nun entkapselte Artemia bestellt. Ich habe viel darüber im Internet gelesen und mich für diese variante entschieden (aufwandsärmer). In der Regel wird geschrieben, dass ab dem 3. oder 4. Tag nach dem freischwimmen mit Artemia zugefüttert werden kann. Nehmen die kleinen dann wirklich schon Artemia auf, weil ein Freund sagte mir, dass würden sie erst ab dem 10. Freischwimmtag machen.

Außerdem wollte ich noch wissen, ob es schädlich ist einen Nitratfilter ans Zuchtbecken anzuschließen oder ob man das bedenkenlos machen kann?

Schon mal vielen Dank für eure Erfahrungen und Antworten.

Viele Grüße

Irfan
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon Alexander N » 27. Jul 2010 11:05

Hallo Irfan

Ich mache es immer so, dass ich abends zur hälfte zwischen Aquariumdeckelscheibe und Licht ein Karton lege oder eine
weisse Kunstoffscheibe, dann ist es dunkler aber auch nicht zu dunkel. Das Problem ist, dass die Abdunkelung zu plötzlich geschieht. Die Jungen würden auch im dunkeln bei nur ganz wenig Licht bei den Eltern bleiben, aber das plötzliche abdunkeln, macht den Jungen Schwierigkeiten.

Zu den Artemias kann ich Dir sagen, dass meine Larven die trockenartemia gar nicht fressen. Die Jungen sind einfach darauf aus, dass etwas vor dem Maul rumzappelt. Bei mir klappt das gar nicht.


Gruß Alexander
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon Achilles » 27. Jul 2010 11:26

Hi Alex,

das mit dem abdunkeln ist ein guter Tipp. Ich wollte eigentlich eine Leuchtstoffröhre abmachen, sodass nur noch 1 weiterhin brennt. Aber dein Tipp mit dem abdunkeln ist einfacher. Das mit dem plötzlichen abdunkeln wusste ich gar nicht. Man lernt nie aus :)

Hmm. Irgendwie dachte ich mir das schon fast. Ich hab eigentlich noch 2 Ampullen Artemia zuhause. Die sind allerdings schon sicher 3-4 Jahre alt. Hab die mal einfach testhalber angesetzt, jedoch ohne Sprudler. Es ist kein einziger Artemia geschlüpft. Schon sehr merkwürdig. Manche schreiben im Netz die Eier würden Jahrzehnte halten. Stimmt demnach nicht so ganz. Ich werde mir zur Sicherheit nochmal frische Artemia kaufen, falls meine Jungen die entkapselten nicht annehmen. Der Vorteil bei den lebenden ist natürlich auch, dass die sich "über" Wasser halten und nicht auf den Boden kommen. So haben die Jungfische bessere Gelegenheit die Artemia zu fressen, ganz klar.

Wann fütterst du denn zusätzlich bei? Nach 3-4 Tagen freischwimmen oder erst sehr viel später? Ich hab ja nur so ca. 30 Jungen, da denke ich sollte genug Hautsekret für alle vorhanden sein, sodass ich auch etwas später zufüttern kann. Was sagt ihr/du dazu?

Gruß

Irfan
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon Polde » 27. Jul 2010 12:38

Hallo Irfan,

Das Problem mit dem "durchs Aquarium irren" bei Nacht ist vollkommen normal und bekannt. Ich lasse aktuell bei meinem Pärchen eine Energiesparlampe an der Wand hinter dem Aquarium brennen. Das hilft ganz gut über die Nacht und ist nicht so teuer.

An Artemia Nauplien züchten kommt man meiner Meinung nach nicht vorbei. Ich setze aktuell pro Tag eine neue Flasche an und verfüttere sie 2 Tage später. Das ganze dann Täglich mit 2 verschiedenen Flaschen im Wechsel.

Luftröhrchen, Kunststoffkorken von Weinflaschen mit 2 6er Bohrlöcher und 1L PET Cola-Flaschen. Klappt wun-der-bar und kostet fast nix. Nur Salz ( ohne Jod ! ) und Artemia Eier.

Es ist ein super Futtermittel was nicht so schnell verdirbt und die Kleinen können sich beim Fressen Zeit lassen, denn die Artemias leben im Süßwasser etwa 4 Stunden weiter wenn sie nicht vom Filter o.ä. angesaugt werden.
Bei mir sind die Jungfische auch nach 7 Tagen nach dem Freischwimmen noch nicht so richtig wild auf Zusatzfutter. Ich habe eher den Verdacht dass die Tiere warten bis die Artemias an den Eltern hängen bleiben und von dort dann anfangen zu fressen. Die Eltern und ihr Erstfutter sind anscheinend wirklich schwer zu ersetzen.
Füttern tu ich aber schon seit dem vierten Tag.

Viele Grüße,
Polde
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon obro » 27. Jul 2010 13:03

Hallo Irfan,
ich lasse in den ersten Wochen über Nacht das Aquarienlicht brennen, so lange, bis die Jungen von den Eltern getrennt werden.
Danach habe ich eine 1 Watt Energiesparlampe, ein sogenanntes Orientierungslicht brennen.

Zu Deinem "Altbestand" an Artemiaeiern .... die kannst Du getrost in die Tonne treten. Bei Raumtemperatur sind die relativ schnell kaputt und die Schlupfrate wird immer geringer. Ich lagere meine Artemiaeier in der Tiefkühltruhe, dann sind sie jahrelang haltbar.
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon Achilles » 27. Jul 2010 14:02

Okay, vielen Dank für Eure Methoden. Sehr interessant. Also ich lasse mein Licht auch durchgehend brennen. Einerseits können sich die Jungen durchgehend bei den Eltern bedienen. Andererseits haben die Eltern eventuell durch das permanten Aqualicht weniger Ruhe. Na gut ich teste dann eben einfach mal. Artemiaeier werde ich heute mal frische kaufen. Und dann ansetzen.

Habt ihr sonst noch Tipps und Tricks?
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon *DISCUSFOOD* » 27. Jul 2010 14:07

Hallo Polde,

An Artemia Nauplien züchten kommt man meiner Meinung nach nicht vorbei. Ich setze aktuell pro Tag eine neue Flasche an und verfüttere sie 2 Tage später. Das ganze dann Täglich mit 2 verschiedenen Flaschen im Wechsel.


Es geht auch ohne, sogar sehr gut.

Ich habe mit einen ganz fein gemahlenen Granulat in den letzten 3 Wochen ca. 250 Larven groß bekommen.
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon Achilles » 27. Jul 2010 14:43

Und ab wann hast du zugefüttert?
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon *DISCUSFOOD* » 27. Jul 2010 16:10

Hallo Achilles,

im Prinzip habe ich das gemahlen Granulat 3-4x genau so gefüttert, als wenn ich Artemia füttere .

Ab den 4 Tag nach dem Freischwimmen angefangen es zu füttern, bis jetzt.
Fressen jetzt allerdings auch ordendlich Rinderherz.

Die ganze Sache war ein Versuch, mit einen neuen Granulat.
Das im Granulat mehr Nährstoffe drin sind als in Artemia, besonders nach 4 Stunden wenn der Dottersack aufgebraucht ist, sollte jeden klar sein.
Die Jungen wachsen sehr gut.

Schreiben kann man viel, also auch ein paar Bilder dazu.
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6.7.10 - 2.jpg
6.7.10 - 5.jpg
13.7.10 - 1.jpg
13.7.10 - 2.jpg
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon Achilles » 28. Jul 2010 10:07

Wow was ein rießen Gelege :)

Noch zwei Fragen hätte ich. Wie gibst du das Zusatzfutter ins Becken? Mit einer kleinen Spritze in den Schwarm oder einfach übers Wasser? Die Jungen essen ja noch nicht vom Boden.

Kann ich einen Nitratfilter ans Zuchtbecken anschließen?

Gruß

Irfan
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon Markus » 28. Jul 2010 16:37

Hallo Ralf,

nach meinen Erfahrungen kann man dein Ergebnis nicht unbedingt verallgemeinern, bzw. würden mich Erfahrungen mit anderen, naturnaheren Paaren interessieren.
Ich habe bspw. festgestellt, dass bei Paaren, die naturnah pflegen, kaum Futter angenommen wird, welches nicht entsprechend lang im Wasser schwimmt und die mir bekannten Granulate sinken zu schnell auf den Boden ab. Naturnah pflegende Paare halten die Larven rund 12 Tage vom Boden fern und solange ist es meist nicht möglich, sie an Futter zu gewöhnen, welches nach kurzer Zeit auf dem Boden liegt.
Bei Pigeon bspw. habe ich andere Erfahrungen gemacht. Da die Elterntiere aus verschiedenen Gründen es nicht so schaffen, die Larven beisammen zu halten, sinken die Larven oft im Schwarm in Bodennähe und picken dann auch hier vom Boden. Daher gebe ich bei Pigeonzuchten, die nicht so klappen, wie sie sollen, auch Mikrowürmchen hinzu, obwohl die recht schnell zu Boden sinken. Das kann man sich bei RT oder ähnlichen Tieren sparen.

Natürlich hätte ich auch Interesse, ein Ersatzfutter zu finden, mit dem es genauso gut klappt wie mit Artemia, aber da glaube ich noch nicht so recht dran. Wie hier schon geäussert wurde, halte ich das Zappeln der Artemia auch für sehr animierend.
Es wäre bei einem Granulat für mich auch sehr viel einfacher zu füttern, schließlich braucht man nur eine elektrische Pfeffermühle so umzubauen, dass man sie per Zeitschaltuhr steuern kann.

Schöne Grüße
Markus
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon *DISCUSFOOD* » 28. Jul 2010 18:16

Hallo Markus,

habe unser Beef Heart Soft - Granulat ganz fein gemahlen, man kann sagen, das es von Staub bis 0,3 mm hatte.

Den Luftheberausfluß über Wasser gezogen. Wenn du dann das Granulat auf die Wasseroberfläche streust .....

Der feine "Staub" sinkt auch nicht so schnell auf den Boden, sondern wird von der Strömung im Becken sehr lange umhergetrieben. Die Larven, das kommte man sehen, schwammen hinterher und schnappten es sich.

Erst das ganz feine Granulat (Staub), als sie größer waren auch die etwas größeren Stücke.

Interessant war auch, den Eltern nahmen es auch vom Boden auf.

Hatte auch erst so meine Bedenken, ob sich die Filterschwämme vom Luftheber schneller als bei Artemia zusetzen, aber das war nicht der Fall. Das Granulat welches aussen an den Schwämmen hing, wurde sogar von den Kleinen abgefressen.

Die abgesetzten Jungen fressen es auch jetzt immer noch gerne.

Natürlich auch Rinderherz, gucke dir das Bild an, was will man mehr. Lara hatte auch ihren Spaß :D

Werde es bei den nächsten Larven, noch mal testen.
Bei naturnahen Diskus, kann ich nur mit unseren Red Ica den Versuch machen, aber die sind noch nicht zuchtreif. Mehr dann.
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Lara beim Füttern.jpg
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon Chakuza » 28. Jul 2010 19:08

Hallo ihr alle,

wie gross sollte das becken sein, in das die von den Eltern getrennten Larven kommen?

@ Ralf
befinden sich die larven bei euch in der Anlage? Frage nur weil das Becken so aussieht.

Gruss
Thorsten
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon Achilles » 28. Jul 2010 19:33

Hi Thorsten,

es kommt drauf an, wann du die Larven von den Eltern trennst. Wenn sie noch sehr klein sind, empfiehlt sich ein kleineres Becken, damit die Larven auch an Futter kommen. Bei ca. 2 cm kann man die sicher auch in ein großes Aquarium tun und aufziehen.

Mal ne ganz andere Frage. Bei vielen Züchtern ist zu sehen, dass im Aufzuchtbecken Welse sind um den Boden sauber zu halten. Was haltet ihr für welche darin?
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Re: Zucht und Aufzuchterfahrungen

Beitragvon *DISCUSFOOD* » 28. Jul 2010 19:40

Hallo Thorsten,

die größe des Absetzbeckens, da gibt es verschiedene Meinungen. Einige Züchter nehmen kleine Becken und machen 2-3 täglich einen 100% WW, andere nehmen größere Becken, saugen nur den Dreck ab, WW ca. 25%. Am "Ende" werden alle Diskus aber gleich groß, einige schneller, andere langsamer.

Das hast du richtig gesehen, das ist ein Becken aus unserer Anlage.
Da ich festgestellt habe, das die Diskus in der Anlage sehr gut wachsen, warum also sollten die Jungen nich auch gut wachsen. So wie es im Moment aussieht, tun sie das.

Haben immer gleich bleibende Wasserwerte ! Kein hoch und runter, was ich meine, Diskus oft zu schaffen macht.


@
Irfan,

Welse, wir haben ca. 180 Stück L144 in der Anlage. Auch in den Zuchtwürfel setze ich bis zum Ablaichen einen rein. Dann kommt er raus und sobald die Larven angeschwommen sind, wieder rein.
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