Hallo Diskusfreunde,
hier ein paar Tipps um die Bildqualität zu optimieren:
1. GRUNDVORAUSSETZUNGEN:
Licht, Speicher, einen halbwegs farbrichtigen Monitor.
Und die Geduld den folgenden, quälend langen Thread zu lesen...
2. EINSTELLEN DER LICHTEMPFINDLICHKEIT
Wenn Du auf Automatik stellst, wird die Kamera von selbst auf eine höhere Empfindlichkeit (400) umschalten, weil ja im Aquarium meist (ohne Blitz) keine optimale Beleuchtung vorliegt.
Das ist eigentlich richtig von der Kamera. Die höhere Empfindlichkeit erkauft man sich aber mit einem stärkeren Grundrauschen der Pixel, man verliert Schärfe.
Bei tollem Licht, die Empfindlichkeit manuell auf die unterste Stufe, ansonsten manuell auf Stufe 2 stellen (meist "200"). (Je nach Röhren/HQI, "hell" fängt bei 0,5-1 Watt Röhre pro Liter Aquarium an)
3. RAUSCHUNTERDRÜCKUNG
Wenn Deine Kamera Optionen wie "Noise Reduction" "Rauschunterdrückung" hat, würde ich sie aktivieren.
Digitale Schärfung würde ich mit Wert "mittel" aktivieren.
Profis schießen ungeschärft und schärfen später im Photoshop, das ist hier aber nicht notwendig.
4. DIGITALZOOM
Wenn Deine Kamera ein Zoom hat, würde ich das Digitalzoom ausschalten, solange Du keine Marienkäfer oder Kiemenwürmer fotografieren möchtest. Das Digitalzoom interpoliert Pixelinformationen, auch hier wird es unscharf.
5. BRENNWEITE & VERWACKELN
Je stärker Du zoomst, desto höher ist die Gefahr des Verwackelns. Am besten so nah wie möglich ran, so wenig Zoom wie nötig. Noch besser ist ein Stativ, ist halt etwas unflexibel.
6. AUTOFOCUS
Den Autofocus der Kamera auf Spot-Mode stellen. Hier verwendet die Kamera zur Schärfe und Belichtung nur das Motiv im Bildmitttelpunkt. Optimal ist dann die Kombi mit der Makrofunktion.
Verwendest Du keinen Spotmodus, errechnet die Kamera einen Durchschnitt über das Motiv. Hier werden eventuell unwichtige Bereiche zuleiden Deines eigentlichen Motivs optimiert.
7. WEISSABGLEICH
Die Digicam versucht intern einen automatischen Weißabgleich durchzuführen. Hier sucht sich die Kamera den hellsten Punkt und einen Mittelton heraus und setzt den hellsten Ton auf weiß und den Mittelton auf neutralgrau. Hierbei kann man z.B. auch unter einer eher gelb-orangen Glühlampe ein weißes Papier fotografieren.
Da es aber eine Automatik ist und sie nicht weiß ob z.B. Dein Bodengrund weiß oder hellgrau ist, kann die Automatik zu unerwünschten Ergebnissen kommen.
Gut ist hier ein Blick auf die Leuchtstoffröhren im Aquarium. Hier kann man die Farbtemperatur, eben die Farbe des Weißtons ablesen. (Bei "Osram 860" ist die "8" die Kennziffer für die Farbqualität (hier 1B), dann die "60" steht für 6000 Kelvin.
Man kann den Weißabgleich in der Kamera meist manuell auch steuern, bei Lampen mit 5000° Kelvin "Tageslicht" wählen, bei 7000° "Leuchtstoffröhre" und ab ca 3000° und weniger "Glühbirne".
Der Weißabgleich ist entscheidend für den gesamten farblichen Eindruck.
Die beste Farbwiedergabe haben übrigens Röhren mit der "9" als erste Ziffer. Dabei ist nicht die bunteste, sondern die ausgewogenste Farbdarstellung gemeint. (z.B. OSRAM 950 oder 960, für Phillips gibt es eine Entsprechungstabelle)
8. SPEICHERFORMAT
Viele Benutzer verwechseln BildGRÖSSE und BildQUALITÄT. Es gibt große Bilder, die durch zu starke Kompression beim JPEG starke Fragmente aufweisen. Deshalb lieber weniger Pixel schießen, dafür bessere Kompressionsmethode wählen. Oder noch besser, unkomprimiert schießen (TIFF).
9. BILDBEARBEITUNG
Zu erst Bild öffnen und als Tiff speichern. Wenn Du ein JPEG öffnest, es bearbeitest und es speicherst verliert es an Qualität. Jedesmal wenn Du es öffnest tut es das. Deshalb Bild als Tiff bearbeiten und erst zum Schluß als JPEG speichern.
Ein JPEG dessen Kompressionsrate auf einer Skala von 1-12 unter 9 liegt, leidet sichtbar unter Kompressionsverlusten.
Beim Speichern keine Farbprofile einbetten, die vergrößern nur unnötig die Datei fürs Web.
Vom "glätten" halte ich nichts, ist eigentlich nur um Kompressionsschäden auszugleichen.
Die Kompression ist Motivabhängig, wenn Du z.B. in einem Bild die Pflanzen im Hintergrund durch blaue Fläche ersetzt, wird die Datei kleiner.
10. MONITOR "HEIMANWENDER"
Beim Heimanwender den Monitor Lichtfarbe auch auf ca 6500° einstellen (direkt über das Menue des Monitors), Kontrast voll auf, Helligkeit auf 75%. Dann sollte halbwegs normales Arbeiten möglich sein. Erst dann kann man die Bildqualität beurteilen.
Profis kalibrieren visuell oder mit Messgerät.
11. AUSWAHL DER KAMERA
Gute Anhaltspunkte für die Bildqualität ist die Lichtstärke eine Objektivs. Ich habe z.B. eine Olympus C-4040-ZOOM die hat F 1,8, das ist für eine Digicam mit Zoom schon sehr gut.
Natürlich machen auch andere Objektive mit lichtschwächeren Objektiven gute Bilder, bei schlechten Lichtverhältnissen, sind die optischen Voraussetzungen halt besser...
Viel Spass damit!
Alex



