Lieber Patrick,
Es lassen sich nämlich alle Prozesse die mit organischen Abbaustoffen zutun haben, mit dem Stickstoffkreislauf erklären.
Ist Dir das falsch genug ? Das ist schon per definitionem falsch, denn "organisch" bedeutet schon nicht einmal "Stickstoff"
Natürlich sind Ammonium/Ammoniak und Nitrit als wesentliche Abbauprodukte auch Fischschadstoffe und Teil des Stickstoffkreislaufes. Aber was ist mit Phosphat, Sulfat, Alkali- und Erdalkalimetallen, Hydrogenkarbonat, usw ? Das ist ja alles nicht fischschädlich, Schwamm drüber...
Warum gehts dann aber den Diskus bei nicht ausreichend großzügigen WW schnell nicht mehr gut, stellen sie ggf Laichverhalten ein, stehen unter Streß, werden vermehrt krank, können mit Verletzungen wie hier im Thread nicht mehr gut umgehen, erkranken gerade (auch) an typischen Schwächeparasiten wie KW und Flagellaten ? Unter so einer "Argumentation" von Dir verstehe ich nihilistisches Denken und Handeln. Ach Ozonloch ? Ich hab noch keins gesehen...
Falls keine vhm starke Bepflanzung in einem Aquarium vorhanden ist, wie meistens bei Diskushaltern (wir sind hier ein Diskusportal) und ein Becken auch keine unverhältnismäßig große Mengen an Filterschlamm/Mulm aufweist (wegen der Ionenaustauschfähigkeiten) wird das Aquarienwasser bei Nachahmung der von Dir in erfrischend eindimensionaler und gefährlicher Allgemeinheit empfohlenen Wasserwechseltheorien in den meisten Fällen schnell aus den Fugen geraten, auch trotz Aufsalzung der verbrauchten und essentiellen Stoffe. Wenn jemand kleine Diskus hat wird es umso schneller gehen. Dann ist es nur eine Frage der vorhandenen Parasiten, der Zeit und der restlichen Haltungsparameter (Stresspegel), wie schnell die Tiere erkranken oder sich die ersten Wachstumsschäden einstellen.
Deine Tipps können für ein ordentlich bepflanztes Salmlerbecken oder ein sonst recht schwach besetztes Becken gelten, bei denen im Verhältnis zu Wasser- und Pflanzenmenge nicht so viel Zutrag an Stoffen stattfindet. Aber eben nicht für ein wie üblich besetztes Diskusbecken. Insofern verstehe ich auch Deine Differenzierung zwischen "chemischen Zusammenhängen", "Abbauprodukten" oder sonstwas nicht. Wir reden zum Großteil davon, dass die Fische gefüttert werden und sich dies nachteilig auf die Qualität des Wassers auswirken muss. Das Futter aber besteht mitnichten zum Großteil aus Stickstoffverbindungen, s.o. Und Diskus sind große Tiere die auch entsprechend viel fressen (wollen).
Du musst verstehen, dass hier viele mitlesen, die so wie Du abgesehen vielleicht von einer 2-3 jährigen Haltung von Diskus relativ unerfahren sind und die wegen Befolgung der Grundregeln, um die es hier ua auch geht, auch keine großen Probleme hatten. Das Portal besteht nicht nur aus professionellen oder semiprofessionelen (Ex-)Züchtern, deren Erfahrungen sich zeitlich gerade nicht nur im Wesentlichen auf die Zeiten des Schüleraquariums beschränken. Jetzt lesen sie von Deinen Tipps und denken sich: ach es geht auch einfacher ?! Von den erfahrenen Aquarianern nimmt Dich keiner Ernst, komm doch mal in den Chat, da kannst Du dann hoffentlich über Dich mitlachen.
Aber was ist mit den unerfahrenen Lesern ? Bei denen droht die Übernahme Deiner nihilistischen Theorien, die frei von ausreichend langer und einschlägiger Erfahrung sind, was man sofort merkt. Und nur weil ich um die Gefährlichkeit von Beiträgen wie Deinen weiss mache ich mir überhaupt die Mühe, mich mit Dir auseinanderzusetzen. Wobei ich zugeben muss, dass es mir auch langsam schon wieder zu müßig wird. So wie ich zu den Quertreibern und ihren unangenehmen Eigenschaften anderenorts geschrieben habe...