Hallo Bernhard,
Das Trinkwasser ist also auch weiterhin das am intensivsten
untersuchte und kontrollierte Lebensmittel in Deutschland.
Das kann man sicher nur unterstreichen.
Vergessen sollte man dabei aber nicht, dass nur auf einen winzigen Bruchteil dessen, was wirklich im Wasser enthalten sein könnte, auch untersucht wird.
Wenn man jede Banane hinsichtlich Krümmung und Biegeradius untersuchen würde, wäre es sicherlich auch das bestkontrollierteste Obst der Welt
Nee, mal im Ernst. Es werden immer wieder neue Spurenstoffe durch Forschungsaktivitäten und verbesserte Analysemöglichkeiten im Leitungswasser gefunden. Reagiert wird nur, wenn man etwas entdeckt und man meint, es würde für den Menschen gefährlich.
Was bei einem Fisch passiert, der nicht nur Wasser trinkt, sondern sein Leben darin in der Regel für 24h jeden Tag verbringt, ist irrelevant.
Hier mal ein Zitat eines Laborleiters bei der Landeswasserversorgung, was meiner Ansicht nach den Kern des Übels gut darlegt:
"Für den Wasserversorger ist es von großer Bedeutung, das Vorhandensein von Schadstoffen in den Roh- und Trinkwässern zu kennen. Bei einer Schadstoffpalette von über 30.000 relevanten Chemikalien und deren Abbauprodukten ist die Einzelstoff-Spurenanalytik mittels physikalisch-chemischer Methoden bei dieser Aufgabenstellung eindeutig überfordert. Nur die Substanzen, nach denen der Analytiker sucht, können gefunden werden, wenn entsprechende Referenzsubstanzen zur Verfügung stehen."
Da ich in Nähe des Ruhrgebietes wohne, habe ich die letzten Jahre mehrere Problemfälle in der Presse mitverfolgen können. Dies waren z.B. PFT, das in diesem Thread genannte Sulfolan, Röntgenkontrastmittel und einige andere Stoffe, die im Leitungswasser nachgewiesen wurden.
Dies wurde aber m.E. nie von den Wasserwerken gefunden, sondern aus meiner Erinnerung heraus immer nur durch stichprobenartige Kontrollen unabhängiger Labore. Wie lang diese Stoffe unerkannt im Leitungswasser waren, kann keiner genau sagen.
Und wenn ich dann noch so Artikel wie vor einigen Monaten in der Datz lese, die die Verwendung von Aktivkohle für die Leitungswasseraufbereitung für die Aquaristik als überflüssig oder gar schädlich darstellt, finde ich das nicht nur schlecht recherchiert, sondern auch noch gefährlich !
Aber was soll ich mich aufregen... Ich habe 2x20" Carbonitpatronen + 4 ltr Schüttkohle in meine Leitungswasserzufuhr gesetzt und seitdem keine Probleme mehr.
Warnen kann ich aber aus meiner Sicht nur die, die sich auf den Spruch des bestuntersuchtesten Lebensmittel der Welt allzusehr verlassen. Es kommt immer auf die Verhältnismäßigkeit an, denkt an die Banane
Schöne Grüße
Markus