Hallo Marian,
wenn Dir (grüne) WF Nachzuchten gefallen, dann wirst Du da sicher fündig.
Hallo Andre,
also ich habe mit Deiner Einstellung überhaupt kein Problem, im Gegenteil,
man merkt, dass Du Deine Sache mit viel Liebe und sehr gut machst.
Ich persönlich finde nur, dass Pauschalaussagen nicht zielführend sind, a la:
"..ihr Organismus ist einfach für härteres Wasser nicht geeignet."
oder
"...als "normale" WF, die ja nochmal ne Runde "empfindlicher" sind als unsere NZ."
Meiner Erfahrung nach sind WF generell überhaupt nicht empfindlicher als NZ.
Für meine Logik sind WF auch physiologisch nicht anders aufgebaut als NZ.
Oder haben NZ einen Kalkvorfilter eingebaut ?
Dass ein gewisser Selektionsdruck bei NZ besteht, ist denke ich logisch, aber dennoch
sind meiner Meinung nach auch NZ-Diskus immer noch Diskus.
Mag sogar sein,
dass NZ genetisch den WF-Diskus (Symphysodon aequifasciata aequifasciata)
näher stehen als den Heckel (Symphysodon discus).
Also grundsätzlich bin ich der Meinung, dass evolutionsbedingt Süsswasserfische immer schon mit
grösseren Wasserschwankungen sowohl was die Temperatur betrifft, als auch was sonstige Wasserwerte betrifft
leben mussten.
Beim Meerwasser ist das anders, da konnten manche Organismen immer von sehr stabilen Verhältnissen ausgehen.
Die Wasserparameter in denen ein Süsswasserfisch leben kann bilden in der Regel eine Normalverteilung.
Viele setzen die Wasserwerte der Natur als Optimum, Maximum dieser Normalverteilung.
Das ist aber nicht der Fall.
In der Natur sind die Werte eher einem Extremum zugewandt.
Abgesehen davon treten im Amazonasgebiet auch pH-Werte die mehrere Zehnerdekaden auseinander liegen auf.
Von jahreszeitlichen Schwankungen mal abgesehen.
Das Gebiet wird ja praktisch nur in der Trockenzeit bereist.
Es gibt z.B. Meerwasserfische, die im Polarmeer leben und Strategien entwickelt haben,
um in diesem Wasser zu überleben.
Diese Temperaturen sind für diese Tiere sicher nicht angenehm, aber es gibt halt am meisten Futter in
diesem kalten Wasser.
Daher würde ich grundsätzlich das Argument, der Heckel braucht pH 5 oder 5.5 weil er in der Natur auch diese Werte hat,
so nicht gelten lassen.
Des Weiteren behaupte ich, dass kein Aquarianer unter uns, auch nur annähernd naturähnliches Wasser hat.
Tut mir leid, aber ein Aquarium ist eine absolut künstliche Umgebung.
Mit einem Menschen als Gott.
Für mich sind Begriffe wie 'artgerecht' und 'naturnah' nur menschliche Rechtfertigungen.
Sollte man vielleicht mal darüber nachdenken.
Wie dem auch sei, die Natur ist auch nicht gerade das Paradies, wie es von uns immer so romantisierend
dargestellt wird.
Gerade bei dieser WF Diskussion wird der Amazonas immer wie das absolute Paradies dargestellt.
Denke aus Fischsicht ist das Leben da auch kein Honigschlecken.
Grüsse,
Gerald


