Wenn jemand in Not ist muß ihm geholfen werden. Das ist ja auch selbstverständlich. Und ich wäre wirklich die letzte, die da nein sagen würde. Aber manchmal ist Schadenfreude doch erlaubt, oder?
Es begab sich wie folgt:
Ralph war nicht im Haus. Arbeiten, glaube ich. Und ich war einkaufen. Doch als ich nach hause kam, wurde ein Gespräch auf unserem Anrufbeantworter angezeigt. Das kommt ja hin und wieder mal vor. Aber diesen Text werde ich wohl so schnell nicht vergessen. Der da lautete:
„Hallo Ralph, ich müßte Dich mal dringend sprechen. Ich habe mir Pirhanjas gekauft. Und nun fressen die meine anderen Fische alle auf. Kannst Du mich mal anrufen, wenn Du wieder da bist?“ Ich hoffe, es trifft den Wortlaut ungefähr. Derjenige möge mir vergeben, aber es ist schon eine Weile her, seit diesem Hilferuf. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie ich herzlich loslachen mußte, als ich unseren Apparat abgehört habe. Sicher war es eine sehr ernste Angelegenheit. Aber es klang, aus dem Munde eines erfahrenen Aquarianers, wirklich komisch, was da auf dem Band war. Namen nenne ich hier absichtlich nicht, denn ich möchte denjenigen nicht kompromittieren. Natürlich konnte hier geholfen werden. Ralph hat dann auch zurückgerufen und ist sofort hingefahren um die bedrohten Fische abzuholen. Er hat gerettet, was noch zu retten war. Ich glaube, so eine Geschichte kommt nur höchstens alle zehn Jahre vor, wenn überhaupt, und verdient daher niedergeschrieben zu werden.
Wie heißt es immer am Ende eines Filmes?
„Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein zufällig.“ Hier ist sie schlicht absichtlich.
Fisch-Mama


