von Wulfman » 3. Apr 2009 21:21
SERA
Information zur Wirkungsweise von Wasseraufbereitern
Wasseraufbereiter enthalten in der Regel Stoffe, die dazu dienen sollen, im Aquarienwasser gelöste Schwermetalle in ionischer Form unwirksam zu machen bzw. in weniger giftige Formen umzuwandeln.
Die Vorstellung von einer „Ummantelung“ der Schwermetallionen trifft den Nagel auf den Kopf. Tatsächlich umgeben diese Moleküle die Schwermetallionen von mehreren Seiten (in der Regel von sechs) und bilden mit ihnen einen sogenannten Komplex.
Die Fachliteratur beschreibt das folgendermaßen: „Komplexe entstehen durch die Vereinigung von mehreren einfachen, chemisch beständigen Komponenten. In Lösung dissoziieren ( = zerfallen) sie oft nur in geringem Maße in die Ionen oder Moleküle, aus denen sie entstanden sind. Deshalb bleiben die charakteristischen Reaktionen (und damit die ggf. schädigende Wirkung) der einzelnen Bestandteile ganz oder teilweise aus.“ (Jander & Blasius, 1989).
Komplexe, die beim Einsatz von Wasseraufbereitern entstehen, sind besonders stabil und werden als Chelate oder Chelatkomplexe nach dem griechischen Wort für Schere bezeichnet. Diese Chelatkomplexe fallen nicht aus (belasten also den Bodengrund nicht) sondern verbleiben in der Lösung. In dieser Form können sie auch von den Pflanzen aufgenommen werden, die ja Schwermetalle als Spurenelemente benötigen.
Die Chelatkomplexe sind sehr stabil und können meist nur durch sehr drastische – und normalerweise im Aquarium nicht auftretende – Bedingungen zerstört werden, wie z.B. Kochen oder pH-Schwankungen um mehrere Einheiten. Durch Wasserwechsel wird natürlich ein Teil dieser Komplexe entfernt, d.h. die Konzentration der Komplexe im Aquarienwasser nimmt ab. Ein Anstieg der Konzentration an unkomplexierten Schwermetallionen durch eine Rücklösung ist nicht zu befürchten.
Lediglich durch das Zufügen von frischem Wasser, das möglicherweise Schwermetallionen enthält kann die Konzentration wieder steigen. Dies ist einer der Gründe für die Empfehlung, bei jedem Wasserwechsel den Wasseraufbereiter zuzugeben.
In das Aquarium eingebrachte Huminstoffe sind ebenfalls in der Lage Schwermetallionen komplex zu binden. Diese Komplexe bleiben nicht gelöst, sondern sinken zum Bodengrund ab. Ein Aufbrechen der bereits mit den Molekülen aus dem Wasseraufbereiter gebildeten Chelatkomplexe durch die Huminsäuren ist sehr unwahrscheinlich.
Es gibt jedoch auch andere Wasseraufbereiter, bei denen eine wässrige Aufschlämmung eines Feststoffes (Suspension) ins Aquarium eingebracht wird. Es handelt sich hierbei oft nicht um Moleküle, die mit Schwermetallionen Chelatkomplexe bilden, sondern um natürliche oder synthetische Silikate, die Schichten oder Hohlräume aufweisen, zwischen bzw. in denen Schwermetallionen oder andere Stoffe eingelagert werden können. Diese Art der Einlagerung ist meist nicht so stabil wie ein Chelatkomplex, bleibt auch nicht gelöst, sondern setzt sich im Bodengrund oder im Filter ab.
Literatur:
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Hrubec T.C., Robertson J.L. & Smith S.A. 1997:Effects of ammonia and nitrate concentration on hematologic and serum biochemical profiles of hybrid striped bass (Morone chrysops x Morone saxatilis). Am. J. Vet. Res. 58(2):131-136.
Jander G. & E. Blasius 1989: Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie, 13. Auflage, S. Hirzel Verlag, Stuttgart.
Pierce R.H., Yeats p.a. 6 P.M. Strain 1999: Nitrate toxicity to five species of marine fish. J. World Aquacult. Soc. 24 (1): 105-107.
Rubin A.J. & G.H. Elmaraghy 1977: Studies on the toxicity of ammonia, nitrate and their mixtures to guppy fry. Water Res. 11 (10): 927-936.
Schalie W.H. 1985: Toxicity of Guanidine Nitrate to Freshwater Aquatic Organisms. Govt Reports Announcements & Index (GRA&I), Issue 25.
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Tilak K.S., Lakshmi S.J. & T.A. Susan 2002: The toxicity of ammonia, nitrite and nitrate to the fish, Catla catla (Hamilton). J. Environ. Biol. 23(2): 147-156.
Westin D.T. 1974: Nitrate and nitrite toxicity to salmonoid fishes. Prog. Fish-cult 36 (2): 86-89
Wir hoffen damit Ihre Fragen ausreichend beantwortet zu haben, und verbleiben mit freundlichen Grüßen
sera GmbH
i.A. Petra Stegger , Dr. Matthias Dahm