Hallo Rudolf,
Viele Probleme mit Diskusfischen kommen m.E. durch Probleme bei der Wasserhygiene und damit Filterung zustande.
Das sehe ich genauso. Z.B. hatte ich es früher mal mit einem HMF versucht. Der hat alleine für meine Diskus-GB aber nicht ausgereicht.
Seit ich 2 Topffilter angeschlossen habe, läuft das viel runder. Sich über eine Optimierung der Filter Gedanken zu machen ist auf jeden Fall nie verkehrt.
Und, da bin ich deiner Meinung, auch die nicht optimale Verwendung von Topffiltern kann zu Problemen führen. IMHO hauptsächlich aus Gründen, die ich weiter unten noch ausführen werde.
Den Aufbau des Filters, den du vertreibst habe ich ehrlich gesagt nicht wirklich verstanden, obwohl ich es mir auf deiner HP gründlich durchgelesen habe. Aber es scheint ja schon sehr gute Erfahrungen damit zu geben.
Der richtige Filter für den jeweiligen Zweck, unter Beachtung der für die jeweiligen Bakterien optimalen Bedingungen ist entscheidend.
Das sehe ich auch so. Für Gesellschaftsbecken und das sind die einzigen die mich interessieren, halte ich Topffilter prinzipiell für gut geeignet. Der größte Vorteil ist für mich, dass sie wenig Platz benötigen und wie du schon ausgeführt hast geschlossen sind. Trotzdem sind sie bei Anwendung einiger Gesichtspunkte IMHO ausreichend leistungsfähig.
Für stark besetzte Aufzuchtsbecken halte ich Topffilter allerdings auch für weniger geeignet.
Hier muss man m.E. konstruktiv etwas verbessern.
Verbesserungspotential gibt es überall. Bei Topffilter halte ich z.B. größere Volumina und einfach zu reinigende Vorfilter für solche Verbesserungen, die z.T. auch schon von den Herstellern aufgenommen wurden. Es gibt bestimmt noch mehr.
Bei derart schnellem Durchsatz durch den Topf kontrollierte anaerobe Zonen schaffen zu wollen ist m.E. unmöglich.
Es sei denn das Filtermaterial sorgt dafür, indem es Zonen im Inneren hat, die aufgrund der Struktur nur wenig durchflossen werden können. Das soll ja bei Siporax der Fall sein.
Denitrifikation findet m.E. in ungefütterten Filtern wenn überhaupt nur in so geringem Maße statt, daß sie vernachlässigt werden kann.
Wenn man bestimmten Berichten glauben schenken kann, findet z.B. bei Siporax eine meßbare Denitrifikation statt.
Sehr gut funktioniert die Denitrifikation bisweilen im Bodengrund und Mulm. Bepflanzte Aquarien weisen dann eine erheblich langsameren Anstieg der Nitratkonzentration gegenüber "nackten" Becken auf. Das habe ich mit vergleichenden Messungen einmal festgestellt. Hier spielt sicher auch ein gewisser Verbrauch durch die Pflanzen selbst eine Rolle.
In meinem Becken habe ich keinen mit den handelüblichen Tests meßbaren Nitratanstieg. Ob das mehr auf Verbrauch durch die Pflanzen, oder auf die beiden Topffilter (größtenteils mit Siporax gefüllt) zurückzuführen ist, weiß ich nicht. Auf den Bodengrund tippe ich eher weniger, da er bei mir nicht besonders hoch ist.
Man bedenke dabei auch, dass die unkontrollierte Denitrifikation zunächst Nitrit erzeugt, also auch kontraproduktiv sein kann. Der Prozess ist nicht reproduzierbar, d.h. wird weniger gefüttert, oder die Fütterung umgestellt, kann die Denitrifikation aussetzen oder unvollständig sein.
Die Gefahr sehe ich auch. Aber anderseits solange im Wasser noch genügend Sauerstoff vorhanden ist, müßte das Nitrit auch wieder zu Nitrat oxidiert werden.
Der Abbau organischer Substanzen wie Du es schreibst, kann in einem Topffilter ja nur da stattfinden, wo das Zeug hängen bleibt. Und der Topffilter muss es leisten, weil es da hängen bleibt. Eine denkbar schlechte Konstruktion, es wird mehr nitrifiziert als notwendig, also entsteht auch mehr Nitrat.
Ich meinte eigentlich in erster Linie den Abbau
gelöster organischer Verbindungen. Dass feste Bestandteile in den Filter eingesaugt werden, halte ich auch für denkbar schlecht. Aber das sollte man durch Vorfilter, z.B. Schaumstoffpatrone um den Ansaugstutzen vermeiden.
Was meinst du damit, dass mehr nitrifiziert wird als notwendig? Es muß doch alles entstehende Ammoniak nitrifiziert werden.
Topffilter sind geschlossene Systeme, auch im hydrostatischen Sinne. Das macht sie für die meisten Aquarianer so attraktiv. Der größte Nachteil ist dabei jedoch die Sauerstoffversorgung:
Es ist im Filter nur das vorhanden, was das einlaufende Aquarienwasser mitbringt!!
Da auch noch seriell, d.h. das Material nacheinander durchströmt wird, sinkt der Sauerstoffgehalt schnell auf Werte, die die Leistungsfähigkeit des Bakterienstoffwechsels siginifikant beeinträchtigen.
Die Sauerstoffversorgung sehe ich auch als prinzipiellen Nachteil. Bei mir scheint es aber zu funktionieren. Ich habe einen Sauerstoffverbrauch zwischen Zu- und Ablauf von ca. 2 mg/L. Das auslaufende Wasser enthält also noch genug Sauerstoff. Möglicherweise liegt das auch daran, dass ich den Filter davor schütze feste Bestandteile anzusaugen.
Wer nur einen Topffilter hat ist bei schlechter Sauerstoffversorgung mglw. froh über mehr Fläche auf der dann mehr Bakterien bei einer Stoffwechsequote von 40% siedeln können. Mir persönlich ist das für ein Diskusbecken, in dem vll ein Besatz im Wert von 1.000,00€ schwimmt, ein bisschen zu nah am Limit.
Ich denke neben den schon oben erwähnten Punkten Vorfilter und ausreichendes Volumen, kommt es auf die richtige Befüllung mit Materialien an, die eine große Oberfläche zur Besiedlung haben.
Ob das wirklich zu nahe am Limit ist weiß ich nicht, aber ich habe in vielen Jahren noch keine Probleme mit der Filterung gehabt.
Aus diesen Gründen empfehle ich, besonders für Diskusbecken, getrennte Filterung. Nitrifikation im Schnellfilter, Denitrifikation durch echte Langsamflter, z.B. Schwefelnitratfilter oder mechanisch durch Osmose im Kreislauf mit Konzentratrückführung.
Das halte ich für eine tolle Sache, wenn man bereit ist den technischen Aufwand zu treiben. Heterotrophe Nitratfilter müssen aufwändig gesteuert und überwacht werden. Schwefelnitratfilter gefallen mir da schon besser, aber auch dort ist eine gewisse Überwachung von Nöten.