von MikeSt » 23. Jan 2005 18:26
Der Bodengrund als biologischer Filter:<br><br>Im Bodengrund leben die verschiedensten Bakterien. Zum einen Bakterien, die organische Abfallstoffe aufzehren. Also Mulm, Futterreste, Pflanzenreste, Fischkot usw.<br>Sie benötigen als aerobe Bakterien Sauerstoff.<br>Des Weiteren befinden sich im Bodengrund aerobe Bakterien, die ohne organische Stoffwechselprodukte auskommen. Es handelt sich hierbei um die bereits beschriebenen Bakterien der Gattungen Nitrobakter und Nitrosomonas ( Autotrophe Bakterien ).<br><br>Mit steigender Tiefe des Bodengrundes, sinkt der Sauerstoffgehalt. Daher sind in diesen sauerstoffarmen und sauerstofflosen Bereichen nur Bakterien zu finden, die für die Aufrechterhaltung des Stoffwechsels keinen oder nur wenig Sauerstoff benötigen.<br>Bakterien, die sowohl mit als auch ohne Sauerstoff existieren können, werden als fakultativ anaerobe Bakterien bezeichnet.<br>Bakterien, die gänzlich ohne Sauerstoff existieren, bezeichnet man als aneorbe Bakterien.<br><br>Alle Bakterien benötigen also Nährstoffe. Einige in Form organischer Stoffe, andere in Form von umgewandelten Stoffwechselprodukten wie Ammonium, Nitrite usw.<br><br>Daher kann ein guter Bodengrund als Filter fungieren, wenn er vernünftig aufgebaut wird.<br>Ist das nicht der Fall, kann sich der sogenannte Blumenvaseneffekt einstellen, also Fäulniszonen im Bodenbereich, die zu einer starken Belastung des Aquriumwassers führen können und die Krankheitsanfälligkeit der Fische erhöhen.<br><br>Im Bodengrund findet bis zu einer gewissen Tiefe ein Wasseraustausch statt, in dem neben den Abbaustoffen auch Sauerstoff transportiert wird. Der Bodengrund dient Bakterien als Substrat, so dass hier Abbauprozesse stattfinden, die wir aus den Filteranlagen kennen. <br><br>Ab einer gewissen Tiefe findet dieser Austausch jedoch in dieser Form nicht mehr statt. Es entstehen sauerstoffarme oder sauerstofflose Zonen.<br><br>Während in den oberen, sauerstoffdurchfluteten Zonen die Bakterien optimal arbeiten können, sollte man meinen, dass in den saurstofflosen Zonen kein Abbau mehr stattfindet.<br>Das ist nicht der Fall.<br>In den sauerstoffarmen Zonen befinden sich die bereits erwähnten Bakterien, die ohne Sauerstoff auskommen.<br><br>Aber auch sie benötigen für ihren Stoffwechsel Nahrung.<br>Das Aquariumwasser fließt in den Bereichen nicht mehr durch den Bodengrund. Aber es difundiert. Das heißt, dass ähnlich der Osmoseregulierung das Wasser in den sauerstofflosen Bereichen das Bestreben hat, sich im Bezug auf seine Bestandteile ( Salze, Mineralien usw. ), mit dem sauerstoffreichen Wasser auszutauschen. Und zwar so lange, bis eine Angleichung stattgefunden hat. Da aber in den sauerstoffreichen Zonen des Aquariums ständig neue Abbauprozesse ablaufen, kann eine Angleichung nicht erfolgen. Daher kommt es zu einem ständigen, difundierenden Autausch im Bodengrund.<br><br>Dadurch dringen nun die benötigen Nährstoffe, die wir als Abfallstoffe sehen, zu den sauerstofflosen Zonen und dienen hier den aneorben Bakterien als Nahrung. Diese Nährstoffe weisen dabei eine Größe auf, die im molekularem Bereich liegt. Sie können also aufgrund ihrer Größe optimal von den Bakterien verwertet werden.<br><br><br>Das geschieht aber nur zufriedenstellend, wenn der Bodengrund aus nicht zu groben Kies besteht. Ist der Bodengrund von seiner Körnung her zu groß, sinken Futterreste und Kot in den Bodengrund und gehen dort in Fäulnis über. Der Bodengrund und das Wasser stinken.<br><br>Daher hat sich der für Diskusfische beliebte, feine Flussand, als ideal erwiesen. Der Bodengrund bildet sich also zu einem riesigen Naturfilter und trägt somit erheblich zur Qualität des Aquariumwassers bei.<br>