Projekt Besatzdichte

Das Forum rund um den Diskus und die Aquaristik

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Projekt Besatzdichte

Beitragvon cirus » 17. Sep 2011 21:15

Hallo an alle

Die Diskussionen um die Empfehlung der Firma Stendker von Besatzdichte in Diskusaquarien haben mich bewegt eine Art Projekt, - man kann es auch Experiment nennen - zu starten.
Zurzeit pflege ich 7 Stendker Fische in einem 360 l Aquarium.
Um den Fressneid zu erhöhen und die Aggressivität innerhalb der Gruppe zu mindern und weil durch die Zuchtmethode der Firma Stendker die Fische resistenter sein sollen, werden für meine Aquariumgröße wesentlich mehr Tiere empfohlen.
In einem 180l Becken sollten laut Stendker 10-12 Fische gehalten werden. Diese Empfehlung gilt auch für ausgewachsene Tiere mit zusätzlichem Besatz, wie zum Beispiel einem Neonschwarm (50-80Tiere) oder 2-3 Pärchen Schmetterlingsbuntbarschen.
Für die doppelte Beckengröße, wie in meinem Fall wären das also 20-24 Fische.
Ich habe also zur Messe in Duisburg „Zierfische&Aquarium“ weitere 12 Diskus Farbschlag Blue Diamond bestellt, so dass ich sogar noch knapp unter der empfohlenen Besatzdichte bleibe.
Dennoch weit mehr als die von vielen Diskusliebhabern empfohlenen 50l je Fisch.
Insgesamt also 19 Fische auf 360l.

Projektaufbau:
Ich habe ein Online Album, ähnlich einer Website ins Internet eingestellt.
Unter „Projekt Besatzdichte“ werde ich periodisch für ein Jahr alle nennenswerten Vorkommnisse per Video und Bildern festhalten.

Bereits aktuell habe ich das Aquarium so wie es jetzt läuft per Video eingestellt. Da Video und Fotografie meine Hobbies sind, ist die Qualität der Aufnahmen sehr gut.

Link: http://cirus-nassi.magix.net/startseite

Hier noch einige Daten zu meinem Aquarium:

Beleuchtungszeit 11 Stunden am Tag mit 2x54W Leuchtstoffröhren ohne Reflektoren.
Wasserwechsel mache ich zurzeit wöchentlich 50%.
Ich füttere ausschließlich mit Stendker Good Heart (selbstverständlich aufgetaut). Beifische sind ein Paar bolivianische Buntbarsche und 7 Stück Corydoras Sterbai.
Diese bekommen kein extra Futter. Es läuft übrigens noch ein Juwel Innenfilter mit.

Wasserwerte: sowohl vor, als auch nach dem Wasserwechsel:
4°dGH
2-3°dKH
pH 6,8
Temperatur: 28,8°C
Leitwert 130 mikroSiemens (dieser Wert steigt sehr leicht nach einer Woche an)
Alles Weitere ergibt sich aus dem Video.

Ich werde das Volumen des Wasserwechsels langsam reduzieren.
Ich plane einen wöchentlichen Wasserwechsel von20%, aber nicht sofort, weil ich jüngere Fische bestellt habe, welche noch häufigere Wasserwechsel benötigen.

Das Projekt kann natürlich keinen wissenschaftlichen Beweis erbringen.
Es soll einfach nur zeigen, dass die empfohlene Besatzdichte bei den empfohlenen Hälterungsbedingungen mit relativ wenig Aufwand bei einem durchschnittlich begabten Diskushalter klappen kann.
Es ist auch klar, dass es auch bei einem positiven Resultat einige Kritiker geben wird oder solche, die das Resultat anzweifeln. Ich werde versuchen mich bei den Diskussionen zurückzuhalten.

Ich ziehe natürlich auch in Betracht, dass die ganze Sache schief gehen könnte. In letzter Konsequenz würde ich dann einen Teil der Fische wieder abgeben. Ich werde meine Tiere auf keinen Fall leiden lassen und werde das Projekt bei ernsthaften Problemen, welche durch die Besatzdichte verursacht werden abbrechen. Da ich relativ zentral in Deutschland wohne (nahe Frankfurt), werde ich wohl schnell Abnehmer finden, zumal ich keinen Profit machen möchte.

Um es klar zu sagen:
Das Projekt ist absolut nicht kommerziell.
Mein Ziel ist es nicht Werbung für die Firma Stendker zu machen.
Ich bekomme die Fische übrigens auch nicht direkt von Stendker, sondern über die Firma „Diskus-Direkt“ und habe für die Tiere bezahlt.

Ich möchte einfach nur, dass es meinen Tieren so gut wie möglich geht, um noch lange Freude an ihnen zu haben. Und wenn einer der angesehensten Diskuszüchter eine Empfehlung abgibt, dieser Empfehlung aber die meisten nicht folgen, dann interessiert es mich schon, ob es den Fischen dann schlechter, gleich gut oder besser geht.

In diesem Sinne
mit freundlichen Grüßen

Cirus Nassi
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon big-daddy » 18. Sep 2011 08:20

Guten Morgen Cirus,

muss erstmal an dieser Stelle sagen, das deine Diskus wirklich toll aussehen, sind ja wirklich Prachtkerle.

Zu deinem Projekt stehe ich persöhnlich eher was skeptisch zu. Wie mir scheint fühlen sich deine 7 Racker sehr wohl in deinem jetzigen Becken, was man ja auf deiner tollen Seite auch sehr gut sehen kann an den Bildern und Videos.

Im Grunde muss ich dich fragen, warum willst du nun durch ein Experiment dies nun evtl. aufs Spiel setzen? Was ich im Moment nicht klar rauslesen kann, wieviele Diskus willst du nun genau noch zu den 7 vorhanden beisetzen?

Wie woanders hier in einem Thread schon von mir erwähnt, kann ich zu den Stendker Diskus rein nichts sagen, weil ich noch nie welche hatte oder mal woanders bei jemanden gesehen habe. Die Diskus, wie auch deine, die ich bisher immer mal wieder auf Bildern gesehen habe, sehen Ordentlich aus, also da kann man Objektiv gesehen nichts Negatives sagen. Nur man sollte tunlichst bedenken, Herr Stendker mit seiner Firma ist sicher ein erfolgreicher Züchter, aber niemand kann wirklich genau sagen, wie lange ein so hoher Besatz in seinen Anlagen zusammen aufgezogen/gehältert werden. Hier fehlt der Langzeittest, den du nun mal angehen willst. Ich glaube nicht, das bei Herrn Stendker Diskus 1 Jahr zusammen gehältert werden, er ist ja im Prinzip ein Geschäftsmann, der eben schaut, das seine Nachzuchten auch schnell verkauft werden und dies geschieht sehr schnell.

Ich bin sicher, das du schon was länger Diskus pflegst und auch entsprechend dich um sie kümmerst, nur egal wie dein Projekt ablaufen wird, finde ich zwar die Idee vom theoretischen sicher Interessant, aber bedenke dabei bitte, das du hier mit Lebewesen dieses Projekt real ausprobieren willst. Diskus können auf einen längeren Zeitraum auch viel Aushalten und nicht immer ist sofort erkennbar, das evtl. was im argen liegt. Da ein solches Projekt wohl erst auf einem längeren Zeitraum Erkenntnisse liefern wird, kann es schon evtl. recht früh zu Problemen kommen, was man aber nicht sofort regestrieren kann als Halter.

Will hier aber nicht den Finger heben und Mahnen, sondern nur bitten, das du bedacht an die Sache rangehst. Mir persöhnlich wäre es einfach zu Riskant. Es wäre nett, wenn du angefangen hast, das du auch hier deine Beobachtungen festhälst. Den ein oder anderen kann es ja evtl. echt Interessieren.

Gruß
Uwe
Viele Grüße
Uwe
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon cirus » 18. Sep 2011 08:45

Hallo Uwe
Was ich im Moment nicht klar rauslesen kann, wieviele Diskus willst du nun genau noch zu den 7 vorhanden beisetzen?


Ich werde zu den vorhandenen 7 Diskus noch 12 hinzusetzen, so dass es dann insgesamt 19 Tiere auf 360l sein werden.
Ich beobachte meine Aquarien täglich mindestens 15-20min, meistens aber noch mehr. Ich bin mir der Verantwortung durchaus bewusst und werde wie gesagt bei ernsthaften Problemen das Projekt abbrechen.
Gruß
Cirus
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon Andreas_CH » 18. Sep 2011 14:01

Hallo Cirus

Ich habe ein ähnliches Projekt laufen, nur dass bei mir 20 Tiere in einem 1000 Liter Becken (160x100x65) schwimmen. Schon das halte ich für einen hohen Besatz. Ich würde diese Anzahl Tiere niemals in einem kleineren Becken halten und 360 Liter sind meiner Ansicht nach für die Diskushaltung sowieso zu knapp (die 50 Liter pro Fisch Regel ist ja gut und recht, aber irgendwo gibts eine Mindestbeckengrösse, die nicht unterschritten werden sollte). Ich mache lieber meine eigenen Erfahrungen und geniesse Tips von Züchtern, welche Diskus in sehr grossen Mengen nachziehen und ein entsprechendes Verkaufsinteresse haben, mit Vorsicht. Kann gut sein, dass es über kurze Zeit funktioniert, aber was ist mit der Wasserbelastung? Du planst 20% Wasserwechsel die Woche? Das kann nicht gut gehen! Algenprobleme dürften jedenfalls vorprogrammiert sein, im besten Fall. Und was, wenn 1 oder evt. sogar 2 Paare ablaichen werden?

Viele Grüsse, Andreas
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon cirus » 18. Sep 2011 17:40

Hallo Andreas
Ich hatte schon damit gerechnet, dass der eine oder andere die Prognose abgeben wird, dass die Sache nicht gutgehen kann.
Ich finde es auch gut und richtig, dass du deine Meinung dazu äußerst, dazu ist das Forum ja letztlich da.
Aber dennoch ist es nur deine Ansicht und deine Prognose. Auf welche deiner Erfahrungen stützt sich diese Prognose?
Ich habe mich auf den Weg gemacht, um später von meinen Erfahrungen berichten zu können und werde Erfolge, Probleme, neue Situationen usw wahrheitsgemäß dokumentieren.
Gruß
Cirus
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon malu » 18. Sep 2011 19:32

Hallo Cirrus,

ich denke dein Projekt wird funktionieren.

Habe schon des öfteren Becken bei Züchtern gesehen(nicht Stendker) die um ein vielfaches mehr besetzt waren.
Da wren auch semiadulte Tiere dabei, und die Zahl ging gegen 100. Und auch das funktionierte. Und laut Aussage des Züchters wurde auch nicht mehr wie 20-30 % die Woche gewechselt.

Natürlich ist ein Schaubecken und ein sterilles Hälterungsbecken anders zu bewerten.


mfg

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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon Dani81 » 18. Sep 2011 20:34

Hey,

um auch mal meine unqualifizierte Meinung hier ab zu geben:

Ich bin mir wie die meisten hier sicher, dass es gut geht und die Tiere sich halten lassen.
Für mich ist es vergleichbar mit Schweinemast oder Legebatterien. Auch das funktioniert. Du schreibst dass du dass ganze abbricht bei ernsthaften Problemen ... Wenn ein Diskus dass bekommt was er zum überleben braucht wirst du nichts negatives sehen.
Ich finde das ganze höchst fragwürdig. Wozu probierst du aus ob Diskus eine nicht Artgerechte haltung überleben?

Also ich finde den "Versuch" völlig neben der Spur und denke man kann auch was besseres mit seiner Zeit / Geld anfangen.

LG Dani
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon cirus » 19. Sep 2011 06:56

Hallo Dani

Ich bin mir wie die meisten hier sicher, dass es gut geht und die Tiere sich halten lassen.
Für mich ist es vergleichbar mit Schweinemast oder Legebatterien. Auch das funktioniert. Du schreibst dass du dass ganze abbricht bei ernsthaften Problemen ... Wenn ein Diskus dass bekommt was er zum überleben braucht wirst du nichts negatives sehen.
Ich finde das ganze höchst fragwürdig. Wozu probierst du aus ob Diskus eine nicht Artgerechte haltung überleben?


Die Frage was eine artgerechte Haltung ist, ist hier die Frage aller Fragen. Der Diskus ist ein Schwarmfisch. In der Natur findet man nur selten Gruppen unter 10 Tieren. Die Themen Fressneid und soziales Verhalten sind ja genau der Grund für mein Vorhaben.
Deine Vergleiche mit Massentierhaltungen finde ich daher sehr unpassend.
Man wird sehen wie die Tiere sich entwickeln. Was du machst ist eine Prognose abzugeben. Aber woher weißt du, dass deine Diskusgruppe sich unter deinen Hälterungsbedingungen wohler fühlt, als in einer größeren Gruppe?

Also ich finde den "Versuch" völlig neben der Spur und denke man kann auch was besseres mit seiner Zeit / Geld anfangen.

Dieser Kommentar ist nur polemisch und tut nichts zur Sache.
Gruß
Cirus
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon Pascal Böhm » 19. Sep 2011 08:20

Hallo cirrus,

ich denke wenn du das gewissenhaft durchziehst wird das funktionieren....

habe zu meinen zuchtzeiten auch in 200 l becken aufgezogen,
dort hatte ich auch öfters 50-60 tiere um die 10-12 cm in einem becken mit 200litern stehen,
gefiltert mit 2 luftschwammfiltern und wöchentlichen wasserwechsel (gut ich hab ca 70% gewechselt)
aber es war sehr viel fisch auf sehr wenig wasser... und viel rinderherz..
gehen tut das sicherlich- ein optisch schönes harmonisches becken sieht aber anders aus....
artgerechtes Hunde und Katzenfutter bequem nach Hause
http://www.reico-vital.com/pboehm
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon Ireneus » 19. Sep 2011 08:24

Guten Tag Cirus

Wie groß / alt sind denn die jungen Tiere, die Du noch hinzu setzten willst ?
Wenn sie bereits 8cm haben und (D-Direkt) von Stendker kommen sollte doch eine langsame Reduzierung der WW gar nicht notwenig sein. Stendker spricht ausserdem nicht von 20% WW wöchentlich, sondern von nur 10%. Also runter mit der Menge des WW und schauen, ob, wie angegeben, die 8cm Minis trotzdem weiter wachsen !?!?

Leider kann ich das Video (noch) nicht starten, deshalb meine Frage zur Filterung:
Wird mit einer Bodenfilterung gearbeitet ? - Ausserdem sollte der Innenfilter raus, um genau die gleichen Bedingungen zu erreichen, wie von Stendker angegeben.

Du fragst Andreas, auf welche Erfahrungen er sich stützt. Wohl wahrscheinlich auf seine eigenen.
Aber auf welche Erfahrungen stützt sich Herr Stendker ?
In einem anderen Forum läst sich übrigens Frau Stendker beraten (um es in der Sprache von Facebook auszudrücken : finde ich gut) und hat bereits eingeräumt die WW auf 30% wöchentlich zu erhöhen.

Den Kommentar von Dani finde ich überhaupt nicht polemisch.
Sie drückt einfach nur aus, was sie denkt - das wird doch hoffentlich erlaubt sein, oder ?
Es wird doch wohl auch Gegner Deines Versuches geben dürfen.

Ich finde Deinen Versuch, wenn Du genau so vorgehst, wie von Herrn Stendker angegeben, gut.
Allerdings teile ich nicht die Meinung, dass es klappen wird.
Nicht wegen der Besatzdichte, sondern wegen der Wasserpflege.

Also bitte halte uns ehrlich auf dem Laufenden und greif bitte Diskusfreunde, die Deinem Versuch skeptisch gegenüber stehen nicht derart scharf an - besten Dank !
Biss Baldt...

Ireneus
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon big-daddy » 19. Sep 2011 08:31

Guten Morgen.

Cirus es stimmt wohl, das der Diskus in seinen Natürlichen Habiat in grösseren Schwärmen lebt. Hier ist der Vergleich zu unseren Aquarien aber in keinem Fall gegeben, es gibt nur recht wenige Diskusverrückte die ein >3 Meter Becken sein eigen nennen können.

Gut der Vergleich mit Legebatterien hört sich krass an, aber im Endefekt ist das in meinen Augen gut zu vergleichen. Man sieht ja immer wieder Vids auf Youtube und Co, wo in Thailand und keine Ahnung wo noch überall, Diskus in Massen gehältert werden. Da in diesen Regionen Wasser, Betriebskosten und Löhne relativ niedrig sind, wird da eben auf recht geringen Raum massig gezüchtet. Manchmal denke ich mir dabei dann immer, am besten noch mal 50 dazusetzen, dann können die Diskus vor lauter Platzmangel auch nicht mehr umkippen. Ok, das ist nun Ironie von mir, aber das sind ganz klar für mich keine Artgerechte Bedingungen mehr in meinen Augen. Da können die von mir aus täglich 100 x das Wasser komplett neu wechseln und auch die Wasserwerte können von mir aus Top sein.

Ob nun kleinere Gruppen sich wohler fühlen als größere wird man nie Erfahren können, außer man wird zum Diskusflüsterer und die Fische können das dann einem mitteilen :wink:. Wir als Diskushalter orientieren uns nur an den Dingen die wir sehen und messen können, nur ob das alles auch Objektiv genug ist? Auch du wirst in deinem Versuch das niemals rausfinden können, davon bin ich relativ überzeugt. Jeder Aquarianer wird diese Thematik aus anderen Augen sehen und beurteilen, was Herrn A gefällt, muss Herrn B noch lange nicht gefallen. Herr A sagt "Der Besatz ist doch Optimal", Herr B sagt darauf "Hm, wo ist denn hier noch das Wasser bitte, oder stehen Ihre Fische nur immer wie angeklebt an einem Fleck". Glaube, da könnte man dicke Bücher drüber schreiben.

Ich habe in meiner auch nun schon recht langer Zeit mit/um den Diskus viel Erlebt und mitgemacht, wie Überbesatz in Anfangszeiten, falsche Beifische etc. pp. und bin relativ sicher, das man hier den Besatz schon seinem Becken anpassen sollte und nicht auf Verdeih andersrum das ganze Angehen sollte. Ich finde aber auch, das ein kleiner Überbesatz, die diese 50 oder 60-70 Liter regelt aushebelt, mitterweile noch vertretbar. Aber auch nur, wenn man schon was Erfahrender ist und auch entsprechend das drum herum was beherscht, im Bezug auf Filtertechnik, Wasserwerte, Wasserchemie, Fütterung und sogar Einrichtungsvarianten. Für Diskusleulinge würde ich sowas eher als bedenklich ansehen, aber auch dies ist nur eine Ansicht von einem Diskuspfleger unter tausend anderen die es gibt.

Das dieser Versuch von Dir auch auf Missverständis stoßen wird, war auch vollkommen klar, aber genauso wird es sicher viele hier Interessieren wie das ganze auf längere Sicht ausgehen wird. Solange sich hier die Leute nicht anmotzen und einigermassen Ordentlich das Thema behandeln ist das ja auch OK.

Also viel Erfolg bei deinem Versuch.

Gruß
Uwe
Viele Grüße
Uwe
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon mpspnpmpcp » 19. Sep 2011 09:09

Hallo Cirus,

ich finde dein Projekt richtig klasse!
Ich selbst habe ein 270L Becken abzüglich Einrichtung vielleicht nur noch 220L und halte 7 fast ausgewachsene Diskus + Neon + Welse + Garnelen ohne Probleme. Das Becken ist bepflanzt und WW wird 40L/Woche gemacht.
Was nützt mir, wenn ich irgendwelche "Regeln" 50L/Fisch (wer hat diese Regeln überhaupt festgelegt?) befolge, mich aber um meine Fische nicht kümmern tue.
Ich denke es ist so mancher Fisch in einem kleinen aber gepflegten Becken glücklicher wie 10 Tiere auf 1000L wo der Pfleger denkt, bei der Besatzdichte läuft es von alleine.
Ich denke das Problem liegt zu 100% an dem Pfleger und nicht an der Beckengröße.
Schöne Grüße
Marian
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon Red Melone » 19. Sep 2011 09:19

So sehe ich das auch , Wasserpflege und gute Filterung ist das a und o. Ich selbst habe zurzeit 10 eigene Nachzuchten. 10 bis 12 cm in einem Bepflanzten 300 l Becken und es läuft super. Ich ziehe all meine Nachzuchten in bepflanten Becken groß.
Ich hab top Wasserwerte und Kristalklares Wasser. In einem anderen Bepflanztem 300l Becken halte ich 8 ca 16bis 18cm große Disken auch ohne Probleme. Wasserwechsel 1mal die Woche 50%.


Gruß Andreas.
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon Robert B » 19. Sep 2011 10:02

Hallo Cirus,

die Besatzdichte die du vorhast und weitaus höhere sind bei Züchtern absolut normal. Von daher absolut nichts Neues. Allerdings geht das nicht in Kombination mit 10% Wasserwechsel pro Woche. Wenn schon, solltest du dich da auch konsequent an die Stendker Angaben halten. Oder sind die 20% schon ein Zugeständnis dass es ganz so doch nicht klappt?
Glaubst du nicht auch, dass schon viele Züchter versucht haben die Wasserwechselmengen aus Kosten- und Bequemlichkeitsgründen soweit wie möglich herunterzudrücken? Wenn sie letztendlich dann doch bei täglichen oder zumindest mehrmals wöchentlichen Wasserwechseln angelangt sind, wird das schon seinen Grund haben.

Die Frage was eine artgerechte Haltung ist, ist hier die Frage aller Fragen. Der Diskus ist ein Schwarmfisch. In der Natur findet man nur selten Gruppen unter 10 Tieren. Die Themen Fressneid und soziales Verhalten sind ja genau der Grund für mein Vorhaben.
Der Diskus ist kein Schwarmfisch. Der Diskus lebt in seiner Jugend und in der Trockenzeit in größeren Gruppen. Gerade für die Jungfische sind die Argumente bgzl. Fressneid und größeres Sicherheitsgefühl in einer großen Gruppe richtig. Aber zur Regenzeit, wenn sich die Fische vermehren wollen, lösen sich die Gruppen auf und es bilden sich Pärchen die Reviere beanspruchen. D.h. das Argument die Diskus leben in der Natur in größeren Gruppen gilt nur für die Hälfte des Jahres. In der anderen Jahreshälfte gilt das Gegenteil. Wie willst du dem bei der von dir geplanten Besatzdichte nachkommen?

Ich denke, dass junge Fische sowas eine Zeitlang aushalten. Allerdings weiß ich nicht, wieso man versuchen will die Grenzen auszuloten, wo Diskus gerade noch überleben können. Solche Fragestellungen können ja für die kommerzielle Fischzucht von Interesse sein. Für mich als Hobbisten stellt sich Diskuspflege anders da. Ich habe nicht das Ziel meine Fische mit einem Minimum an Aufwand zu pflegen, sondern mir macht das Hobby Spaß und ich bin auch gerne bereit etwas mehr Aufwand zu betreiben wenn es den Fischen dadurch gut / besser geht. Und die Erfahrung vieler hat gezeigt, dass es mit viel frischem Wasser deutlich besser funktioniert. Weiter oben hast du dich doch auf die Natur berufen. Da gibt es ganz andere Mengen an frischem Wasser und um mehrere Zehnerpotenzen geringere Keimdichten als im Aquarium. Warum willst du hier nicht ebenfalls versuchen der Natur ein Stückweit nachzueifern?
Interessant wäre nicht nur wie junge und daher noch immunstarke Diskus damit klar kommen, sondern noch mehr, wie sich die Diskus mit 4-5 Jahren, also in einem Alter wo sie langsam anfälliger werden auf deine Pflegebedingungen reagieren. Auch die ausschließliche Rinderherzfütterung halte ich mit zunehmendem Alter der Diskus für immer problematischer.

Dein "Experiment" ist für mich leider absolut nichts Neues und wird auch keine neuen Einsichten vermitteln. Sehr schade, dass du alle Argumente dagegen abtust und dich nicht davon abbringen läßt das durchzuziehen. Nach meiner Meinung wird das ausschließlich auf dem Rücken der Tiere austragen. Dafür habe ich absolut kein Verständnis!

Ich kann nur hoffen, dass sich nicht der eine oder andere Einsteiger durch dein Beispiel ermutigt fühlt dem nachzueifern.

Gruß,
Robert
Viele Grüße,
Robert
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Re: Projekt Besatzdichte

Beitragvon cirus » 19. Sep 2011 10:49

Hallo Robert
Hallo Cirus,

die Besatzdichte die du vorhast und weitaus höhere sind bei Züchtern absolut normal. Von daher absolut nichts Neues.

und
Dein "Experiment" ist für mich leider absolut nichts Neues und wird auch keine neuen Einsichten vermitteln.

Dann hast du das also unter Hobbybedingungen ausprobiert, oder woher weißt du was passieren wird?
Oder sind die 20% schon ein Zugeständnis dass es ganz so doch nicht klappt?

Teilweise richtig. Im Interview sagte Herr Stendker, dass ein höherer Wasserwechsel bestimmt auch nicht schadet. Ich möchte mich nicht an den Maximalwerten was Wasserwechel und Besatzdichte angeht halten.
Der Diskus ist kein Schwarmfisch. Der Diskus lebt in seiner Jugend und in der Trockenzeit in größeren Gruppen. Gerade für die Jungfische sind die Argumente bgzl. Fressneid und größeres Sicherheitsgefühl in einer großen Gruppe richtig. Aber zur Regenzeit, wenn sich die Fische vermehren wollen, lösen sich die Gruppen auf und es bilden sich Pärchen die Reviere beanspruchen. D.h. das Argument die Diskus leben in der Natur in größeren Gruppen gilt nur für die Hälfte des Jahres. In der anderen Jahreshälfte gilt das Gegenteil. Wie willst du dem bei der von dir geplanten Besatzdichte nachkommen?

Ich gebe zu den Begriff Schwarmfisch hier zu leichtfertig angewandt zu haben. Aber das ändert doch nichts an den Tatsachen. Und wenn jemand nicht gerade über eine größere Anzahl an Becken verfügt, wird keiner den jahreszeitlichen Wechsel simulieren können.
Wofür auch, wenn nicht für die Zucht, wo es ganz sinnvoll und gewünscht ist, wenn ein Paar allein gehalten wird? Es geht um das soziale Verhalten. Das ist bei vielen kleinen kleineren Fischen ganz ähnlich: wenn man zwei der gleichen Art hält bekämpfen sie sich häufig, hält man dagegen mehr in einem Becken hört das Gezänk auf.
Das - so Herr Stendker - ist auch bei einer größeren Besatzdichte in einem Diskusbecken zu erwarten.
Ich denke, dass junge Fische sowas eine Zeitlang aushalten. Allerdings weiß ich nicht, wieso man versuchen will die Grenzen auszuloten, wo Diskus gerade noch überleben können. Solche Fragestellungen können ja für die kommerzielle Fischzucht von Interesse sein. Für mich als Hobbisten stellt sich Diskuspflege anders da. Ich habe nicht das Ziel meine Fische mit einem Minimum an Aufwand zu pflegen, sondern mir macht das Hobby Spaß und ich bin auch gerne bereit etwas mehr Aufwand zu betreiben wenn es den Fischen dadurch gut / besser geht.

Auch ich bin bereit einen größeren Aufwand zu machen und natürlich möchte ich ebenfalls, dass es den Tieren gut geht. Und von Grenzen ausloten habe ich nichts geschrieben. Wenn aber ein sehr angesehener Diskuszüchter feststellt, dass man sich an bestimmte Rahmenbedingungen bezüglich der Hälterung halten soll, dann könnte da doch vielleicht an dieser Empfehlung was dran sein...?
Weiter oben hast du dich doch auf die Natur berufen. Da gibt es ganz andere Mengen an frischem Wasser und um mehrere Zehnerpotenzen geringere Keimdichten als im Aquarium. Warum willst du hier nicht ebenfalls versuchen der Natur ein Stückweit nachzueifern?

Ich habe mich auf die Natur berufen, was das soziale Verhalten angeht. Ein Aquarium ist immer ein künstlicher Lebensraum und da kann man die Natur nicht 100% simulieren.
Beispiel: In Eilat (Israel) gibt es ein Riesenaqurium mit Weßspitzenriffhaien und anderen Arten. Die pumpen aus dem 100m gelegenen roten Meer ständig Frischwasser ins Aquarium und habe trotzdem Probleme mit ihren Wasserwerten gehabt (kleine Anekdote).
Sehr schade, dass du alle Argumente dagegen abtust

Ich tu gar nicht ab, sondern versuch zu argumentieren und vor allem nicht nur theoretisch, sondern in der Realität.
Mag sein, dass die ganze Sache nicht funktionieren wird und dann komme ich auch schließlich zu
Nach meiner Meinung wird das ausschließlich auf dem Rücken der Tiere austragen. Dafür habe ich absolut kein Verständnis!

Ich kann nur hoffen, dass sich nicht der eine oder andere Einsteiger durch dein Beispiel ermutigt fühlt dem nachzueifern.

Ich stelle nun zum wiederholten Male fest, dass ich bei Anzeichen von Problemen, welche sich auf die Besatzdichte zurückführen lassen oder eine solche Vermutung zulassen abbrechen werde.
Gruß
Cirus
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