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Beitragvon jgottwald » 9. Feb 2005 18:54

Wasseraufbereitung mit der Osmoseanlage

In vielen Gegenden ist eine Wasseraufbereitung nötig und vielfach wird die Osmoseverwendet, ohne zu Wissen wie sie viellleicht besser funktioniert .Schuld daran sind oft Anleitungen die 1:1 aus dem englischen übersetzt wurden, Verkäufer die aus Unkenntniss diese verwenden bzw. ein Halbwissen vorweisen und es weitergeben.
Grundsätzlich gilt:
Die Membrane ist nichts anderes wie ein ganz feines Sieb, wenn hier unter Druck das Wasser „durchgepresst“ wird, hält sie ca. 90-95% (+-3%) aller Schadstoffe zurück. Dadurch wird der PH Wert in der Regel nicht verändert, Aussagen darüber sind nicht haltbar.
Das sogenannte Abwasser verhindert, das sich die Membrane mit „Schadstoffen“ zusetzt, da es die zurück gehaltenen Partikel wegschwemmt.
Osmosewasser ist ein Wasser das dem destelliertem Wasser nahe kommt, es sollte daher bei Gebrauch mit Leitungswasser verschnitten oder mit sogenannten Diskussalzen versetzt werden.
Die Leistung einer Membrane wird in GPD angeben, d.h .Gallones per day. EineGallone hat 3,8 ltr also die GPD Zahl immer mal 3,8 nehmen und man erhält den Wert der Membrane, die sie bei 25° Wassertemperatur und 3,5 bar (50PSI) am Tag leistet. Eine 100 GPD Membrane leistet so 380 ltr pro Tag in Deutschland sind es in der Regel 200 ltr/pro Tag. (kälteres Wasser).
Wer meint, mit warmen Wasser klappt alles besser, sollte vorsichtig sein. Schon bei 35° sind die Membranen hin, das passiert schnell ! Ferner hat die Membrane bei warmem Wasser einer geringere Rückhaltequote.
Je höher der Druck, desto besser „arbeitet“ die Membrane. Spezielle Pumpen bringen den Druck auf 15 oder mehr bar hoch und erreichen so enorme Werte.
Ich warne aber vor Umrüstungen einfacher Anlagen! Schon bei 10 bar können die Membranrohre und die Inlinefilter platzen! Inlinefilter halten in der Regel einem Druck von 125 PSI stand. 1 bar = 14,1 PSI
Verwendet wird heute fast nur noch die TFC Membrane, diese ist anfällig gegen Chlor, bringt aber viel Wasser. Der Markführer bei Membranen ist Filmtec, allerdings verwendet er Folie von DOW, wie viele andere Hersteller. Deswegen: Vorsicht bei Anbietern mit sogenannten Supermembranen!
Beim Kauf einer Osmoseanlage sollte man bedenken, das bei der Herstellung von Osmsoewasser Abwasser anfällt und dies irgendwo hin muß. Ferner darf die Membrane nach Erstgebrauch nicht mehr austrocknen.
Es gibt 3 Arten wie ich eine Osmose betreiben kann : einmal mit dem Leitungsdruck, einmal mit Boosterpumpe und mit der Permeat Pumpe. Eine Anlage ohne Boosterpumpe braucht bei normal hartem Wasser ein Rein/Abwasserverhältniss von 1:4, eine mit Boosterpumpe 1:3 . Bislang hat sich die Permeat Pumpe entgegen „blumiger“ Versprechungen der Hersteller nicht durchsetzen können, das hat auch seinen Grund. Im Bereich Aquaristik bringt sie erwiesenermaßen keine Vorteile, allerdings auch keine Nachteile. Anlagen mit einen Rein/Abwasserverhältnis von 1:2 oder sogar von unter 1:1 verlangen einen hohen technischen Aufwand, oder ein sehr weiches Wasser. Ein einfaches Dual TDS Messgerät, das oft als Computer angeboten wird, reicht dazu bei weitem nicht.
Bei den Filtern gibt es ebenfalls 2 Arten: einmal die sogenannten Inline Filter, bei denen des ganze Filterelement getauscht wird zweitens die Filter, wobei nur das Filterteil getauscht wird. Diese Filter müssen regelmäßig gewechselt werden, da sie Grobschmutz von der Membrane halten! Hierbei gilt: je kleiner der Filter desto öfter wechseln! Ein 10 Zoll Inline Filter ist max. ½ so groß wie ein 10 Zoll Vorfilter und wesentlich teurer!
In der Regel sind günstige Osmoseanlagen heute mit sogenannten Durchflußbegrenzern ausgestattet, die bei ca. 4 bar automatisch ein Reinwasser/Abwasser Verhältniss von 1:4 herstellen. Solche Anlagen sind allerdings nicht ohne weiteres auf andere Membrangrößen umrüstbar. Bei normal hartem Wasser ist diese Bauweise allerdings ausreichend.
Ohne Einrichtung zu sogenannten Spülen sind solche Anlagen in der Regel Weg-werfanlagen. Das sogenannte Spülen dient dazu, Partikel von der Oberfläche der Membrane wegzuspülen, ähnlich wie es ein Hochdruckreiniger mit Dreck von einer glatten Fläche tut. Das Spülen sollte 1x im Monat ca. 15-30 Minuten geschehen!
Wer „weiches“ Wasser hat, sollte unbedingt ein variables Spülventil verwenden, um das Verhältnis auf 1:3 oder sogar 1:2 anpassen zu können.
Ein Manometer ist nicht unbedingt zum Betrieb, allerdings zur Überwachung und Kontrolle der Anlage erforderlich.
Für die Aquaristik reichen Anlagen mit 2 Vorfiltern, bitte ignoriert Sprüche von Verkäufern, die meinen 7-10 stufige Anlagen wären besser. Das sind Argumente von Verkaufsschulungen, ebenso wie die Aussage, das solche Anlagen nicht Trinkwasser geeignet sind.
Für den normalen Benutzer gibt es heute eine Menge Anlagen. Allerdings sind die meisten angeblichen Hersteller keine , sie importieren oft nur die Anlagen containerweise aus Fernost oder Amerika, Ersatzteile nicht .Wer bei einer Osmoseanlage von 50-100 Euro einen Ersatzteilservice erwartet, liegt falsch. Ein einfacher Test: fragt mal nach einem längeren Anschluß von ca. 5 mtr.! Dem Kunden kommt aber zugute, das viele Komponenten in den unterschiedlichsten Anlagen verbaut sind . So hat ein normales Membrangehäuse fast immer die gleichen Anschlüsse, ebenso ein Vorfiltergehäuse.
Wenn ihr eine neue Anlage erwerbt, das Wasser der ersten beiden Betriebsstunden muß verworfen werden! Das liegt daran, das die Membrane speziell mit einer nicht gerade „netten“ Konservierungsflüssigkeit behandelt wurde. Ferner sind da noch die
Schmutzstoffe aus den Schläuchen und Rohren, sowie die Vaseline von den Dichtungen .
Gebrauchte Anlagen sind mit Vorsicht zu genießen! Wenn man den Verkäufer gut kennt, kann man auf sein Wort vertrauen. Sollte man ihn nicht kennen, kalkuliert immer eine neue Membrane und Vorfilter mit ein! Vor Erstbenutzung bitte die Membranrohre reinigen. Ferner darf die Membrane nicht trocken geworden sein. Hier gilt : die Anlage ruhig 15-30 Minuten lang spülen.
Ich möchte hier nicht auf das für und wieder der Osmose eingehen. Diese Entscheidung sollte jedem selbst überlassen werden! Jede Art der Wasseraufbereitung hat ihre Vor bzw. Nachteile. Die Aussagen von ein paar Leuten, das sich ein falsches Ionenverhältnis negativ auf die Fische auswirken soll, sind in meinen Augen reine Theorie.
Diese Abhandlung bezieht sich auf normale handelsübliche Anlagen mit sogenanten 10 Zoll Membranen. Auf spezielle Anlagen kann ich bei Bedarf eingehen.
Hier mal die technischen Daten einer Filmtec Membrane, darunter ein Bild mit der Funktionsweise einer Membrane.
Grundlegende Dinge ändern sich eigentlich nie, aber da dieser Text schon ein paar Jahre alt ist, sind manche Dinge veraltet(so gibt es heute schon 200 GPD Membranen)
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