Erfahrungen mit Panakur gegen Planarien ?

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Erfahrungen mit Panakur gegen Planarien ?

Beitragvon Sanguis » 28. Mär 2010 16:29

Hallo allerseits !
Mich plagen nun schon seit längerer Zeit Planarien (also nicht mich sondern eher mein AQ). Ich finde es einfach nervig das meine Garnelenpopulation stetig sinkt und mir diese kleinen Biester meine Apfelschnecken aufgefressen haben (mehr oder weniger, zumindest umgebracht haben sie die Tiere).
Versuche nun die Plagegeister mit selbstgebastelten Fallen zu dezimieren, das ich sie nicht ausgelöscht bekomme ist mir leider bewusst.

Oft wird gegen diese Nervtöter ja Flubellol empfohlen, was ich aber ablehne das ich mir nicht meine restlichen Garnelen, meine Panzerwelse und meine TDS erlegen will.

Nun höre ich aber immer öfter das viele Aquarianer die Planarien mithilde von Panakur losgeworden sind. Ohne irgendwelche nebenwirkungen auf Schnecken, Welse oder Garnelen.

Hat hier jemand Erfahrungen mit dem Zeug ? Es klingt nämlich sehr gut, und wäre DIE Lösung
lg
Tino
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Re: Erfahrungen mit Panakur gegen Planarien ?

Beitragvon Dani81 » 28. Mär 2010 18:21

Hey,

ich habe vor ewigkeiten Panakur benutzt und war damit total zufrieden.
In dem Aquarium waren Redfire und Posthornschnecken allerdings keine Fische. Habe nur einen Bruchteil der empfohlenen Menge genommen ( 2 x in 2 Wochen ) und war dannach alle Planarien los ohne irgendwelche Ausfälle.

LG Dani
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Re: Erfahrungen mit Panakur gegen Planarien ?

Beitragvon Sanguis » 10. Mai 2010 13:46

So, die Panakur "Behandlung" ist nun ca. eine Woche beendet. Zeit die Erfahrungen zu schildern.

Ich habe Panakur flüssig 10% benutzt. 1 ml auf 100L Wasser.
5 Tage, dann großer Wasserwechsel. Dann noch einmal dosiert um sicher zu gehen das keine zweite Generation nachwächst

Zuerst das Positive:
Bereits nach 4 Tagen war nicht eine einzige Planarie mehr im Becken zu finden, die zweite Woche war aus reiner Sicherheit.
Schnecken und Garnelen geht es gut. Die Red Fire Garnelen beginnen sich meiner Meinung nach bereits wieder zu vermehren, ist aber nur ein subjektives Gefühl.

Nun zum Negativen:
Am zweiten Tag der "Behandlung" ist einer meiner roten Hexenwelse verstorben. Dieser Verlust hat mich dahingehend noch nicht in Alarmbereitschaft versetzt da er sich im Vorfeld schon merkwürdig verhalten hatte und ich das Tier eh schon unter Beobachtung hatte.

Mitte der zweiten Woche stellte ich bei den Diskus ein "Unwohlsein" fest. Keine Krankheitssymptome, sondern leichte Streifen auf den rot Türkisen und ein wenig mehr Uurückhaltung beim Füttern (gut gefressen haben alle nur nicht ganz so gierig wie sonst.) Daraufhin beschloss ich die Panakur Behandlung zu beenden, da ich seit über eine Woche keine Planarie mehr gesehen habe sollte das genügen.

Ich habe daraufhin 75 % Wasser gewechselt und den kleinen Filter, den ich eigentlich nur parallel laufen habe um schnell einen Filter fürs Quarantänebecken zu haben, mit Aktivkohle bestückt (Hobby Carbo Mec) um auch den letzten Rest Medikamente aus dem Wasser zu bekommen.

Danach nahm das Unglück seinen Lauf. Einen halben Tag nach dem Wasserwechsel wurde einer meiner Rot Türkisen zum Kopfsteher, und einer meiner Marlboros stellte sich leicht schräg mit dem Kopf nach oben in die Ecke und kotete weiss.
Dem Kopfsteher ging es zunehmend schlechter und nach 3 Tagen musste ich ihn erlösen da er zum Schluss auf der Wasseroberfläche lag.

Daraufhin habe ich ein weiteres mal 50 % Wasser gewechselt, die Kohle aus dem Filter entfernt und diesen nun nur mit Watte bestückt um zumindest alle Schwebeteile aus dem Wasser zu bekommen um den Stress im Becken so weit wie nur möglich weg zu bekommen.

Die derzeitige Situation:

der Marlboro hängt immer noch in der Ecke, weissen Kot konnte ich länger nicht beobachten. Er ist ca 45 grad Richtung Wasseroberfläche geneigt und steht dort ca 3 cm unter der Wasseroberfläche. Atmet ruhig, frisst nicht. Ab und zu dreht er eine kleine Runde schwimmt ein wenig durch die nähere Umgebung und stellt sich dann wieder an seinen "Eckplatz"

Ein weiter Flächig roter hat das Fressen auch eingestellt. Steht im unteren drittel des Beckens gerade unter einem Blatt und atmet recht stark und schnell mit weit abgespreizten Kiemendeckeln (ca 100 mal die Minute)

der Rest: 2 flächig Rote, ein roter Türkiser und ein Kobald blauer verhalten sich "unwohl". Die Augen des Rot Türkisen sind nicht so klar wie sonst und er zeigt leicht Streifen, sie fressen zwar aber nicht so gierig wie sonst. Eines der Weibchen balzt die ganze Zeit ihren Bock an, der aber darauf nicht reagieren mag.
Manchmal neigt sich einer der roten ein wenig nach oben und steht dann eine ganze Zeit so schräg dort bevor er wieder normal herumschwimmt.

Meine Vermutung geht dahin das ich meinen Fischen zu viel Stress zugemutet habe da alle andere Symptome zeigen.
Ich wünschte ich hätte die Behandlung nach einer Woche beendet, aber das nützt mir jetzt nichts.

Ich denke den Stress einer weiteren "Behandlung" (nicht das ich wüsste womit oder wogegen) würde die Situation noch weiter verschlimmern. Derzeit versuche ich einfach gute Wasserhygiene zu halten und Stress zu vermeiden.
Seemandelbaumblätter habe ich als Sud hinzugegeben um Schwebeteilchen im Wasser zu vermeiden. Ein wenig Jodfreies Meersalz habe ich auch hinzugegeben.

Meine Wasserwerte:
Temp: 29 Grad
PH: 7,6
Nitrit: <0,01
Nitrat: 5
Kupfer: 0
GH: 9
KH: 4
Eisen: 0
Phosphat: 0

0 heisst zumindest nicht nachweisbar.

Sollte jemand Ideen haben, her damit

Vom Ausgang dieser "Krise" mache ich die Entscheidung abhängig ob ich weiterhin Diskus halte oder nicht.
Sollte mir noch mehr als ein weiterer Fisch versterben werde ich den Tatsachen ins Auge blicken und mir selbst eingestehen das ich für die Diskushaltung ungeeignet bin.
Fische durch einen Unfall zu verlieren ist tragisch, aber wenn dies wiederholt vorkommt ist es nur fair den Tieren gegenüber sich selbst einzugestehen das man die Haltungsbedingungen nicht erfüllen kann.
Zusammen mit dem Rot Türkisen den ich vor zwei Tagen erlöst habe sind mir nun 3 Diskus gestorben, Zwei vor einemJahr nach einem Filter Gau und nun dieser.
Einen Verlust gestehe ich mir noch zu dann werde ich es die Tieren zuliebe sein lassen.
Einfach immer nur die Verluste zu ersetzen erscheint mir falsch.
lg
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Re: Erfahrungen mit Panakur gegen Planarien ?

Beitragvon Mr. RT » 10. Mai 2010 14:15

Hallo Tino,

erst mal vielen Dank für den Erfahrungsbericht. Meistens verlaufen solche angefangenen Thread ja dann im Sande. Vielen Dank also. :top

Dann: großen Respekt vor der kritischen Selbstreflexion deiner Diskuskarriere. So etwas schaffen nur die wenigsten.
Dennoch möchte ich dich dazu ermuntern, nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Auch mir sind in meiner bisherigen Laufbahn (mehr als 10 Jahre) schon einige Diskus gestorben. Wenn ich mich nicht verzählt habe, waren es bisher insgesamt vier. Davon drei in den ersten 2 Jahren. Der letzte vor ca. einem Jahr.
Und jedes mal war es äußerst frustrierend. Im Nachhinein sehe ich aber in jedem einzelnen Fall die Ursachen dafür ziemlich klar. Diese Fehler werden sich (hoffentlich) nicht wiederholen.
Ich denke, bei dir liegt der Fall ähnlich. Nur mal so zum Nachdenken.

Zu deinem akuten Problem: du solltest versuchen, dass Zeug möglichst schnell aus dem Wasser zu bekommen. Also weiter viel Wasser wechseln (ich würde Vorschlagen jeden Tag 20% zu machen) und schnellstmöglich wieder über gute Aktivkohle zu filtern. Die Kohle nach spätestens einer Woche gegen neue ersetzen.

Ich glaube nicht, dass die Symptome am Stress liegen. Diskus sind da m.M.n. deutlich robuster als gemeinhin angenommen. Zumindest wenn es um vorübergehende Stressoren geht und nicht um latente.

Hast die alle anderen Wasserwerte im Blick? Insbesondere Ammoniak, Nitrit, PH, Nitrat (in genau der Reihenfolge/Priorität)? Ich habe keine Erfahrungen mit Panakur, noch habe ich nachgelesen, wie der Wirkmechanismus oder die Inhaltsstoffe sind, aber es kann durchaus sein, dass es deine Beckenchemie ordentlich durcheinander gewirbelt hat.

Gruß,
Hannes
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Re: Erfahrungen mit Panakur gegen Planarien ?

Beitragvon Sanguis » 10. Mai 2010 14:26

Die Wasserwerte (zumindest die Messbaren) sind super

Ammonium: Nicht nachweisbar
Nitrit: Nicht nachweisbar:
Nitrat: 5 (bedingt durch häufige Wasserwechsel)
PH: 7,6

Das Ausgangswasser hier ist eigentlich schon hervorragend.
Ich habe 2 Paare Im Becken die bis zu dieser Behandlung im Wochentakt gelaicht haben und Larven ohne mein Zutun schon freigeschwommen sind. (hoffe es bleiben auch 2 paare, denn einer der "angeschlagenen" gehört dazu :( )

Kann Kohle eigentlich schlecht werden wenn sie trocken ist, also überlagert sein ? Wäre mir persönlich vollkommen fremd aber mag ja sein das sie irgendwelche Stoffe über die Luft aufnimmt. Die verwendete Kohle habe ich nämlich seit einem Jahr im Schrank (eingelagert in der Tüte)
lg
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