In den vielen Jahren, in denen ich mittlerweile Diskus pflege und vor allem züchte, habe ich schon diverse Diskusgranulate ausgetestet. Es waren sicherlich an die 20 verschiedene Sorten.
Jeder Hersteller/Verkäufer versucht natürlich, die Vorzüge seines Granulates in den Vordergrund zu stellen, hierbei kommt oft das Thema Quellverhalten zur Sprache. Gern wird behauptet, das Granulat quelle nicht, oder es quelle wenig.
Zu dem Thema habe ich Aufzeichnungen gemacht mit 5 verschiedenen Granulaten und deren Quellverhalten, ich werde dazu auch meine Erfahrungen kundtun, die ich mit den Granulaten bei meinen Fischen gemacht habe. Und ich werde auch meine Thesen zum Thema Quellverhalten darlegen. Diese Meinungen/Thesen beruhen auf praktischen Beobachtungen und daraus gezogenen Rückschlüssen. Ob sie alle richtig und stimmig sind kann ich nicht beurteilen. Gern höre ich fundierte Gegenmeinungen und würde mich auch freuen, wenn irgendjemand wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema kennt und mitteilt.
Bevor ich aber zum Thema Quellverhalten komme erst mal ein paar grundsätzliche Gedanken zum Thema Granulat:
Heute gibt es viele hochwertige Granulate, die aufgrund der Bestandteile und moderner Herstellungsverfahren durchaus als vollwertige Futtermittel anzusehen sind.
Granulat ist sehr einfach im Handling, in der Regel im Vergleich zu Frostfutter deutlich preiswerter, es lassen sich effektiv Zusatzstoffe einarbeiten wie bspw. Vitamine, aber auch Medikamente und es gibt wohl kaum ein Futter, was sich besser mittels Futterautomat verarbeiten lässt.
Infos zum Aufwerten:
http://www.diskusportal.de/granulat-mehr-als-nur-trockenfutter-t12678.html
Speziell in der Aufzucht spielt ein Granulat seine Vorzüge aus. Während der Arbeit dosiert ein Futterautomat das Granulat mehrmals am Tag und die Diskus danken es durch ein sehr gutes Wachstum, insbesondere, wenn man darauf achtet, dass das Granulat einen höheren Proteingehalt hat ( 50...60%). Grundsätzlich muss man aber darauf achten, dass es möglichst von allen Diskus gefressen wird, ansonsten wird man innerhalb eines Wurfes ein sehr unterschiedliches Wachstum feststellen können. Die „verfressenen“ Tiere wachsen sehr schnell, die „Zögerlichen“ bekommen kaum was ab und bleiben im Wachstum deutlich zurück. In diesem Fall hat es sich bewährt, die Würfe nach Größen aufzuteilen, so holen die Zurückgebliebenen deutlich auf. Macht man es rechtzeitig, werden auch aus den Zögerlichen stattliche Diskus.
Worauf ich aber hier noch nicht eingegangen bin – es gibt einen Nachteil bei Granulat, der auftreten kann, aber nicht muss. Früher häufiger - heute seltener, sterben Diskus nach einer Granulatmahlzeit. Oft sind leider die größten u. schönsten, aber auch gefräßigsten Tiere betroffen. Wie aber kommt das? Gerade diese Tiere sollten doch auch die Robustesten sein?
Hört man sich um oder liest in Fachliteratur u. Internet, so wird das Quellverhalten der Diskus dafür verantwortlich gemacht, was auch logisch erscheint. Was aber ist von Granulaten zu halten, welche laut Aussagen von Verkäufern nicht quellen? Gibt es so etwas und sind solche Granulate besser bzw. gar ungefährlich ?



