Kalibrierung mit Leitungswasser

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Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon bininga » 6. Aug 2017 18:44

Hallo zusammen

Mir ist heute mal so durch den Kopf gegangen, ob ich beim Kalibrieren des Leitwertmessgerätes evtl. einen Denkfehler habe.
Mein Leitungswasser hat ein eine KH von 17.8. Laut Wasserversorger kann es mal um 0.1 schwanken.
Wenn ich jetzt das Wasser bei 25 Grad messe, dann komme ich auf 587.4 PPM bzw 352.4 µS/cm.
17.8 x 33 x 0.6 Die >0.6< hab ich mir mal mit einer Kalibrierlösung errechnet um µS/cm zu erhalten.
Da das Leitungswasser ja immer gleich bleibt, habe ich so das Leitwertmessgerät kalibriert.
Hab ich jetzt einen Denkfehler oder nicht?

LG,
Fred
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon Markus » 7. Aug 2017 09:34

Hallo Fred,

es gibt fertige Kalibrierlösungen und die machen Sinn.
Ich weiß jetzt nicht, woher Du die 33 hast, falls das dein Umrechnungsfaktor für KH in µS/cm ist, vergiss das bitte, denn je nach Beschaffenheit des Wassers kann dieser Faktor sehr stark schwanken.
0.6 ....
Die Umrechnung µS in ppm ist auch nicht linear, ein einmal festgestellter Faktor kann bei einem anderen Wasser auch wieder anders aussehen.
So eine Hin- u. Herrechnung ist m.E. völlig ungenau, ich würde mir ein Leitwertmessgerät kaufen, was direkt in µS/cm misst.
Da die Leitwertmessung wesentlich verlässlicher als eine pH-Messung ist, reichen idR relativ billige Sticks, die man normalerweise nicht kalibrieren muss.

Gruß
Markus
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon bininga » 7. Aug 2017 10:40

Hallo Markus,

ich hab des Öfteren gelesen, dass man die Gesamthärte des Leitungswassers mit 33 multiplizieren muss, um den Leitwert zu ermitteln.
Beispiel anhand meines Leitungswassers:

Gesamthärte 17.8 x 33 = 587.4 ppm
587.4 ppm x 0.6 = 352.4 mS/cm Leitungswasser
Ich hab am Anfang mal das Leitwertmessgerät mit der mitgelieferten Flüssigkeit kalibriert und bin dabei auf das gleich Ergebnis gekommen. Da hatte ich noch ein Gerät, welches mit mS/cm angezeigt hat. Die >0.6< hab ich mir errechnet, so dass ich auf das gleiche Ergebnis Kalibrierflüssigkeit/ Leitungswasser (mS/cm) gekommen bin.
Wenn, wie gesagt, das Leitungswasser konstant ist, dann hätte ich doch einen guten Referenzwert und kann mir die Kalibrierlösung sparen. Die anderen Mineralien sind, laut Wasserversorger, konstant.
Beim Messen des Aquarium-Wassers gehe ich dann auch so vor.
Z.B.: 85 ppm : 0.6 = 141.6 mS/cm

LG,
Fred
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon otmar » 7. Aug 2017 10:47

Hallo Fred
Was ist denn nun 17,8 ,die KH wie oben geschrieben oder wie jetzt angegeben die GH ?
Das wäre schon ein Unterschied.Ich habe bei mir z.B. bei KH 4 und GH 8 210 µS/cm.
Schöne Grüsse aus der Eifel
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon bininga » 7. Aug 2017 11:01

Hallo Otmar,

die 17.8 ist die Gesamthärte des Leitungswassers.
KH, müsste ich nachschauen, liegt bei 15.

LG,
Fred
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon otmar » 7. Aug 2017 11:06

Hallo Fred
Alles klar . Ich war nur ein wenig irritiert. :wink:
Schöne Grüsse aus der Eifel
otmar
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon Markus » 7. Aug 2017 12:52

Hallo Fred,

ich hab des Öfteren gelesen, dass man die Gesamthärte des Leitungswassers mit 33 multiplizieren muss, um den Leitwert zu ermitteln.

Das ist ein Durchschnittswert zur groben Abschätzung. Er kann aber auch bei 20 oder auch bei 50 liegen, je nachdem, welche Stoffe in welchem Verhältnis vorliegen. Das hängt mit der unterschiedlichen Leitfähigkeit der Stoffe zusammen und wird, wenn ich mich richtig erinnere aufs Mol bezogen.
Aber mach, was Du willst. Für mich macht das keinen Sinn, denn ein Leitwertmessgerät wird in den seltensten Fällen so verstellt sein, dass Du es mit deiner "Kalibrierflüssigkeit" genauer einstellen kannst, sorry.

Schöne Grüße
Markus
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon bininga » 7. Aug 2017 13:27

Hallo Markus,

das ist eigentlich das Problem.
Ich muss das Gerät spätesten aller zwei Wochen neu kalibrieren.
Leitungswasser und Osmosewasser verändern sich nicht.
Und wenn, dann müssten bei Wasser dermaßen schwanken, was ich nicht glaube.
Hab mir jetzt aber trotzdem mal wieder eine Kalibrierflüssigkeit bestellt. Da bin ich auf jeden Fall auf der sicher Seite. :bier

LG,
Fred
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon bininga » 13. Aug 2017 09:54

Hallo zusammen

Also ich hab mir vor ein paar Tagen ein anderes Leitwert-Messgerät zugelegt, welches mir µS/cm anzeigt.
https://www.wasserladenonline.com/Trink ... eraet.html
Hab damit aus Neugier jeden Tag auch mein Leitungswasser gemessen, - ganz konstant.
Also könnte man doch wirklich, wenn man weiß, dass das Wasser konstant ist, als "Notlösung" das Wasser zum Kalibrieren nehmen. :wink:
Hab aber auch eine Kalibrierlösung, um auf der sicheren Seite zu sein.
Was mich jetzt an dem neuen Gerät etwas stutzig macht ist, dass es werksseitig mit bis 700µS/cm kalibriert ist. Hab ich da einen Denkfehler? Hab das Gerät mit der Kalibrierlösung (war nicht dabei) kalibriert. Also bei 25°C 1413 µS/cm, bei 21°C 1305µS/cm usw. - da passt alles, aber nicht mit den voreingestellten 700µS/cm. :roll: Was meinen die mit "vorkalibriert bis 700 µS/cm"?

LG,
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon DTMaahs » 14. Aug 2017 07:17

Hallo Fred

"....bis 700µS/cm kalibriert ist"
Das heißt das bis 700µS/cm die angegebene/versprochene Messgenauigkeit gewährleistet wird.

Der Leitwert schwankt bei mir schon ordentlich zwischen den Wasserwechsel.
Das liegt an der sich verschlechternden Wasserqualität durch Futter und Abfallstoffe im Wasser.
Von konstant kann da keine Rede sein.
Ich messe über permanent Sensoren Temperatur , pH , Leitwert und Redox über einen GHL ProfiLux 4.
Die Daten werden stündlich erfasst und weggeschrieben.
Somit habe ich tausende Daten über viele Monate bei denen ich Tagesabhängige Veränderungen durch Licht , Temperatur ( durch Nachtabsenkung ) Fütterung , Wasserwechsel , ..... erkennen kann.
Wie schon gesagt: "Von konstant kann hier keine Rede sein"
Gruß Ditmar
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon bininga » 14. Aug 2017 11:46

Hallo Ditmar,

ich meine auch mit "konstant" das Leitungswasser.

LG,
Fred
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon DTMaahs » 15. Aug 2017 07:39

Hallo Fred

Das hatte ich schon so verstanden.

Bin da ganz bei Markus.

Wasser ist nicht sehr stabil sobald es mit der Umwelt in Berührung kommt.
Die Frage ist wie genau deine Messwerte sein sollen.
Kalibrierflüssigkeit hat nicht zufällig einen Leitwert von 1431µS/cm.
Gruß Ditmar
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon bininga » 16. Aug 2017 12:10

DTMaahs hat geschrieben:Wasser ist nicht sehr stabil sobald es mit der Umwelt in Berührung kommt.


Hallo Ditmar,

es werden sich ja nicht gleich ein zwei Minuten Bakterien ansiedeln.
Oder was meinst du damit, warum sich das Wasser in kürzester Zeit vom Leitwert verändern sollte?

LG,
Fred
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon DTMaahs » 16. Aug 2017 20:11

Hallo Fred

In Bezug auf Leitungswasser geht es sicherlich nicht im Minutentakt mit großen Sprüngen rauf bzw. runter.
Gruß Ditmar
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Re: Kalibrierung mit Leitungswasser

Beitragvon DTMaahs » 16. Aug 2017 21:06

Hallo Fred

Hier einmal ein Beispiel wie der Leitwert innerhalb 24h im Aquarium schwanken kann ohne Wasserwechsel.
Dateianhänge
Leitwert.JPG
Leitwertmessung mit GHL Sonde und ProfiLux 4 Erfassung.
Gruß Ditmar
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