Unerklärbar

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Beitragvon Brandser » 2. Okt 2005 10:05

Hallo,
melde mich nach langer Abwesenheit mit neuem Namen zurück (vorher Rudi).
Eins meiner beiden Männchen hat möglicherweise einen Schaden von einer Medikamentierung zurück behalten. Ich habe es im Diagnosebochen beschrieben und vermute einen Organschaden.

Dg.:

Beschreiben Sie das Problem des betroffenen Tieres:
(Verhalten, Atmung, Kot, Futteraufnahme, Farbe)
Verhalten: apathisch;
Atmung: 50/Min.;
Kot: kaum wahrnehmbar, dunkel;
Futteraufnahme: sehr mäßig;
Farbe: sehr dunkel, vor dem ersten Querstreifen (Kopf) räulich-weiß,
Augenfarbe: sehr dunkel-rot/braun, sonst rot.
Haut: glatt
Flossen: kein flossenklemmen


Trat dieses Problem vorher schon mal auf ?:
nein

Haben Sie es behandelt ? Wie ?:
Ist die Folge einer Behandlung mit Amtra medic5 gegen Darmflagellaten, nach Angabe. (Eindeutige Diagnose: weißer, fädiger Kot, Nahrungsaufnahme mäßig.)

Daten zu Ihrem Aquarium:
(Größe, Einrichtungsgegenstände, Bepflanzung, Bodengrund, Wurzel, Düngung/Co2,etc.)
Größe: 240 l.
Bepflanzung: Valisneria,
Bodengrund: Sand,
Wurzeln: ja
CO2: nein
WW: wöchentlich 20%

Fischbesatz:
4 Diskus, (2 Paare)

Gab es einen Neukauf von Tieren ? Wann ? Woher ?:
(Zoohandlung, Zücher, etc.)
Nein

Welches Futter verfüttern Sie ? Wie oft ?
Frostfutter: Krill, weiße/schwarze Müla. Muschelfleisch, Arthemia, Spinat, Diskusquick (1x/Woche) Diskusgranulat (mäßig).

Bereiten Sie Ihr Wasser auf ?
(Osmosewasser,Easylife, Torf, etc.)
Osmosewasser: aufgehärtet mit Sera mineralsalt, Torf: ja, im Vorratsbehälter
Daten zum Wasser (Geruch,Farbe)
Geruch: geruchlos, torffarben

Wasserparameter:
Temperatur des Wassers:
29° C
Gesamthärte (GH):
Karbonathärte (KH):
120 µS/cm
Nitrit (No2-):
n.n.
Nitrat (No3-):
10 mg
pH-Wert: 6
Phosphatgehalt (PO4):
0,5
Eisengehalt (Fe):
?
Kupfer (Cu):
?



Schöne Grüße
Brandser
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Beitragvon Brandser » 2. Okt 2005 16:43

Hallo,
ich merke, hier sind auch alle so hilflos wie ich.

Grüße
Brandser
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Beitragvon Brandser » 6. Okt 2005 16:09

Hallo,
das Thema ist nun schon über 180 mal aufgerufen worden. Gibt es dazu wirklich nichts zu sagen? Enttäuscht mich ein wenig.

Grüße
Brandser
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Beitragvon MikeSt » 6. Okt 2005 16:37

Eine nachhaltige Beeinträchtigung durch den Wirkstoff Amino-5-nitrothiazol ist äußerst unwahrscheinlich. Dieser Wirkstoff kann bestenfalls in den Anfängen dem Fisch wieder auf die Beine helfen, da er nicht besonders stark ist.

Grundsätzlich ist es so, dass Darmflagellaten nicht auszurotten sind. Lediglich ein Zurückdrängen kann als Erfolg angesehen werden. Nach dem Zurückdrängen erhält der Fisch die Möglichkeit, sein Immunsystem zu stärken und mit einem erneuten Massenbefall selbst klarzukommen.

Flagellaten zeigen sich mittlerweile sogar gegen Hammerantibiotika resistent. Daher wird die Ursache Deines Problems nicht in dem Wirkstoff begründet liegen. Flagellaten gelangen bei einer Massenvermehrung durch die Darmwand in den Blutkreislauf. Sie werden von den Blutfilternden Organen aufgehalten. Diese Organe reagieren auf diese Fremdkörper mit einer Einkapselung, die bei einem starken Befall bis hin zur Organversagung fortschreiten kann.

In Deinem Fall ist zu vermuten, dass Du einen hartnäckigen Stamm der Flagellaten hast, der sich von der Behandlung nicht sonderlich beeindruckt zeigt.
Jeder Fisch reagiert unterschiedlich auf einen Massenbefall mit Flagellaten. Die Tiere, die augenscheinlich gesundeten, haben wahrscheinlich nicht unter einem so starken Befall gelitten, wie das noch immer betroffene Tier.
Vielleicht verfügten sie über ein stärkeres Immunsystem, welches dank der unterstützenden Wirkung des Medikamentes schnell wieder die Kontrolle übernahm.

Gerade bei den freikäuflichen Mitteln kann u. U. eine mehrmalige Behandlung notwendig sein.

Die Behandlung ist zu wiederholen. Gleichzeitig, also mit der Medikamentierung, würde ich eine Wärmekur durchführen. Je nach Konstitution des Tieres ist natürlich eine genauste Beobachtung des Fisches notwendig.

Füttere keine belastenden Mittel wie Herz oder Rote Mülas. Versuche, an Enchyträen zu kommen.
Ein schwer bis mittelschwer befallener Fisch kann mitunter Wochen brauchen, um zu genesen.

Grüße,

Mike
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Beitragvon Brandser » 8. Okt 2005 08:54

Hallo Mike,
die Behandlung ist nach Vorschrift von medic5 durchgeführt. Auch die erforderlichen Nachbehandlungen.
Unterschwellig glaub ich mal gelesen zu haben, dass diese eigenartige Verfärbung (Kopf) auf eine Vergiftung hindeuten kann. Was ja bei einem Befall anderer Organe (vielleicht Niere) der Fall sein könnte.
Ich bin halt davon ausgegangen, dass es eine allgemeine Vergiftung, ausgelöst vom Behandlungsmittel ist.
Jedenfalls danke ich dir für deine Überlegungen.

Grüße
Brandser
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Beitragvon MikeSt » 8. Okt 2005 11:27

Um mit dem Wirkstoff einen schädigenden Einfluß zu erzielen, muss er in zigfacher Dosierung angewendet werden.
Wie hoch ist der Wirkstoffgehalt? Ich schätze nicht mehr als 100mg pro Einheit.

Hexa Ex verwendet den gleichen Wirkstoff und empfiehlt eine doppelte Dosierung bei der 2. Behandlung.
Wäre dieses Mittel ein echtes Antibiotika, wäre es nicht frei käuflich.

Beispiel Metrodinazol. Vom Wirkstoffgehalt bzw. Wirksamkeit nicht zu vergleichen. Trotzdem werden schon mehrere Gramm pro 100 Liter angewendet, um überhaupt noch Wirkung zu erzielen. Die wirksame Dosis liegt nahe und manchmal über der Schädigenden.


Eine Vergiftung ist meiner Meinung nach nicht möglich.
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