Grundlagen der Filterung Teil 1

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Grundlagen der Filterung Teil 1

Beitragvon MikeSt » 18. Jan 2005 13:52

Filter erfüllen bei der Säuberung des Aquariumwassers 3 Hauptunkte:<br><br>Mechanische Filterung<br>( Entfernung von Schwebteilen, nicht gelöster Abfallstoffe wie Kot usw. )<br><br>Biologische Filterung<br>( Abbau von gelösten Abfallstoffen durch die Verzehrung von Bakterien) <br><br>Chemische Filterung<br>( Entfernung von Medikamenten usw., durch besondere Filtermaterialien )<br><br><br>Durch die Ausscheidungen der Fische und den Zersetzungsprozessen von Futter- und Pflanzenresten, entstehen im Aquarium Stickstoffverbindungen.<br><br>Es handelt sich hierbei hauptsächlich um gelöste, organische Abfallstoffe, bestehend aus Fetten, Kohlehydraten, Eiweißen und Phosphaten, sowie Harnstoffen.<br>Diese Stoffe sind nicht sichtbar. <br><br>Unsere Fische scheiden nahezu 90 % der Abfallstoffe gelöst über die Kiemen aus.<br><br>Verantwortlich für die Eliminierung dieser Schadstoffe sind eine Reihe von Bakterien, die unter großem Sauerstoffverbrauch diese Schadstoffe aufzehren, bzw. umwandeln.<br><br>Der Abbau dieser Stickstoffverbindungen verläuft nach einem bestimmten Prozess:<br><br>Zunächst bauen Bakterien diese Stoffe in Ammoniak ( NH 3 ) oder Ammonium ( NH4 ) ab.<br>Während Ammoniak hochgiftig ist und schon in kleinsten Mengen toxisch wirkt, ist die Toleranzschwelle bei Ammonium erheblich größer.<br><br>Ausschlaggebend dafür, welches dieser beiden Stoffe sich in der ersten Abbauphase bildet, ist der PH- Wert.<br>Bei einem PH- Wert von 7 und aufsteigend, bildet sich vermehrt Ammoniak, während bei niedrigerem PH- Wert das harmlosere Ammonium gebildet wird.<br><br>In der 2. Abbauphase bewirken die Bakterien der Gattung Nitrosomonas einen Abbau des Ammoniaks bzw. des Ammoniums, in das ebenfalls giftige Nitrit ( NO 2 ).<br>Der Nitritgehalt sollte in einem Aquarium nicht messbar sein. Er weist in Spuren ( ab einem Wert von 0,1 mg/ Liter) auf ein gestörtes oder überlastetes Filtersystem hin.<br><br>In der vor erst letzten Abbauphase bilden Bakterien der Gattung Nitrobacter Nitrit zu dem relativ harmlosen Nitrat um. <br>Nitrat kann bei einer normalen Filterung als Endstufe aller Abbauvorgänge bezeichnet werden.<br>Es wird in geringen Mengen von eventuell vorhandenen Pflanzen aufgenommen, muss ansonsten durch einen Wasserwechsel aus dem Aquarium entfernt werden. Ein Entfernen über herkömmliche Filtersysteme ist nich möglich.<br><br>Der Abbauvorgang ist in neu eingerichteten Becken relativ instabil. Die Bakterienarten entwickeln sich nicht gleichmäßig. Nach einem Anstieg des Ammoniak/ Ammoniumwertes, erfolgt ein Anstieg des Nitritwertes, bei gleichzeitigem Abfall des Ammoniak/ Ammoniumwertes.<br>Erst wenn Nitrit nicht mehr nachweisbar ist, kann mit dem Einsetzen der Fische begonnen werden.<br><br>Ziel einer vernünftigen Filterung ist also die Ansiedlung der schadstoffabbauenden Bakterien zu begünstigen. Vorteile bieten hier Substrate ( Medien, an denen sich Filterbakterien ansiedeln ), die eine möglichst poröse Oberfläche aufweisen. Je poröser die Oberflächenstruktur des Substrates, desto mehr Bakterien können sich ansiedeln. Dadurch wird eine Steigerung der Abbauleistung erzielt. <br><br>
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Re: Grundlagen der Filterung Teil 1

Beitragvon MikeSt » 18. Jan 2005 13:53

Filterbakterien ernähren sich von den angeführten Abbauprodukten. Daher sollte der Durchflußgeschwindigkeit besondere Beachtung geschenkt werden. Eine hohe Durchflußgeschwindigkeit gewährleistet keine gute biologische Filterung.<br><br>Damit die Bakterien die Stoffwechselverbindungen optimal umwandeln können, sollte die Durchflußgeschwindigkeit nicht zu hoch sein. Ein Filter, der den Inhalt eines 250 Liter Beckens 4 Mal in der Stunde umwälzt, arbeitet kontraproduktiv. Die Nährstoffe werden zu schnell an den Bakterien vorbeigeführt und können so nicht optimal umgewandelt werden. Gleichzeitig werden die angesiedelten Bakterien von ihrem Substrat gespült, was die Abbauleistung des Filter zusätzlich mindert.<br><br>Wie erwähnt, zehren Bakterien bei den Umwandlungsprozessen stark Sauerstoff. Der Sauerstoffverbrauch der Bakterien ist oftmals um ein Vielfaches höher, als durch die Aquarienfische.<br><br>Eine zu starke Reduzierung der Durchflußgeschwindigkeit kann zu einer Sauerstoffunterversorgung der Bakterien führen. Die Abbauprozesse sind gestört. Schlimmstenfalls kann es zu einem so genannten Nitritpeak kommen. D.h., dass der Abbau von Ammoniak/ Ammonium zu Nitrit schneller verläuft, als der  Abbau von Nitrit zu Nitrat. Ein unkontrolliertes Ansteigen der Nitritwerte kann die Folge sein.<br><br>Als optimal hat sich eine Umwälzung des Beckeninhaltes von 1 -2 Mal in der Stunde herausgestellt.<br><br>Bei einer optimalen Filterung sollte also die Größe der Filtermedien mehr Beachtung geschenkt werden, als der Durchflußgeschwindigkeit. <br>Je größer die Besiedlungsfläche, desto größer die Abbauleistungen unter Berücksichtigung der Durchflußgeschwindigkeit. <br><br><br>Bei einer Erhöhung des Fischbesatzes sollte darauf geachtet werden, dass sich die Menge der schadstoffabbauenden Bakterien dem Besatz anpasst. Sinkt der Gehalt an gelösten Stickstoffverbindungen durch einen reduzierten Fischbesatz, so sinkt auch die Zahl der Bakterien und umgekehrt. Eine plötzliche Erhöhung der Besatzdichte kann somit vorübergehend zu einem Anstieg der Schadstoffwerte führen.<br><br>Bei der Reinigung des Filters sollte darauf geachtet werden, dass dieser nie ganz gesäubert wird. Durch die Zerstörung der Bakterienkulturen, kann es zu einem schlagartigen Anstieg von giftigen Stickstoffverbindungen kommen.<br><br>Eine zu häufige Reinigung greift somit negativ in den Bakterienhaushalt ein.<br>Gleichzeitig aber führt eine "Verschlammung" ungenügend gereinigter Filter, zu sauerstoffarmen (anaeroben) Zonen, welche die Abbauleistung des Filters beeinträchtigt und zu einem Anstieg des Nitritwertes führen kann.<br><br>Die Wichtigkeit der biologischen Filterung ergibt sich aus der Osmoseregulation.<br><br>Treffen zwei Flüssigkeiten mit unterschiedlicher Salzkonzentration aufeinander, so werden sie sich so lange vermischen, bis sich in beiden Flüssigkeiten der gleiche Salzgehalt befindet.<br><br>Der Salzgehalt im Körper unserer Süßwasserfische ist größer als der Gehalt im Umgebungswasser.<br>Die Salze können nicht durch den Fischkörper ins Umgebungswasser. Daher hat das Umgebungswasser die Eigenschaft, maßgeblich über das Kiemengewebe in den Fischkörper zu dringen.<br>Der Diskus nimmt also permanent Umgebungswasser auf. Gleichzeitig muss er das aufgenommene Wasser ständig ausscheiden, was er in Form von Harnstoffen über die Nieren tut.<br>Dabei werden die Salze in den Nieren zurückgehalten.<br><br>Der Diskus gibt also nicht nur ständig Urin ins Wasser ab, er nimmt auch ständig mit dem Wasser, welches über die Kiemen in den Körper dringt, die darin befindlichen Schadstoffe auf, was zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit führt.<br>
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