ich bin ein absoluter Fan von Ytong-Unterbauten für Aquarien. Sie sind sehr schön anzusehen, sind unglaublich stabil, sind feuchtigkeits- und temperaturunempfindlich und beim Bau verhältnismässig günstig.
Gerade die Feuchtigkeitsunempfindlichkeit macht sie ideal für Filterbecken. Der einzige Nachteil der mir einfällt ist dass sie sehr schwer transportabel sind und so habe ich in den vergangenen Jahren meiner Aquarienlaufbahn aufgrund von Umzügen diverse Ytong-Unterbauten erstellt und die Bauweise für meine Zwecke stets optimiert. Dieses Wissen möchte ich nun mit euch teilen und euch Anregungen für Eigenbauten liefern.
1. Bodenplatte
Es bietet sich an eine Bodenplatte für den Aufbau zu nutzen. Diese besteht bei mir aus einer 25mm starken Multiplexplatte aus dem Baumarkt, die vorher mit Bootslack beidseitig gestrichen wurde um sie gegen Feuchtigkeit zu schützen. Vorteile der Bodenplatte sind dass der Fußboden zum Einen vor Feuchtigkeit geschützt und zum Anderen wird sie das enorme Gewicht des Aquariums gleichmässig auf den Estrich verteilt.
2. Aufbauort
Im Vorfeld sollte man sich über den Ort wo das Aquarium steht genauere Gedanken machen, denn später kann der Ytongbau nur noch schwerlich verschoben werden. Stets sollte man sich über die Tragfähigkeit des Bodens und Strom in der Nähe Gedanken machen. Bei mir hat es sich auch noch als hilfreich erwiesen eine kleine Trennschicht zwischen Bodenplatte und Fußboden einzubringen, damit Fußboden und lackierte Bodenplatte durch den meist jahrelangen Druck nicht "zusammenwachsen". Hier habe ich meist eine dünne Trittschalldämmung verwendet, wie sie oft beim Isolieren von Laminatböden eingesetzt wird.
3. Höhe des Unterschranks
Die Höhe des zu erstellenden Schrankes ist natürlich Ansichtssache. Hier spielen persönliches Empfinden, spätere Erreichbarkeit des Aquarienbodens und der benötigte Platz im Unterschrank eine Rolle.
Je höher der Unterschrank wird, desto mehr Platz hat man unterhalb des Aquariums, aber desto klobiger wirkt das Aquarium und desto schlechter kommt man später an den Bodengrund.
Es ist also ein gesundes Mittelmaß zu finden dass aber natürlich von der Höhe der verfügbaren Steine abhängt. Hierbei kommen uns die Hersteller der Poroton-oder Ytongsteine recht gut entgegen, denn es gibt hier unterschiedliche Standards : 20 cm / 25 cm hohe Steine. Wenn man nun von 3 Lagen Steine + 2 x 25mm Platten ( Bodenplatte, Tragplatte ) ausgeht, kann man durch die unterschiedlichen Zusammenstellung der Steine alleine Höhen von 65cm, 70cm, 75cm, 80cm erreichen. Da ist fast schon für jeden Geschmack die richtige Höhe dabei. Ich habe mein Becken ( 120cm ) auf 75cm aufgebaut, habe also 2x25 und 1x20 als Steine verwendet.
4. Kontruktionsüberlegung
Der Ytongbau soll so stabil wie möglich, aber am Besten zu einer Seite komplett offen sein um ein Filterbecken unterbringen zu können dass auch später noch gut erreichbar ist. Dass ein rechter und linker Pfosten absolut notwendig ist sollte klar sein
Auch eventuelle Lochbohrungen an der Rückwand sind zu beachten. Oft kann man nicht eine komplett durchgängige 10cm starke Rückwand bewerkstelligen da an manchen Stellen Lochbohrungen durch die Tragplatte in den Unterschrank führen. An diesen Stellen habe ich auf 5 cm starke Steine zurückgegriffen um den Abstand zu der Verrohrung zu gewährleisten.
5. Baubeginn
Zu Beginn der Bauphase muss man sich über die genaue Anordnung der Steine Gedanken machen, um die gröstmögliche Stabilität zu erreichen. Porotonsteine sind bekanntlich leicht durch normale Sägen auf die gewünschten Maße zu kürzen.
Sie werden später durch Spezial-oder Baukleber verklebt und halten so schon recht gut zusammen. Um die Stabilität zu steigern müssen die Steine im Versatz angeordnet werden. Hierfür kürzt man 3 der 6 Steine die für die Seitenwand gedacht sind um die Steinstärke von 10 cm. Entsprechendes gilt dann für die Steine der Aussenwand um auf die gewünschte Gesamtlänge zu kommen.
6. Bautipps
Die erste Schicht Steine kann ruhig mit Silikon auf die Bodenplatte geklebt werden. Für die Stoßseiten der Steine zueinander wird dann Ytong-/Fliesen- oder Baukleber verwendet. Waagerecht ist das A und O !!! Jede kleinste Unebenheit wird später bestraft. Wasserwagen sind für den Bau unbedingt erforderlich damit man auch wirklich gerade bleibt. Die Steine müssen stets gegeneinander aber auch in sich geprüft werden.
7. Zugangslöcher
Zugangslöcher durch die Steine erfüllen zweierlei Zweck :
1. sollte mindestens ein Loch für Stromzufuhr und weitere Stromkabel die ausserhalb des Unterbaus führen ( beispielsweise Licht, Heizung ) geplant werden.
2. muss man sich in einem Unterbau mit offenem Filter für entsprechende Belüftung, und so für eine Zuluft- und Abluft sorgen. Da dafür oft Lüfter aus dem PC-Bau verwendet werden, empfiehlt sich eine Lochbohrung mit 7 bis 7,5 cm Durchmesser ( Kreisdurchmessers eines 8er PC-Lüfters )
Die Zugangslöcher können leicht mit Lochsägen-Aufsätzen für die Bohrmaschine gemacht werden. Da es keinen Aufsatz mit 10 cm Tiefe gibt stößt man mit einem normalen Bohraufsatz durch den kompletten Stein und arbeitet sich mit dem Loch-Aufsatz von beiden Seiten vor.
Es empfiehlt sich dies vor dem Verkleben der Steine zu tun, da man ansonsten schwerlich an Bohrungen für die Rückwand kommt.
8. Einbau Querträger
Den Querträger bildet ein Stahlbetonsturz aus dem größeren Baumarkt oder Baustoffhandel. Sie bestehen aus Beton mit 2 Stahlstangen im Inneren und werden im Hausbau bei Mauerdurchführungen ( beispielsweise Türen und größeren Durchgängen ) verwendet. Die Tragkraft dieser Betonstürze ist enorm, sind aber von Typ zu Typ unterschiedlich und von der Länge abhängig so dass man keine genauen Aussagen treffen kann. Dies kann nur der Fachberater.
Ein Standardmaß für Betonstürze ist 11,5cm x 7cm dass ich schon für Aquarien bis 140cm Länge ohne Probleme verwendet habe. Da wir tragende Rück-und Seitenwände haben wird das Gewicht des Aquariums gleichmässig auf alle Seiten verteilt. Über diese Länge hinaus würde ich genaue Berechnungen der Traglast des Betonsturzes machen.
Für den Betonsturz wird in der Front der Aussenwände eine passende Aussparung gesägt. Nachdem er vom Kaufmaß mit einer Flex auf die passende Größe ( etwa 0,5 cm weniger als die Aquarienbreite ) gekürzt wurde, wird er mit dem Baukleber eingeklebt. Auch hier ist es wichtig mit der Waage zu prüfen und der Sturz muss mit dem übrigen Stein bündig abschliessen.




