von MikeSt » 18. Jan 2005 13:53
Filterbakterien ernähren sich von den angeführten Abbauprodukten. Daher sollte der Durchflußgeschwindigkeit besondere Beachtung geschenkt werden. Eine hohe Durchflußgeschwindigkeit gewährleistet keine gute biologische Filterung.<br><br>Damit die Bakterien die Stoffwechselverbindungen optimal umwandeln können, sollte die Durchflußgeschwindigkeit nicht zu hoch sein. Ein Filter, der den Inhalt eines 250 Liter Beckens 4 Mal in der Stunde umwälzt, arbeitet kontraproduktiv. Die Nährstoffe werden zu schnell an den Bakterien vorbeigeführt und können so nicht optimal umgewandelt werden. Gleichzeitig werden die angesiedelten Bakterien von ihrem Substrat gespült, was die Abbauleistung des Filter zusätzlich mindert.<br><br>Wie erwähnt, zehren Bakterien bei den Umwandlungsprozessen stark Sauerstoff. Der Sauerstoffverbrauch der Bakterien ist oftmals um ein Vielfaches höher, als durch die Aquarienfische.<br><br>Eine zu starke Reduzierung der Durchflußgeschwindigkeit kann zu einer Sauerstoffunterversorgung der Bakterien führen. Die Abbauprozesse sind gestört. Schlimmstenfalls kann es zu einem so genannten Nitritpeak kommen. D.h., dass der Abbau von Ammoniak/ Ammonium zu Nitrit schneller verläuft, als der Abbau von Nitrit zu Nitrat. Ein unkontrolliertes Ansteigen der Nitritwerte kann die Folge sein.<br><br>Als optimal hat sich eine Umwälzung des Beckeninhaltes von 1 -2 Mal in der Stunde herausgestellt.<br><br>Bei einer optimalen Filterung sollte also die Größe der Filtermedien mehr Beachtung geschenkt werden, als der Durchflußgeschwindigkeit. <br>Je größer die Besiedlungsfläche, desto größer die Abbauleistungen unter Berücksichtigung der Durchflußgeschwindigkeit. <br><br><br>Bei einer Erhöhung des Fischbesatzes sollte darauf geachtet werden, dass sich die Menge der schadstoffabbauenden Bakterien dem Besatz anpasst. Sinkt der Gehalt an gelösten Stickstoffverbindungen durch einen reduzierten Fischbesatz, so sinkt auch die Zahl der Bakterien und umgekehrt. Eine plötzliche Erhöhung der Besatzdichte kann somit vorübergehend zu einem Anstieg der Schadstoffwerte führen.<br><br>Bei der Reinigung des Filters sollte darauf geachtet werden, dass dieser nie ganz gesäubert wird. Durch die Zerstörung der Bakterienkulturen, kann es zu einem schlagartigen Anstieg von giftigen Stickstoffverbindungen kommen.<br><br>Eine zu häufige Reinigung greift somit negativ in den Bakterienhaushalt ein.<br>Gleichzeitig aber führt eine "Verschlammung" ungenügend gereinigter Filter, zu sauerstoffarmen (anaeroben) Zonen, welche die Abbauleistung des Filters beeinträchtigt und zu einem Anstieg des Nitritwertes führen kann.<br><br>Die Wichtigkeit der biologischen Filterung ergibt sich aus der Osmoseregulation.<br><br>Treffen zwei Flüssigkeiten mit unterschiedlicher Salzkonzentration aufeinander, so werden sie sich so lange vermischen, bis sich in beiden Flüssigkeiten der gleiche Salzgehalt befindet.<br><br>Der Salzgehalt im Körper unserer Süßwasserfische ist größer als der Gehalt im Umgebungswasser.<br>Die Salze können nicht durch den Fischkörper ins Umgebungswasser. Daher hat das Umgebungswasser die Eigenschaft, maßgeblich über das Kiemengewebe in den Fischkörper zu dringen.<br>Der Diskus nimmt also permanent Umgebungswasser auf. Gleichzeitig muss er das aufgenommene Wasser ständig ausscheiden, was er in Form von Harnstoffen über die Nieren tut.<br>Dabei werden die Salze in den Nieren zurückgehalten.<br><br>Der Diskus gibt also nicht nur ständig Urin ins Wasser ab, er nimmt auch ständig mit dem Wasser, welches über die Kiemen in den Körper dringt, die darin befindlichen Schadstoffe auf, was zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit führt.<br>