Welche Erkrankung ist Das ? Was Bakterielles ? Bild Dabei !

Das Forum rund um den Diskus und die Aquaristik

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Beitragvon kaktus » 12. Mär 2005 23:24

Hallo Jörg

stimmt, ich bin kein Fachmann für Diskus, nur behaupte ich mal dass ich trotzdem so was wie einen gesunden Menschenverstand habe, und nicht gleich alles so aktzeptiere wie man es mir einbeult, sondern auch solche Meinungen hinterfrage.
würde dir jemand erzählen dass er seinen Hunden immer nur reines Gemüse zum Fressen gibt, würdest Du dich auch wundern, oder? (ich mich jedenfalls )

Welche Objektivität hättets Du denn gerne? Jemand erzählt mir von einem Fisch, der sich in der Natur von Würmern, eventuell auch noch Insekten usw ernährt, dass er seinen fischen Rinderherz gibt. Na selbst jemand der kein Aquarium hat wird sich da Fragen stellen.
Die WF die wir haben verschmähen noch heute Rinderherz, während Mückenlarven, egal ob lebend oder gefroren dankbar angenommen werden.


lg

Lars
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Beitragvon ingrid » 12. Mär 2005 23:27

hallo jörg,
ich wiederhole mich ungerne: bei mir steht der Diskus im Vordergrund, die Pflanzen und Beifische sind halt notwendig. Beifische und Pflanzen steuern in meinen Augen zu 50% am Scheitern bei der Haltung von Diskusfischen bei.

glaubst du das es meinen diskus schlechter geht im „pflanzenbecken“ als deinen?
ich denke sogar und bin davon überzeugt, dass mein biotop stabiler läuft wie eines, dass fast keine pflanzen hat und die paar die noch dahinfristen, durch die „hitze“ dabei sind, ihren geist aufzugeben und durch faulprozesse den diskus das noch wenige o2 zu entziehn - aber man kann ja ein sprudler reinschmeißen.
Dies ist meine Art der Diskushaltung und ich persönlich bin damit gut gefahren. Sowas wie den Gesamteindruck des Beckens in einen Diskusbecken ist überflüssig, der Diskus macht den Gesamteindruck.

genau...das ist das denken der leute auch vor 25 jahren und daher sahen diese becken für mich "trostlos" aus....und sind lange auf der überholspur.
auf austellungen kann man sehn, wo die leute stehen bleiben.
Wenn ich Besuch bekomme, spricht niemand von Pflanzen und Welsen, das kannst du mir glauben.

jörg und das, genau das glaube ich dir nicht!
zu uns kommen auch leute um nur mal das becken zu sehn. die schönheit des diskus kommt in einem pflanzenbecken viel besser zur geltung, als in einem becken mit ästen laichkegel und sonst gar nichts!
an den bemerkungungen der leute sehe ich, dass auch ein umdenken stattfindet...
...selbst leute die züchten, sind von der art diskushaltung begeistert... dabei rede ich hier von einem schaubecken.
züchtung eines diskus - das steht auf einem ganz anderen blatt papier.
Ich kenne eine Menge Medikamente wende sie aber nicht an, da dies nicht nötig ist. Soltest du es schaffen, ein paar Zuchten in 8 Wochen auf Verkaufsgröße (5-6) mit unter 1% Verlusten oder Schädigungen durchzubringen, können wir gerne weitersprechen.

medikamente? was ist das jörg...
ich habe im mom auch kleine diskus in einem sterilen becken.
bekommen habe ich sie 5/6 cm groß, habe die jetzt 5 wochen und nun sind sie 7/8cm groß!! Aber das lag nicht an der temperatur das die so gut gewachsen sind jörg, weil die steht selbst da im aufzuchtbecken „nur“ auf 28 grad!
In der Ziwschenzeit habe ich bestimmt einige Jungfische verkauft. Wenn du richtgig gelesen hast, siehst du das das Becken dennächst einem größeren weichen wird und ich werde bestimmt nicht einen Handschlag für unnütze Dinge tun.

du willst ein größeres becken?... finde ich gut, wie groß war dein bisheriges und wieviel diskus hat es beherbergt?
ganau da liegt der hase im pfeffer begraben!
ich habe 5 diskus und ein paar beifische in 720 liter schwimmen!!
leute die aussagen, auch züchter leider, das formel 50 liter wasser für einen diskus ausreicht!
warum wird hier nicht großzügiger gehandelt??
allemal besser und das ist meine meinung, 100 liter pro diskus.
wer es nicht bieten kann ...sollte sich lieber gedanken darum machen...wie waren deine worte „immer den diskus im vordergrund“, was anderes zu hältern.
gruß
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Beitragvon ingrid » 12. Mär 2005 23:37

hallo michael kohn,
Ich wette wenn wir uns nächste Woche den neuen Bericht über Rinderherz auf der Homepage von Bernd ansehen werden , das dort genau das passiert was ich befürchte , Bilder von aufgeschnippelten Diskusfischen mit Fettlebern etc. an deren Zustand angeblich Rinderherz schuld sein soll (ohne empirische Vergleiche heranzuziehen ) und wetten das man dort nicht diskutieren kann

aus der rinderherzfütterung halte ich mich soweit raus, ich füttere rinderherz äußerst wenig.
Bernd hat vieleicht viel Ahnung von Pflanzenbecken und Gesellschaftsfischchen , aber in Sachen Diskus solltest Du/Ihr vieleicht doch lieber hier Rat suchen !!!

ich glaube solche bemerkungen sind überflüssig michael und unhöflich gegenüber dem dikusionsparner obendrein.
ich versuche mich im Moment damit Diskus in Pflanzenbecken zu pflegen , mit dem Erfolg das schon nach einer Woche alle Tiere erkrankt sind obwohl ich fast alles genauso gemacht habe wie von Bernd empfohlen (bis auf die Dünger ), vorher sind meine Tiere fast immer gesund gewesen (nie was ernstes) und das in Hälterungsbecken ohne Pflanzen , wenn ich nun auf Dauer feststelle das es meinen Tieren nicht gut tut zusammen mit Pflanzen gepflegt zu werden werde ich wieder zur alten Form zurückkehren , wenn ich merke das meinen Fischen 30°C besser bekommt als 27°C werde ich Sie bei 30°C halten .


ich hoffe es bleibt nicht nur ein versuch...die versuche sollten aber eigentlich abgeschlossen sein, bevor diskus in ein pflanzenbecken eingesetzt werden.

ich drücke dir die daumen - um beides zu führen,...-diskus und pflanzen-.
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Beitragvon jgottwald » 13. Mär 2005 09:51

Hallo Gabi!
Udo hat den Bericht damals geschrieben und bekam enorm Kritik. Trotz Fütterrung mit Rinderherz war sein ältestes Tier damals 15 Jahre. Das wollte ihm die Fraktion gegen Rinderherz nicht glauben und es ging so unter die Gürtelninie das er sich aus allen Foren zurückzog.
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Beitragvon jgottwald » 13. Mär 2005 10:19

Hallo Ingrid!
wie ich aus deiner Antwort sehe gerät das Thema immer mehr in Richtung: denke mal, persönlichem Empfinden, eigener Meinung , sogar perönliche Interessen, deswegen sollte man es beenden. Ein fachlicher hinterlegter Beitrag wird wahrscheinlich nicht mehr kommen.
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Beitragvon Markus » 13. Mär 2005 11:08

Hallo Zusammen,

wir haben hier einen interessanten Thread gebaut!
Es ist aber immer wieder erstaunlich, wie wir Menschen doch dazu neigen, unsere Ansichten, Einschätzungen u. Ideen auf Biegen und Brechen zu verteidigen, uns mit denen verbünden, die unsere Meinung teilen und diejenigen angreifen, die dagegen sprechen, oftmals verbunden mit verbalen Äusserungen, die unter die Gürtellinie gehen.
Auch ich kann mich von solchen Vorgehensweisen nicht freisprechen, allerdings mache ich mir aufgrund einiger negativer Erfahrungen hiermit mittlerweile mehr Gedanken, mich auch in andere Meinungen hineinzuversetzen. Geht man sachlich an die Thematik heran, so stellt man speziell bei unseren hier besprochenen Themen sehr häufig fest, dass gar nicht Meinung A oder Meinung B richtig ist, sondern dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt. Oder dass es so ist, dass sowohl A und B zum Ziel führen, ohne dass definitiv gesagt werden kann, welches nun der bessere Weg ist.
Hier mal eine kurze Einschätzung meinerseits zum Thema:
Rinderherz:
Ob ein Futter in der Natur aufzufinden ist, oder nicht, halte ich erst einmal für völlig uninteressant, sorry ;-) Betrachten wir uns Menschen, so nehmen wir zum Grossteil Nahrung auf, die wir als Neandertaler nie gefunden hätten, von Medikamenten und Pflegeprodukten mal ganz abgesehen. Derjenige, der sich aber an der Natur orientiert, macht aus meiner Sicht auch nichts falsch, da er auf genügend natürliche Nahrungsmittel zurückgreifen kann, um den Diskus gut und artgerecht zu ernähren.
Ich verfüttere seit meinem 14. Lebensjahr Rinderherz an Diskus. Wenn man dies mit bedacht und wie in Udo´s Artikel beschrieben macht, sehe ich da kein Problem. Es gibt auch Einige, die sehr viel RH verfüttern und die Tiere damit angeblich keine Probleme haben. Ob dies definitiv so ist, kann ich nicht beurteilen. Ich halte es in jedem Falle für besser, dem Diskus eine abwechslungsreiche KOst anzubieten.
Temperatur:
Auch hier scheiden sich die Geister. Manche halten die Tiere bei 26°C, andere bei 32°C. Beides kann funkionieren, hängt aber von den Tieren und den Umgebungsbedingungen ab. Ich persönlich rate immer zu mittleren Temperaturen von 28°-29°. Habe ich ein bepflanztes AQ, so kann man es auch mit 26°-27° versuchen. Häufig ist jedoch festzustellen, dass der Diskus bei Temperaturen von 26°C wesentlich anfälliger gegen Krankheiten ist, als bei höheren Temperaturen. Temperaturen von über 30°C halte ich auf Dauer zu belastend für die Tiere, da der Stoffwechsel enorm angekurbelt ist. Es sprechen auch noch andere Dinge dagegen, auf die ich hier nicht eingehen möchte.
Liter pro Diskus:
Auch hierfür sehe ich kein Patentrezept. Ich halte es so, dass ich dem Tier eher weniger Wasser zur Verfügung stelle. Allerdings geht dies nur, wenn immer sehr gutes Wasser zur Verfügung steht. Diskus fühlen sich in einer grösseren Gruppe sicherer. Vor allem, wenn man kleine Diskus aufzieht, so stellt man immer wieder fest, dass die Tiere besser wachsen, wenn sie etwas dichter gehalten werden. Eine grössere Gruppe erhöht sowohl die Sicherheit der Tiere, als auch den Futterneid. Auch werden Territorialansprüche unterdrückt, was zu starkem Stress für schwächere Tiere führen kann. Adulte Tiere können aber durchaus auch in 100 l / Diskus gehalten werden, wie von Ingrid geschrieben, hängt aber von den Tieren und den Rückzugsmöglichkeiten ab. Hierbei müssen Territorialansprüche bewusst Berücksichtigung finden.

Wenn jemand hierzu noch neue Erkenntniss hervorbringen kann/möchte, Bitte. Ansonsten sollten wir die Diskussion dann aber doch mal hier beenden.

Schöne Grüsse
Markus
Zuletzt geändert von Markus am 13. Mär 2005 19:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon riwerndrei » 13. Mär 2005 18:50

Hallo Markus,
das ist für mich, der diesen sehr interessanten Tread verfolgt hat, einer der besten Beiträge. Wie j.gottwald aber schon geschrieben hat sind
alle Meinungen ausgetauscht und es wird nichts neues kommen.

Du hast mit diesem Schlussposting Deine Rolle als Moderator hervorragend erfüllt und mit fundierter Fachkenntnis untermauert.
Viele Grüße
Richard
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Beitragvon Ralf_Rombach » 13. Mär 2005 20:00

Hallo,

bin durch Zufall auf diese Diskussion gestoßen, trotz des Schlußposting von Markus will ich doch ein wenig Senf hinzugeben. ;)

Thema Rinderherz.

Die eigentliche Frage für ist nicht die des Für oder Widers des Rinderherzes, denn es kommt auf die Menge und Darreichungsform an, egal erstmal, ob es ein "natürliches" oder "fremdes" Futter ist.

Die eigentliche Frage aus heutiger Sicht zu Rinderherz ist für mich die, warum verfüttere ich Rinderherz. Ein Teilnehmer der Diskussion hatte die Antwort schon gegeben, die Tiere wachsen schneller.

Damit dreht sich aber eigentlich die Sinnfrage um, es geht also anscheinend weniger um den Diskus als Fisch, sondern um seine Zuwachsleistungen in der Aufzucht. Denkt man diesen Gedanken konsequent und provokativ weiter, geht es also um "Tierproduktion". Bitte nicht falsch verstehen.

Es gibt ja immer wieder die Fragen zum weißen Kot. Auf die gehe ich jetzt gar nicht weiter ein, aber ist Euch mal aufgefallen, daß genau die gleiche Symptomatik bei Colisa lalia auftritt, ebenso bei Schwertträgern ? Aber gerade Colisa lalia ist der klassische Fall für einen vollkommen verheizten Fisch. Sie sehen nett aus, sie erwirtschaften Geld, sie müssen produziert werden, sie müssen also schnell wachsen, sie werden mit Medikamentenbrühen überschüttet (kein Scherz, das ist teilweise in Südostasien so), sie bekommen Kraftfutter.

Da ist das eigentliche Stichwort: Kraftfutter.

In unserem AQ-Verein wird auch so ein Cocktail zusammengemischt mit Spinat, Fischfleisch, Rinderherz, Knoblauch, Garnelen, alles durch den Mixer, eingefroren und dann verfüttert. Und man ist stolz drauf, den Fischen Gutes zu tun. Tut man das wirklich ?

Aber auch hier ist der gesundheitliche Aspekt nur einer, jeder weiß eigentlich, daß gegen gelegentliche Verfütterung kaum was einzuwenden ist, die Argumente des Für und Wider sind lange ausgetauscht.

Die eigentliche Frage ist immer die des Warum mache ich das, was ist das Ziel, was ist der Zweck ?

Was spricht letztlich gegen eine rinderherzfreie Ernährung ? Die geringeren Zuwachsleistungen ? Also geht es dann doch in irgendeiner Form um Kraftfutter. Machen wir uns doch da nichts vor. Kraftfutter ist Kraftfutter und hat deshalb gewisse Eigenschaften. Es ist meist, vereinfacht, sehr energiereich und auf die Menge des Futters bezogen, eher ballaststoffarm. Auf die menschliche Ernährung übertragen, wäre es sowwas wie Astronautenfutter. Jeder weiß auch, daß (natürlich von Tierart zu Tierart verschieden), der Darm Ballaststoffe benötigt, diese kann ich nicht auf Dauer ohne Nebenwirkungen deutlich reduzieren.

Gruss Ralf
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Beitragvon Ralf_Rombach » 13. Mär 2005 20:17

Hallo,

ich greife mal ein Post von Bernd raus:

Bernd Kaufmann hat geschrieben:Dr. Roland Bauer, "Erkrankungen der Aquarienfische": .... "Der gesamte Entwicklungskreislauf (von Ichthyo) dauert bei 27 °C 5 bis 6 Tage, bei tieferen Temperaturen entsprechend länger. Bei Kaltwasserfischen (10 °C) kann deshalb eine Behandlung von 6 Wochen und länger notwendig werden. Bei Warmwasserfischen ist es ratsam, die Behandlung bei einer Temperatur von 27 °C durchzuführen. Höhere Temperaturen belasten den vorgeschädigten Fisch zu sehr und sind deshalb nicht zu empfehlen."


Der bisherige Ansatz war ja eigentlich immer der, durch eine weitere Erhöhung der Temp. den Entwicklungszyklus zu beschleunigen und die Behandlung damit verkürzen zu können.

Allerdings habe ich auch schon bei nahe 30 Grad ausbrechende Ichthyo-Infektionen gesehen, und kürzlich (für mich noch unbestätigte) Hinweise bekommen, daß im Südwestdeuschen und in der Schweiz evtl. Ichthyo-Stämme aufgetreten sind, die sich auch bei 32 Grad noch weiter entwickeln können.

Aus einer Gleichgewichtstabelle kann man entnehmen, dass Wasser im Gleichgewichtszustand ("Sättigung") bei 25 °C 8,3 mg/l O2 enthält, bei 34 °C aber nur noch 7,1 mg/l. Diese Tatsache ist unter normalen Umständen ganz sicher keine große Diskussion wert. Aber im Falle der Erkrankung und Behandlung von sowieso bereits extrem gestressten Fischen wird es _sehr_ oft zu einer regelrechten Katastrophe.


Das ist eines der Probleme bei Ichthyo, die Erreger sitzen ja oft oder bei stärkerem Fall in Endphasen dicht an dicht auf den Kiemenblättchen und senken damit die Sauerstoffaufnahme. Gekoppelt mit dem sinkenden Sauerstoffgehalt bei höherer Temp. sind so schwer befallene Fisch nicht mehr einfach zu behandeln.


Gruss Ralf
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Beitragvon Markus » 13. Mär 2005 21:37

Hallo Ralf,

bin durch Zufall auf diese Diskussion gestoßen, trotz des Schlußposting von Markus will ich doch ein wenig Senf hinzugeben.

So kennt man Dich ;-) Lange nichts mehr von Dir gehört! Ich hatte schon befürchtet, Du hättest der Diskus"szene" den Rücken gekehrt.

In unserem AQ-Verein wird auch so ein Cocktail zusammengemischt mit Spinat, Fischfleisch, Rinderherz, Knoblauch, Garnelen, alles durch den Mixer, eingefroren und dann verfüttert. Und man ist stolz drauf, den Fischen Gutes zu tun. Tut man das wirklich ?

Was sagen denn Deine Vereinskollegen dazu ? Meiner Ansicht nach hängt man sich viel zu sehr an der Vorstellung Rinderherz auf, da es doch weit ab von einem Futter ist, was der Diskus in der Natur findet. Wenn man, wie Deine Vereinskollegen es tun, andere Dinge hinzumischt, ist dies m.E. durchaus legitim. Trotzdem widerstrebt es mir, wenn solche Futtersorten als Alleinfutter benutzt werden.
Du sagst, dass RH ein Kraftfutter ist und ich gebe Dir da ohne Zögern recht. Wobei ich immer noch nicht verstehe, warum nur Rinderherz von einigen so verteufelt wird. Auch diverse Granulate, sowie Muschelfleisch sind hochproteinhaltige Futtermittel, mit denen man Wachstumsresultate erzielen kann, die vergleichbar mit denen von Rinderherz sind. Angeprangert wird aber nur das RH ?!?
Unabhängig vom Proteinlieferanten (auch auf die Gefahr, dass ich es jetzt zu sehr vereinfache) sehe ich bei Jungfischen keine grosse Gefahr, dass die Tiere dadurch Schaden erleiden, sofern sie zu gleichen Teilen auch ballaststoffreiche Kost gereicht bekommen.
Meine Tiere haben auch ein enormes Wachstum, neigen nicht zur Verfettung und sind in der Zucht sehr produktiv, was gegen eine Verfettung spricht.
Jeder weiß auch, daß (natürlich von Tierart zu Tierart verschieden), der Darm Ballaststoffe benötigt, diese kann ich nicht auf Dauer ohne Nebenwirkungen deutlich reduzieren.

Unterm Strich muss die Funktionsfähigkeit des Darmes vollends erhalten bleiben, keine Frage. Die Frage ist, wann die Grenze überschritten wird.

Allerdings habe ich auch schon bei nahe 30 Grad ausbrechende Ichthyo-Infektionen gesehen, und kürzlich (für mich noch unbestätigte) Hinweise bekommen, daß im Südwestdeuschen und in der Schweiz evtl. Ichthyo-Stämme aufgetreten sind, die sich auch bei 32 Grad noch weiter entwickeln können.

Gerade Parasiten überraschen uns immer wieder mit ihrer Anpassungsfähigkeit. Ein Arbeitskollege, der von mir Diskus bekommen hatte, bekam nach einem Zukauf von Neon eine Ichthyoinfektion. Eine Temperaturerhöhung auf 30° C über zwei Wochen war ohne Erfolg, erst ein Medikamenteneinsatz mit Malachit löste das Problem. Solche "mutierten" Parasiten sind wesentlich gefährlicher, als die in der früheren Literatur beschriebenen.

Schöne Grüsse
Markus
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Beitragvon Ralf_Rombach » 13. Mär 2005 21:59

Hallo Markus,

Markus hat geschrieben:Hallo Ralf,
So kennt man Dich ;-) Lange nichts mehr von Dir gehört! Ich hatte schon befürchtet, Du hättest der Diskus"szene" den Rücken gekehrt.


So kennt man mich ?

Naja, ist oft ein Zeitproblem bei der Vielzahl der Foren und Diskussionsgruppen. Keine Sorge, auch wenn ich zu Hause keine Diskus mehr pflege, dafür jede Menge Wildfangskalare derzeit, bin ich durchaus mit Diskus noch in Kontakt, beruflich, ;)

In unserem AQ-Verein wird auch so ein Cocktail zusammengemischt mit Spinat, Fischfleisch, Rinderherz, Knoblauch, Garnelen, alles durch den Mixer, eingefroren und dann verfüttert. Und man ist stolz drauf, den Fischen Gutes zu tun. Tut man das wirklich ?


Was sagen denn Deine Vereinskollegen dazu ?


Die finden das ganz toll. Ehrlich, vernünftige Argumente gibt es nicht.

Meiner Ansicht nach hängt man sich viel zu sehr an der Vorstellung Rinderherz auf, da es doch weit ab von einem Futter ist, was der Diskus in der Natur findet. Wenn man, wie Deine Vereinskollegen es tun, andere Dinge hinzumischt, ist dies m.E. durchaus legitim. Trotzdem widerstrebt es mir, wenn solche Futtersorten als Alleinfutter benutzt werden.


Weisst Du, ich bin nach wie vor kein Freund (und werde es nie werden) von Rinderherz und anderen stark proteinhaltigen Futtersorten, nimm Spirulina als Beispiel und Bloat als eine mögliche Erkrankungsform bei Tropheus, auch hier ist die Symptomatik vergleichbar.

Im AQ-Verein kam das Argument, billiges Futter, naja, wenns das ist, dann sollte man m.E. das Hobby aufgeben.

Du sprichst das Alleinfutter an, das ist das eigentliche "Grundübel". Dabei kommt es hier im wesentlichen auf die Dosierung, die Menge und eben die Ballaststoffe an. Manchem Diskus-Aquarianer konnte ich durch Futterumstellung helfen, manchmal jedoch auch nicht, wenn andere Haltungsparameter nicht stimmten.

Aber mal im Ernst, findet ein Diskus in der Natur Spinat, am besten noch mit blubb :D

Du sagst, dass RH ein Kraftfutter ist und ich gebe Dir da ohne Zögern recht. Wobei ich immer noch nicht verstehe, warum nur Rinderherz von einigen so verteufelt wird. Auch diverse Granulate, sowie Muschelfleisch sind hochproteinhaltige Futtermittel, mit denen man Wachstumsresultate erzielen kann, die vergleichbar mit denen von Rinderherz sind. Angeprangert wird aber nur das RH ?!?


Naja, Warmblüterfleisch, wenn man es weiter faßt. RH ist nun mal ein Symbol für irgendwas, zugegeben auch für mich, deswegen brachte ich den Begriff Kraftfutter. Das andere Futtersorten ähnliche Auswirkungen haben können, wird oftmals schlicht übersehen und sollte mal diskutiert werden.

Ich habe das Beispiel der Colisa lalia durchaus bewußt gebracht, ich kenne keinen Fisch, der derart kaputt gezüchtet, massiv aufgepäppelt wird, daß die Tiere in wenigen Monaten verkaufsreif sind. Und dann stehen sie in den Händlerbecken, vor allem die Weibchen massiv aufgedunsen mit schleimigem, lang fädrigem Kot. Kommt Dir das alles nicht bekannt vor ? Es ist vermutlich letztlich das gleiche. Behandlungen sind zwecklos, man kann nur hoffen, daß die Tiere, die dann, wenn alles stimmt, was man so liest, auch noch Fisch-TB verseucht sind in Mengen, durch vernünftige Hälterung und Futterumstellung sich nochmal fangen lassen.

Das ist kein Fisch mehr, sondern reine Verbrauchsware. Bei Colisa lalia ist das extrem krass und wird auch nicht richtig wahrgenommen. Meiner Meinung nach ist der "König der Fische" aber seit Jahren auf einem ähnlichen Weg, wenn ich mir manche jüngere Zuchtform ansehe: Lollifarbene Kreissägen schrieb mal ein Forumskollege. Vielleicht kommt da zwischen den Lagern der Wildformanhänger und der Zuchtformanhänger der eigentliche Disput her, der dann auf RH verlagert wird, aber vielleicht grundsätzlich was ganz anderes meint.

Unabhängig vom Proteinlieferanten (auch auf die Gefahr, dass ich es jetzt zu sehr vereinfache) sehe ich bei Jungfischen keine grosse Gefahr, dass die Tiere dadurch Schaden erleiden, sofern sie zu gleichen Teilen auch ballaststoffreiche Kost gereicht bekommen.


Die Frage der Verdaubarkeit des Kollagenes ist da eine nicht unwichtige Frage, zugegeben habe ich mich die letzten beiden Jahren allerdings mit der problematik nicht mehr vertiefend beschäftigt, kann also sein, daß mir da manches durch die Lappen gegangen ist. Egal wie, Kollagenfasern sind bzgl. der Aminosäuren ein eher minderwertiges Protein, letztlich dürfte in der Gesamtmenge an zugeführtem Kollagen die Ursache für Verdauungsproblemen zu suchen sein.

Jeder weiß auch, daß (natürlich von Tierart zu Tierart verschieden), der Darm Ballaststoffe benötigt, diese kann ich nicht auf Dauer ohne Nebenwirkungen deutlich reduzieren.


Unterm Strich muss die Funktionsfähigkeit des Darmes vollends erhalten bleiben, keine Frage. Die Frage ist, wann die Grenze überschritten wird.


Eben und die Grenze kann man so nicht definieren, man kann sich mit großen Versuchsreihen rantasten, aber individuelle Komponenten und andere Hälterungsfaktoren spielen da rein.

Allerdings habe ich auch schon bei nahe 30 Grad ausbrechende Ichthyo-Infektionen gesehen, und kürzlich (für mich noch unbestätigte) Hinweise bekommen, daß im Südwestdeuschen und in der Schweiz evtl. Ichthyo-Stämme aufgetreten sind, die sich auch bei 32 Grad noch weiter entwickeln können.


Gerade Parasiten überraschen uns immer wieder mit ihrer Anpassungsfähigkeit. Ein Arbeitskollege, der von mir Diskus bekommen hatte, bekam nach einem Zukauf von Neon eine Ichthyoinfektion. Eine Temperaturerhöhung auf 30° C über zwei Wochen war ohne Erfolg, erst ein Medikamenteneinsatz mit Malachit löste das Problem. Solche "mutierten" Parasiten sind wesentlich gefährlicher, als die in der früheren Literatur beschriebenen.


Ich habe so einen Fall bei einem Schaubecken auch mit einer periodisch springenden Ichthyo-Infektion ganz leichter Art zwischen Altums und L 37, die anderen im Becken lebenden Tiere (Hyphessobrycon pyrrhonotus, Sturisoma spec., Crenicara punctulata und neuerdings Hemiodopsis gracilis) sind ohne Befall. Alle 2-4 Wochen sieht man entweder an den Altums oder an den L 37 ganz wenige Punkte. Das ganze läuft nun seit runden 5 Monaten bei dauerhaft 28 Grad, etwas schwankend zwischen 26 und 30. Behandelt habe ich den Erstausbruch des Ichthyo (da war er heftiger), derzeit kontrolliere ich nur die Tiere und brauchte nicht mehr weiter einzugreifen.

In der ansonsten heir geführten Diskussion gab es noch viele Denkansätze und Punkte, die man nochmals aufdröseln sollte, z.B. das mit der Beschleunigung des Stoffwechsels und des schnelleren Alterns oder der Frage 26 oder 27 Grad für Diskus und Pflanzenwuchs. Gerade letztere Frage brachte mich etwas zum Schmunzeln, ich habe mit vielen handelsüblichen Thermometern in Becken gemessen und dabei Abweichungen von bis zu 4 Grad Celsius im Extremfall gemessen, bei mir wachsen die meisten Pflanzen auch bei 27-28 Grad gut.

Gruss Ralf
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Beitragvon jgottwald » 14. Mär 2005 09:57

Hallo Ralf!
hier hat keiner von nur Rinderherz oder nur Glasbecken gesprochen. Sofort wurde das mehr oder minder unterstellt und verteufelt. Warum und weshalb, da ist man schon ruhiger geworden. Deswegen sträube ich mich mit der Aussage von Bernd so. Gewiss füttere ich RH, aber doch auch andere Futtersorten. Wenn es das letzte ist, dann erhalten die Tiere auch RH Mischungen fast nur, ebenso wenn RML das letzte ist, diese. Argumente wie die Kuh im Amazonas oder ähnlich, sind für mich kein Grund, mit RH Fütterrung aufzuhören. Du begründest deine Aussage zwar, ganz überzeugen können mich diese Argumente nicht. Das Problem der Verdauung ist seit Jahren bekannt und ich denke man kann es durch eine gesunde Mischung an Futterarten schon recht gut steuern. Auch gibt es heute Mischungen mit viel Ballaststoffen, die gerade für ältere Tiere von Interesse sind . Dieses Futter wird bei einem Bekannten auch von dessen neuen WF gefressen. Wer natürlich wie immer auf fast reines RH setzt und dann 26-27°. zuviele Fische usw., der wird schnell Probleme bekommen. Dann heißt es: in 80% der Fälle ist die Fütterrung von RH schuld am Erkanken der Fische. Die Umstände werden da aber nicht hinterleuchtet, Schuld ist immer nur das eine.
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Beitragvon Ralf_Rombach » 14. Mär 2005 21:36

Hallo Jörg,

weisst Du, ich habe zum RH meine Meinung, andere eine andere. Ich verfüttere es grundsätzlich erstmal nicht, naja nicht ganz, recht selten gibt es das auch mal, aber sehr selten.

jgottwald hat geschrieben:Argumente wie die Kuh im Amazonas oder ähnlich, sind für mich kein Grund, mit RH Fütterrung aufzuhören.


Der Indianer murmelt an den Tausenden von Rindkadavern: Diskus ..... ;) (frei nach drta). Das ist ja kein Argument, korrekt.

Du begründest deine Aussage zwar, ganz überzeugen können mich diese Argumente nicht.


Ich habe nicht behauptet, daß dem oder dem so ist, das war gar nicht meine Intention. Die lag eher in der Grundfrage: Warum RH überhaupt ? Warum füttere ich RH ? Wegen der Wachstumförderung ? Dann muß ich fragen, warum will ich Wachstumsförderung, also schneller wachsende Fische ? Das ist m.E. eigentlich die wichtige Frage.

Das Problem der Verdauung ist seit Jahren bekannt und ich denke man kann es durch eine gesunde Mischung an Futterarten schon recht gut steuern.


Zugestimmt.

Auch gibt es heute Mischungen mit viel Ballaststoffen, die gerade für ältere Tiere von Interesse sind . Dieses Futter wird bei einem Bekannten auch von dessen neuen WF gefressen.


Auch zugestimmt, obwohl meine Wilden im Laden das Futter tatsächlich verweigern und lieber auf Mülas und Garnelen stehen.

Wer natürlich wie immer auf fast reines RH setzt und dann 26-27°. zuviele Fische usw., der wird schnell Probleme bekommen. Dann heißt es: in 80% der Fälle ist die Fütterrung von RH schuld am Erkanken der Fische. Die Umstände werden da aber nicht hinterleuchtet, Schuld ist immer nur das eine.


Korrekt, das war einer der Gründe, warum ich vor fast drei Jahren diesen Artikel über die Diskus schrieb. Es ist oft komplexer.

Gruss Ralf
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Beitragvon jgottwald » 14. Mär 2005 21:43

Hallo Ralf!
wie gesagt, ich akzeptiere gerne eine Meinung. Eine einfache Unterteilung in gut oder schlecht ohne Begründung kann ich aber nicht so einfach akzeptieren. Allerdings: so weit liegen die Meinungen doch nicht auseinander und damit kann man doch leben?
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Rinderherz - Fischfutter?

Beitragvon Bernd Kaufmann » 20. Mär 2005 18:51

Hallo,

der angekündigte Beitrag zum Thema Rinderherz als Fischfutter ist online:

http://www.aquamax.de/frameset.asp?LF=A ... futter.htm
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
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