Geldsparen mit EVGs?!

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Geldsparen mit EVGs?!

Beitragvon Mattin » 26. Okt 2005 16:01

Hallo zusammen,

aufgrund der aktuellen Umfrage über die Beleuchtung und immer wieder auftauchenden Hinweisen zum Energiesparen (Verkleiden mit Styropor usw.), schreibe ich mal ein paar Gedanken zur Beleuchtung auf.

Die meisten von uns betreiben Leuchtstoffröhren zur Beleuchtung. Diese werden bei vielen mit konventionellen Vorschaltgeräten betrieben. Und genau da sehe ich viel Potential zum Geldsparen.

Kurze Erläuterung der Vorschaltgeräte:
konventionelle Vorschaltgeräte (KVG) arbeiten mit einem Starter und Drossel. Die Röhre wird dabei 50 mal in der Sekunde (von beiden Seiten, also 100 mal) gezündet. Dieses Zünden ist für das menschliche Auge zu schnell und wird nicht bewußt erkannt. Außerdem muß beim Zünden eine gewisse Temperatur erreicht werden (aufheizen der Wendel), das erkennt man am Flackern beim Start.

elektronische Vorschaltgeräte (EVG) betreiben die Röhre bei mehreren Kilohertz (so um die 30.000 Hz). Außerdem wird die Wendel vorgeheizt, so daß das Flackern beim Starten entfällt. Die hohe Frequenz macht es zudem möglich, mit bestimmten EVGs die Röhren noch zu dimmen. Zusätzlich wird bei den hohen Frequenzen die Lichtausbeute verbessert, so daß nicht die Nennleistung für 100% Licht benötigt wird.

Aber jetzt zum Leistungsverbrauch bei T8 (ich stütze mich da auf Aussagen der Hersteller, bei unterschiedlichen Angaben habe ich den Mittelwert genommen.)
2x36 Watt mit KVG -> 2x36 (Röhren) Watt + 2x11,5 (KVG) Watt = 95 Watt
2x36 Watt mit EVG -> 2x32 (Röhren) Watt + 1x6 (EVG) Watt = 70 Watt
Das ist eine Ersparnis von 25%.
Auf einen Monat mit 12 Stunden täglicher Beleuchtung gerechnet (Strompreis mit 20ct/kWh):
KVG: ca. 6,80 Euro pro Monat
EVG: ca. 5,00 Euro pro Monat

Noch extremer fällt es aus, bei 2 Leuchtbalken mit 2x58 Watt:
2x2x58 Watt mit KVG -> 2x2x58 (Röhren) Watt + 2x13 (KVG) Watt = 284 Watt
2x2x58 Watt mit EVG -> 2x2x50 (Röhren) Watt + 1x8 (EVG) Watt = 216 Watt
Wieder auf einen Monat gerechnet:
KVG: ca. 20 Euro pro Monat
EVG: ca. 15 Euro pro Monat

Alle Rechnungen sind natürlich nur überschlagen, aber selbst eine Ersparnis von 20% ist nicht zu verachten.
Die normalen EVGs sind relativ günstig zu bekommen, je nach Hersteller kosten sie zwischen 15 und 40 Euro. Auch da lassen sich, bei den qualitativ hochwertigeren, wieder ein paar Cent sparen.
Zu guter letzt haben Leuchtstoffröhren, die an einem EVG betrieben werden, etwa die 1,5fache Lebensdauer. Auf Herstellerseiten habe ich sogar was von bis zu 16.000 Stunden gelesen. Das halte ich aber für einen absoluten Grenzwert... Wenn eine solche Röhre am EVG nicht mehr zündet, kommt es nicht zu diesem lästigen Blitzen wie beim KVG. Kann mir vorstellen, daß dieses Dauergewitter für die Fische ganz schön nervig ist.

Wie man sieht und recht einfach nachrechnen kann, lohnen sich diese EVGs fürs Aquarium und rechnen sich sehr schnell.
Selbst mit einer Anschaffung der teureren Geräte ist man innerhalb weniger Monate im Plus...

Dann nochmal zu den dimmbaren: hier läßt sich noch mehr sparen, da man nicht immer auf 100% Leistung fährt. Dabei ist es nicht wichtig einen Sonnenauf- oder Untergang zu simulieren, sondern daß die Röhren nicht bei 100% laufen. Das läßt sich recht einfach mit einem Widerstand/Poti einstellen. Kein großer Aufwand. Da unser Auge eine logarithmische Apertur hat, können wir Lichtänderungen im Schwachlicht deutlich sehen, ob eine Röhre allerdings bei 100% oder 80% betrieben wird, ist für uns unsichtbar.
Ob das auch für Pflanzen gilt, da fehlen mir die Erfahrungswerte. Aber das läßt sich relativ leicht ausprobieren. Ich habe allerdings bei allen Umbauten beobachtet, daß die Pflanzen erstmal eine kleine Ruhepause einlegen um sich an das neue Licht zu gewöhnen. Bei Fischen habe ich bis jetzt absolut keine Reaktion bemerkt. Mit leicht gedimmten Röhren lassen sich also nochmal einige Prozent sparen, so kommt man locker auf 30%.

In vielen Firmen, Behörden usw. werden KVGs genau aus diesem Grund schon länger nicht mehr eingesetzt.
Viele Grüße,
Martin
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Beitragvon Gianni » 26. Okt 2005 16:14

Hallo,
echt interessant aber wo bekommt man solche Röhren?

Gruß Gianni
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Beitragvon jgottwald » 26. Okt 2005 16:16

Hallo Martin!
ich setze hier VVG und EVG gemischt ein. Das die Röhren an den Enden nicht schwarz werden und länger halten, kann ich nicht bestätigen. So habe ich im Sanitärbereich, wo sofort Licht präsent sein muß eine Lampe
mit EVG, das ist ein richtiger Röhrenfresser. Auch hat sich die Wattzahl durch den Einsatz von 25 Einbauwannen mit EVG = 4 Röhren a 18 Watt, im Jahr nicht verringert.
mfg
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Beitragvon Ralph.E » 26. Okt 2005 18:27

Hallo Martin,

da hast du ja einen tollen Bericht geschrieben der meiner Meinung nach ohne weiteres in den Bereich KNOW HOW eingestellt werden sollte.

Die Berechnung der Euros und Prozente ist etwas optimistisch kalkuliert, kommt aber in etwa hin.

Die Starter, die heute i.d.R. verwendet werden sind Sicherheitsstarter, die nach einer Weile des Nichtstartens der Röhre sich selbst abschalten. Also kein Dauerflackern und Gewitter :wink:
Die "alten" Dinger ohne roten Knopf sollte man sowieso rausschmeissen, sind im normalen Haushalt oder Betrieb kleine Unsicherheitsfaktoren.

Hinzuzufügen wäre noch, das ich z.B. im Hause welches ich betreue, die Feststellung gemacht habe das die beste Leistung und Lebensdauer von beiden Komponenten ( Röhre und EVG) bei Verwendung eines Herstellers herauszuholen ist, d.h. nur Osram oder nur Philips. Philips ist i.d.R. 3-5% günstiger beim Erwerb von EVGs, bei den Röhren ist es ähnlich. Bei der Lebensdauer der EVGs liegt Osram n.m.E. um ca. 10% vorne. In Kombination mit Röhre sogar bei 12-15% je nach Leuchtenart.

@ Jörg

Die EVGs haben nicht die Wärmeentwicklung wie die KVGs. Die Blindleistung die bei nicht oder schlecht kompensierten herkömmlichen Leuchten auftritt, wird auf jeden Fall von deinem Versorger gezählt und von Dir bezahlt. In einem Gewerbebetrieb gelten n.m.E aber sowieso andere Tarife als bei Otto-Normalverbraucher.

Gruß

Ralph
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Beitragvon SpeedySE96 » 26. Okt 2005 20:11

Hallo Leute!

Also ich habe schon seit über einem Jahr 4x49W T5 in meiner Abdeckung verbaut.
Die EVG werden auf jedenfall lange nicht so heis wie KVG, auf denen man sich ja schon Eier braten könnte.
Gesteuert wird meine Anlage vom GHL Profilux mit direkt ansteuerung ohne diese Zusatzadapter wie sie angeblich bei anderen Herstellern als GHL benötigt werden.
Der Strom für die EVG wird bisher mit einer Schaltzeituhr geschalten, und wenn ich die passenden Finder Relais bekommen habe übernimmt das dann auch der Profilux.
Bei 100% Beleuchtung habe ich 207W Leistungsaufnahme.
Mit dem GHL kann ich bis auf 3% dimmen lassen, die Wolkensimulation ist auch nicht schlecht.
Und mit den T5 Röhren kann ich endlich die volle Beckenlänge beleuchten.

Also für mich hat sich der Aufwand jedennfalls gelohnt.
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Gruss
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Beitragvon Mattin » 26. Okt 2005 21:34

Hallo,

@Jörg:
das sich die Wattzahl nicht verringert hat, ist schon komisch.
Alleine durch die Wärmeentwicklung im Trafo (und bei mir wurde der so heiß, daß man kaum noch anfassen konnte), wird schon Leistung verbraten. Das fehlt bei EVGs. Das erkennt man schon an der angegebenen Leistungsaufname von KVG = 2x13 Watt und EVG = 8 Watt bei 2x58 Watt Röhren.
Ist für mich nicht klar, warum bei Dir so Röhrenfresser dran sind...

Die Rechnung mag etwas optimistisch sein, ich glaube aber, daß sie ungefähr paßt.
Aber man sollte wirklich drüber nachdenken, das man (ich gehe immer von 4x58 Watt aus) locker 50 Euro im Jahr sparen kann. Und das nur beim Licht...

Gruß,
Martin
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Beitragvon Tycoon » 26. Okt 2005 22:46

hallo SpeedySE96,

WOW :shock: dein becken sieht ja aus dieser entfernung wirklich hammer
aus, die pflanzen seinen gut zu wachsen, gibt es hier im portal details
über dein becken?

andy
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Beitragvon Mattin » 27. Okt 2005 06:31

Morgen Gianni,

die Röhren sind die gleichen - also die ganz normalen.
Was ausgetascht werden muß ist Drossel und Starter.
Das ist einmal dieser kleine Zylinder (meist von außen rauszudrehen) und dann der Trafo (ist ne kompakte schwere Kiste).
Stattdessen wird das EVG (passend zur Leistung der Röhren) eingebaut.
Falls Du da nicht so fit bist, solltest Du das unbedingt einen Fachmann machen lassen.

Gruß,
Martin
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Beitragvon SpeedySE96 » 27. Okt 2005 16:06

Hallo Tycoon!

Was möchtest du wissen?

Im AQ habe ich Quarzsand, gefiltert wird mit einem Eheim 2028 ohne Torf oder Aktivkohle.
In der Geschlossenen Eigenbauabdeckung sind 4 x 49W T5 und zum kühlen je 2 80er Lüfter pro Seite.
Die Luft wird durch Öffnungen links angesaugt und rechts rausgeblasen.
Dann habe ich noch einen GHL Profilux zur Lichtsteuerung, und eine 2kg CO2 Anlage mit Nachtabschaltung.
Wenn ich mit meiner kleinen Pastelei vertig bin kann mein GHL auch meine Steckdosen schalten, dazu braucht man nur Finder Relais 34.51.7.012.0010 .
Ist auf jeden Fall günstiker wie die GHL Steckdosenleiste.
Meine EVG werden auch direkt ohne GHL-Adapter angesteuert.
Und wenn nötig einen UV-C Klärer, einen 300W Heizer und drei parallel laufende Pumpen.
Ohne Heizer habe 26°C Wassertemperatur.
Das AQ selber steht auf einem 180cmx50cm Eisengestell aus 5cm breiten U-Profilen mit circa 3mm Stärke, also brauche ich mir da keine Sorgen wegen der Stabilität machen.
Und wenn mal ein grösseres AQ her soll kann ich es wieder mit nutzen.
Das Gestell habe ich selber mit Holz und Holzdekorfolie verkleidet.

Die T5 EVG werden übrigens nur Handwarm, und sitzen deshalb mit in der Verkleidung.
So werden auch die bei T5 maximal zulässigen Kabellängen eingehalten.
Wichtig ist zum Beispiel auch die einzelnen Adern wenn möglich miteinander zuvertrallen.
Die Gesamtkosten für zwei dimmbare EVG 2x49W, acht Feuchtraumfassungen, vier Reflektoren und vier T5 Röhren waren circa 100 Euro.

MfG Speedy
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Beitragvon Tycoon » 27. Okt 2005 16:35

...sehr hübsch, da steckt viel liebe drin!
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Beitragvon Markus » 28. Okt 2005 07:04

Hallo Speedy,

Die T5 EVG werden übrigens nur Handwarm, und sitzen deshalb mit in der Verkleidung.
So werden auch die bei T5 maximal zulässigen Kabellängen eingehalten.


Hast Du da Informationen zu, wie lang die Kabel vom EVG zu den Röhren sein darf? Ich habe da bisher keine Informationen zu gefunden. Mir hat ein Elektriker mal erzählt, dass das Kabel 2 m nicht überschreiten soll, da ansonsten Funkstörungen auftreten.
Bei mir sind die Kabel zwei Meter lang und mein EVG wird erstaunlich (geschätzt 50°C) warm. Warum setzt Du verdralltes Kabel ein? Ich setze zwar geschirmtes, jedoch kein verdralltes Kabel ein.

Schönen Gruss
Markus
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Beitragvon Mattin » 28. Okt 2005 07:12

Hallo Markus,

ich versuche es auch mal... ;-)

Die Kabellängen sollten möglichst kurz sein, eine maximale Länge von 2 Meter ist schon recht lang (wobei von einem Ende zum andere ja schon fast 2 Meter erreicht werden). Wenn es möglich ist, würde ich die EVGs direkt an die Lampen machen.
Da diese Dinger so hochfrequent arbeiten, "verdrecken" sie wirklich alles. Das ist der Grund für abgeschirmtes Kabel, verdralltes hilft da noch zusätzlich.
Bei mir ist es so, daß keine Funkuhr in der Nähe ein Signal bekommt und auch Meßinstrumente (die an die gleiche Platine angeschlossen sind) verrückt spielen. Die EVGs also so gut wie möglich abschirmen - und bei empfindlichen Meßgeräten in der Nähe daran denken...

Eine Temp von 50 Grad finde ich schon recht hoch, was für ein EVG hast Du denn dran?
Bei mir werden die nur handwarm... weiß gar nicht, wieviel das in Grad ist :gruebel
Meine KVG konnte ich aber nach ein paar Stunden überhaupt nicht mehr anfassen...

Gruß,
Martin
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Beitragvon AlexR » 28. Okt 2005 11:18

Markus hat geschrieben:Hallo Speedy,



Hast Du da Informationen zu, wie lang die Kabel vom EVG zu den Röhren sein darf? Ich habe da bisher keine Informationen zu gefunden. Mir hat ein Elektriker mal erzählt, dass das Kabel 2 m nicht überschreiten soll, da ansonsten Funkstörungen auftreten.


Hallo Markus,

die maximale Kabellänge ist von Hersteller Typ der EVGs abhängig. Zudem ist meist ein Anschluss länger machbar als der andere ("heiße Enden").

Für OSRAM guckst Du hier, steht ALLES über EVGs im Detail (vorsicht 70 Seiten, Download braucht ein bisschen, je nach Leitung):

http://www.osram.de/pdf/service_corner/ ... TRONIC.pdf

Die Anschlüße der "heißen Enden" (höchstes Potential zu Erde, pro Röhre 2 Drähte) sollen so kurz wie möglich gehalten werden. Belegung und Details siehe Seite 15 im PDF.


Viel Spass damit!

Alex
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Beitragvon Markus » 28. Okt 2005 12:29

Hallo Alex,

danke für den Link, da ist einiges "Verwertbares" drin. Ich habe leider keine Osram-EVG´s und muss daher auf die spärlichen Aussagen, die auf dem EVG zu finden sind, zurückgreifen. Ich hatte bisher einfach zu wenig Zeit, mich damit auseinander zu setzen.

Weiterhin habe ich das Problem, dass mein Profilux unterschiedliche Temperaturen anzeigt, je nach Dimmung. Es muss an meiner Verdrahtung liegen, da das Gerät an einer originalen GHL-Beleuchtung auf der Messe dieses Phänomen nicht gezeigt hatte.

Werde da wohl am Wochenende mal die Leitungen, soweit möglich, kürzen und dabei die Osram-Hinweise beachten.

Vielen Dank
Markus
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Beitragvon AlexR » 28. Okt 2005 12:43

Hallo Markus,

was hast Du für ein EVG?

Alex
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