Hallo Ireneus,
erstmal Entschuldigung wegen dem Namen. Das ist dann wohl ein klassisches Fettnäpfchen gewesen und meiner Ungebildetheit (gibt's das Wort?) geschuldet gewesen.
Zu meiner Verteidigung (oder zumindest Verminderung der Scham): ich habe auch keine Vorstellung in deinen alten Beiträgen gefunden. Oder hab ich da was übersehen?
Freut mich im übrigen, dass dein Bein "trocken" ist.

Das war in letzter Zeit hier häufiger mal nicht der Fall.
Zur Quarantäne wollte ich eigentlich immer mal einen Leitfaden aus der einschlägigen Literatur schreiben. Aber die Zeit fehlt mir leider...
Ich bin hier schon immer ein verfechter von ordentlich durchgeführter Quarantäne gewesen. Wenn man die Beiträge im Krankheiten Forum mal ein wenig filtert, kommt man darauf, dass eine sehr große (wenn nicht die größte) Anzahl der beschriebenen Probleme höchstwahrscheinlich auf eine nicht eingehaltene oder zumindest fehlerhafte Quarantäne zurück zu führen sind. Häufig natürlich in Kombination mit weiteren allgemeinen Haltungsfehlern.
Im Prinzip geht es darum, in einer ersten Phase zu beobachten, ob die Tiere eine Krankheit eingeschleppt haben, die schon im Quarantänebecken sichtbar pathologisch verläuft. In der zweiten Phase findet dann eine sehr behutsame Anpassung an die verschiedenen Bakterienstämme in Großbecken und Quarantänebecken statt. Dies erfolgt Anfangs durch sehr geringe Mengen Wasseraustausch zwischen beiden Becken, die dann später gesteigert wird. Als dritter und letzter Schritt vor dem Umsetzen wird ein Testfisch aus dem Großbecken in Quarantäne gesetzt, um zu beobachten ob die Anpassung - sowohl des Bestands als auch der neuen Fische - erfolgreich war.
Meine letzte Quarantäne neu erworbener Wildfänge zog sich beispielsweise über mehr als 6 Wochen hin.
Ohne Quarantäne ist das zusetzen neuer Fische ein reines Glücksspiel. Es geht nur gut, wenn die Tiere die Bakterienstämme (oder zumindest ähnlich Stämme) vorher schon kannten. Kommen die Fische des alten Bestandes aus einer anderen Quelle wie die neuen, ist das zu 99% nicht der Fall. Und selbst wenn die Fische aus den selben Quellen stammen, können sich bei ausreichendem zeitlichem Abstand die Stämme durch Mutation schon so weit verändert haben, dass eine Unverträglichkeit trotzdem auftritt. Man kann auch noch das Glück haben, dass die Anzahl der eingeschleppten Fremdkeime so gering und das Immunsystem des Altbestandes und der neuen Fische so gut ist, dass eine Infektion nicht pathologisch verläuft, sondern sofort ohne Erkrankung Resistenzen gebildet werden. Darauf würde ich mich aber nicht verlassen, da normalerweise durch den Stress des Transport und einer evtl. Umstrukturierung des Sozialgefüges das Immunsystem fast immer geschwächt wird.
So, jetzt weißt du auch, warum ich noch keinen Artikel dazu geschrieben habe. Ich habe schon mehr Zeit geopfert, als ich eigentlich hatte und es ist längst nicht alles klar und präzise ausgedrückt...
Gruß,
Hannes