von Normi » 15. Sep 2011 10:50
. . . naja, ich würde vielleicht mal ein bisschen die Luft herausnehmen und das alles auf die manchmal recht schwierige Onlinekommunikation schieben, wo manche Untertöne etwas untergehen.
Sachlich gesehn ist es schon so, dass sich die Fische auf den Bildern in einem nicht sonderlich gutem Zustand befinden, dass weist Du aber selber, sonst hättest Du Dich hier nicht gemeldet.
Da ich in diesem Forum mit 7 Diskussen nebst Beifischen auf 250 Liter Forum sicher auch ein streitbares Thema darstelle, gebe ich keine Ratschläge, sonder erzähle Dir nur, wie ich es mache. Meine Diskusse wachsen prächtig und zwei Paare legen wöchentlich Eier ab . . . bis hin zum Larvenstadium.
Wasserwechsel: ca. aller 5-7 Tage 60-70%. Die Fische haben sich daran gewöhnt, ich hänge nur den Schlauch rein und gehe dann vom Becken weg. Aufgefüllt wird dann (nur!) mit temperierten Leitungswasser. Da dieses teilweise einen pH-Wert von 8,5 hat, mische ich noch pH-Minus zu. Wasseraufbereiter von Dehnerle wird entsprechend Anleitung beigemischt. Das Becken wird langsam wieder aufgefüllt und paralell dazu wird aus einem Plastenapf mit Loch im Boden das pH-Minus und der Wasseraufbereiter hinzugegeben. Schön langsam . . .
Nach 15 Minuten nach dem Auffüllen kann ich bereits füttern . . . die Fische haben sich 1-2 Monate an die Wasserwechselprozedur gewöhnen müssen. Gefüttert wird Lebendfutter und Frostfutter und zwischendrin auch mal Granulat. Pro Diskus rechne ich 1/2 Beutel Lebendfutter (Mückenlarven weiß, rot, Tubifex und ganz wichtig, zum päppeln Enchytren). Für die Enchytren keinen Futterkorb kaufen, das ist Quatsch. Ich gebe diese in einen großen Kescher, so dass alle rankommen. Lebendfutter unter klarem Wasser abspühlen (in Sieb oder Kescher).
Bei Frostfutter rechne ich einen Würfel (sind so 10*5*5 mm groß) je Fisch. Ich füttere wie es mir in die Pfoten kommt durcheinander . . . Müla rot, weiß, Tubifex, Rinderherz, Artemia, Muschelfleisch und Entenbraten in Glee . . . ach nee, letzteres war ja die Katze . . .
Gefüttert wird morgens vor dem aus dem Hausgehen lebend, abends eine Stunde vor Licht aus, aufgetautes und ausgespühltes Frostfutter, zwischendurch am WE 2x etwas Granulat, in der Woche meist auch 1x wenn ich nach hause komme.
Die Diskusse wachsen, selbst der Nachzügler, den man immer mal hat . . . wächst und ist nun auch schon über 10 cm.
Temperatur halte ich auf 28-29 Grad.
Am Becken sind zwei große Außenfilter, Diskusse brauchen sauberes Wasser und bei dem Frostfutter trägt man auch ordentlich was ein. Die Filter reinige ich abwechselnd, damit immer einer gut bakteriert ist. Den einen, der vom Grund saugt natürlich öfter, da sich dort mehr Schwebeteilchen ansammeln . . . der 2076 von Eheim hat aber nen Vorfilter, so dass das auch schnell gemacht ist. Filter mache ich immer erst zwei Tage nach Wasserwechsel sauber.
Wichtig ist es die Wasserwerte einzupendeln. Hier sollte man die 50 Euro Investition nicht scheuen, sich einen Koffer mit Tröpchentesten zu kaufen . . . . es braucht ca. 3 Monate, biss Du weist, welche Maßnahme was und wieviel bewirkt. Anfangs habe ich täglich mit dem Onkel-Dr-Set vor der Wanne gestanden und getestet . . . heute weis ich, dass ich nach ca. 5-7 Tagen das Wasser wechseln muss, um Phosphat und Nitrat unter "zu viel" zu halten. Ich weiß auch, wieviel pH-Minus ich dazu geben muss um auf ca. 7,0 zu kommen.
Ich weis auch, dass ich beim Auffüllen das Leitungswasser erst mal ein paar Minuten durchlaufen lassen muß (oder einfach vorher aufs Klo gehen und kacken, dann sind auch 10 Liter durch die Leitung), damit ich kein Kupfer im Wasser habe.
Heute mache ich das also alles frei Schnauze und wenn die Jungs mal etwas Blümelant aussehen, denn nehme ich einen Streifenmultitest, um zu sehen, ob alles im groben im Lot ist.
Manchmal ist es auch gut, die Ruhe zu bewahren und etwas Rotwein einzufüllen . . . nicht in das Becken, sondern in die eigenen Birne und bis zum nächsten Morgen zu warten.
Wenn mal einer einen Detsch bekommen hat, schmeiße ich mal ein paar Seemandelblätter rein, das ist förderlich für den Heilungsprozeß . . . oder diese Erlenzapfen.
Von diesem Schwarzwasserzeuch halte ich nich viel, dass macht mir die Fische nervös und im Aquarium ist es hinterher so dunkel wie im Bärenarsch . . . bis zum nächsten Wasserwechsel.
Unter dem Strich, abwechslungsreich füttern, keine Chemie, nochmals keine Chemie, die tut alles verschlimmbessern (Nitriweg, Phosphorweg, Fischeweg . . . ), keine Medizin, nur im Ausnahmefall . . . Zeit, Geduld, Ruhe . . . nicht auf jeden höhren, der einen Ratschlag hat, auch ein bissl im Bauch ein Gefühl entwickeln . . . weniger ist mehr, hatte ich schon gesagt, keine Chemie? . . . außer pH-Minus und Wasseraufbereiter . . .
Diskusse sind recht robuste und leicht zu haltende Fische, wenn man das beherzigt.
Euer Normi