Hallo Daniel,
es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass man für Flagellaten hohe Vergrößerungen braucht und schnell spricht man von Vergrößerungen von 1000-fach. Jeder plappert einfach irgendwas nach, ohne selbst überhaupt mal durch ein Mikroskop geschaut zu haben. Sorry, aber so ist das (leider auch in anderen Bereichen).
Wie Gerhard schon sagte, man muss nur die Größe der Parasiten wissen, dann kann man auch auf die Vergrößerung schließen, die notwendig ist.
Beim Eingeißligen mache ich das so, dass ich mit 100-facher Vergrößerung das/die Präparat(e) durchmustere. Das dauert je nach Fischgröße 15-45 Minuten. Wenn man mit 800-facher Vergrößerung das gleiche Präparat durchsehen wollte, wird man wahrscheinlich den ganzen Tag beschäftigt sein (abgesehen davon, dass dann die meisten Flagellaten schon abgestorben sind).
Wenn etwas verdächtiges auftaucht und nicht genau erkannt wird, schaltet man auf eine höhere Vergrößerung um.
Der Eingeißlige ist sehr kontrastarm, ohne Phasenkontrasteinrichtung ist er schwerer zu erkennen als mit. Ein geübtes Auge kann ihn aber schnell entdecken, ein gutes Mikroskop vorausgesetzt. Die Form des Eingeißligen ist eine Sache, er hat aber eine sehr charakteristische Bewegung, an der man ihn schneller erkennt, als an der Gestalt. Wenn er im Blickfeld ist, wird er von einem geübten Auge schnell gefunden, ein ungeübtes Auge übersieht ihn meist. Das ist ungefähr so, bestimmte, versteckte Geometrien in einem Bild zu suchen. Manche sehen das sofort, andere nicht.
Was die Sache erschwert ist die geringe Dichte des Burschen, es sind aber i.d.R. deutlich mehr als 2-3 in einem Fisch, denn das wäre ein relativ hoffnungsloses Unterfangen, die zu finden.
Aber durch Wurmfreiheit bin ich schon Paraärmer wie die mit Wurm!
Das muss nicht so sein. Wenn ich auf einer Feier kein Bier trinke, heisst das noch lange nicht, dass ich nicht betrunkener sein könnte, als andere.
Schöne Grüße
Markus