Diskussion zur UVC-Entkeimung

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Diskussion zur UVC-Entkeimung

Beitragvon Mr. RT » 8. Feb 2009 13:40

Hallo liebes Forum,

ich habe mich in letzter Zeit etwas intensiver mit dem Thema Keimdruck/UV-C auseinander gesetzt und dabei festgestellt, dass zu diesem Thema - obwohl in den Foren immer kontrovers diskutiert - eigentlich noch wenig wissenschaftlich fundiertes im Netz steht. Vor allem geht es hierbei um die sinnvolle Dimensionierung des Gerätes, den Wasserdurchfluss und die daraus resultierende Verminderung des Keimdrucks (evtl. auch noch die Auswirkung auf die Gesundheit der Scheiben).
Zudem tragen die Hersteller auf ihren Seiten nur noch zur größeren allgemeinen Verwirrung bei, indem sie für ihre Geräte völlig abweichende Angaben zum empfohlenen Durchfluss, zur Entkeimungsrate und zur empfohlenen Beckengröße veröffentlichen. Das hier einmal zwischen Maßnahmen gegen Trübung und effektive Verminderung der Keimdrucks unterschieden werden muss, sollte klar sein.
Ich hoffe, ich darf hier einfach mal ein paar Seiten der Hersteller verlinken um die unterschiedlichen Empfehlungen zu verdeutlichen:

http://www.debary.de/deu/index.htm
http://www.hw-wiegandt.de/
http://www.jbl.de/factmanager/index.php

Wenn man nun die Geräte der Klasse um 15 Watt Nennleistung vergleicht, ergibt sich folgendes Bild für die empfohlene Durchflussleistung und Beckenvolumen:

DeBary AN-15E: 15 Watt 2000 l/h (für 99,9% Entkeimung) für Aquarien bis 750 L
HW-UV 500: 15 Watt 250 l/h (für 99%) für Aquarien bis 500 L
JBL UV-C 11W: 11 Watt 100-150 l/h für Aquarien bis 200 Liter
JBL hat kein Gerät mit 15 Watt im Sortiment. Ich denke, die Vergleichbarkeit sollte (theoretisch) trotzdem gegeben sein, weil die eingesetzten PL-Röhren in diesem Leistungsbereich effektiver sein sollen, als die TL-Röhren der oberen Konkurrenten.
Während die Geräte von HW und DeBary wenigstens hinsichtlich der maximalen Aquariengröße einigermaßen übereinstimmen (500 vs. 750 Liter), sich im empfohlenen Wasserdurchfluss jedoch erheblich unterscheiden (250l/h vs. 2000 l/h), zeigen sich beim Gerät von JBL in allen Bereichen deutliche Unterschiede.
Völlig aus der Reihe tanzend gibt Tetra für seinen UV400 UV-Entkeimer mit 5 Watt eine maximale Durchflussleistung von 1000 l/h an, verzichtet jedoch auf die Angabe der Aquariengröße und den erreichten Entkeimungsgrad, was einen an und für sich schon etwas stutzig machen sollte.

JBL scheint mir mit seinen Angaben noch am ehesten an den bekannten Werten der Websites von Olaf Deters und Jörg Ohliger (http://www.ohligers.de/index.html) zu sein. Bei näherer Betrachtung erscheinen mir jedoch auch diese Angaben der beiden Herren eher als Richtwerte und nicht sehr genau, da - soweit ich das verstanden habe - keinerlei Rücksicht auf die Bauweise der Geräte genommen wird, wie z.B. Volumen und Verweildauer (Bestrahlungszeit) des Wassers im Gerät.

Ich würde mich freuen, wenn ihr euch an der Diskussion beteiligen würdet und eure Meinung/Erfahrung dazu preisgeben würdet. Am besten natürlich mit fundierten Fakten. Bitte keine Äußerungen wie: " ich lass meinen 5 Watt Klärer 10 Stunden am Tag laufen und bin sehr zufrieden"! ;-)
Interessant fände ich beispielsweise noch, wie schnell sich die Keime und Bakterien im Aquarium wieder vermehren.

Gruß,
Hannes

PS: ich habe mir übrigens einen DeBary AN-25E zugelegt, der in Kürze an mein 714 Liter Diskusbecken angeschlossen werden soll. Eigentlich hatte ich mir - gestützt auf die Angaben von Ohliger und Deters - einen Durchfluss von ca 300-400 l/h gedacht, bin jetzt aber doch wieder ins Grübeln gekommen ;-)

PPS: Bitte auch KEINE Diskussion über Sinn oder Unsinn von UVC-Entkeimern in Aquarien.
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Beitragvon Fino » 8. Feb 2009 20:12

Hallo Hannes,

auch mein Eindruck ist, dass es zum Thema Keimdruck/UVC wenig Belastbares gibt. Vielleicht wendest du dich mal direkt an die Hersteller und befragst diese. Mich würde insbesondere interessieren, ob und wie sie die angegebenen Entkeimungsraten gemessen haben.

Auffällig ist, dass die von Wiegand und de Bary für eine bestimmte Entkeimung angegebene UV-Leistung deutlich niedriger ist als die in der häufig zitierten Tabelle von Ohliger. Das wäre natürlich sehr schön, weil dann auch Geräte mit einer vergleichsweise kleinen Leistung schon ordentliche Entkeimungsraten schafften.

Wieso meinst du, dass JBL sich an die Werte von Ohliger angelehnt hat? Hab auf der Seite von JBL keine Angaben zu Entkeimungsraten gefunden?

Viele Grüße
Klaus
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Beitragvon Mr. RT » 8. Feb 2009 23:01

Hallo Klaus,
schön, dass du dich an der Diskussion beteiligst ;-). Dachte schon, das interessiert keinen, außer mich. Obwohl ich den Eindruck habe, dass doch nicht wenige hier im Forum einen UVC im Einsatz haben.

auch mein Eindruck ist, dass es zum Thema Keimdruck/UVC wenig Belastbares gibt. Vielleicht wendest du dich mal direkt an die Hersteller und befragst diese. Mich würde insbesondere interessieren, ob und wie sie die angegebenen Entkeimungsraten gemessen haben.


An und für sich eine gute Idee, ich fürchte jedoch, da wird nicht viel mehr kommen als eine Standardantwort aus der Supportliste eines indischen Callcenter Mitarbeiters (überspitz formuliert ;-)). Einen Versuch wäre es dennoch Wert.

Auffällig ist, dass die von Wiegand und de Bary für eine bestimmte Entkeimung angegebene UV-Leistung deutlich niedriger ist als die in der häufig zitierten Tabelle von Ohliger. Das wäre natürlich sehr schön, weil dann auch Geräte mit einer vergleichsweise kleinen Leistung schon ordentliche Entkeimungsraten schafften.


Die Frage ist, wie verlässlich diese Angaben sind. Im Fall von Tetra kann ich mir einfach nicht erklären, wie die darauf kommen, dass 5 Watt bei einem Durchfluss von 1000 l/h eine auch nur minimal aquaristisch relevante entkeimende Wirkung haben. Deren Fischpsychologen haben wahrscheinlich den UVC-Placebo Effekt entdeckt ;-).
Nach Ohliger/Deters ist mein 25 Watt UVC mit einer UVC-Leistung von knapp 8 Watt bei einem Durchfluss von 300-500 l/h haarscharf an der unteren Grenze der Wirksamkeit.
Wobei wir schon bei der nächsten Interessanten Frage wären:
Wie oft pro Stunde muss eigentlich das Wasser durch das Gerät um zu verhindern, dass die Keime sich in der Zwischenzeit zu oft teilen und so der Keimdruck im Becken wieder in ungünstigere Bereiche steigt? Die Anzahl der Keime wird ja sicherlich nicht linear, sondern exponentiell steigen. Wäre interessant zu wissen, wie diese Steigung/Vermehrung aussieht (evtl. sogar, wie man sie berechnet).

Wieso meinst du, dass JBL sich an die Werte von Ohliger angelehnt hat? Hab auf der Seite von JBL keine Angaben zu Entkeimungsraten gefunden?


Hier hast du natürlich Recht. Es sind keine Angaben zur Entkeimunsrate bei bestimmten Durchflussraten angegeben. Ich hierbei einfach ganz grob davon ausgegangen, dass auf jeden Fall eine effektive Entkeimung bei der angegeben Durchflussrate erzielt wird. Diese habe ich einfach mal mit > 50% angenommen. Wenn man diese Annahmen macht (nicht sehr fundiert, aber irgendwie muss man sich ja helfen :)), dann sieht man eine Annäherung an die Deters/Ohliger Werte.

Ich werde eventuell mal versuchen Kontakt zur Universität in Dortmund aufzunehmen und Fragen, wie man den Keimdruckverlauf messen könnte. Mit nem Wasserglas hinfahren kann man ja wahrscheinlich eher schlecht, weil in der Zwischenzeit ja wieder Keimteilung stattfinden würde und so das Ergebnis verfälscht werden würde (Es sein denn, man friert es ein, aber würden dabei nicht die Keime sterben/kann man dann noch was messen *Grübel*).
Vielleicht weiß ja noch jemand was hier beizutragen oder einzuwerfen.

Gruß,
Hannes
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Beitragvon ToniNB » 9. Feb 2009 08:26

Hallo Hannes, meiner Meinung nach, macht nur ein UV Entkeimer sinn der auch in der Teichwirtschaft eingesetzt wird, nur diese haben hohe durchflussraten bei hoher Wattzahl.
Man braucht dabei den Filter nicht zu drosseln(oder nur wenig).
Ich finde z.B.bei Aquarien-UV-Entkeimern, die winzigen Schlauchstuzen zeigen schon für welche Becken diese eigentlich Verwendung finden sollten.
Mfg Toni aus NB

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Beitragvon m.kaiser » 9. Feb 2009 09:55

Hi Hannes,

du hast schon recht die Keime( Bakterien und Pilzzellen) vermehren sich exponentiell, zumindest in der Wachstumsphase.
Hier steht man wohl auch schon am Ende der Berechnung.
Exponentielles Wachstum findet nur bei optimalen Bedingungen statt.
Also alle Nährstoffquellen müssen da sein Temperatur usw.
Wie das im Aquarium aussieht ist wohl von Gattung zu Gattung unterschiedlich.
Ich habe mal im Labor eine Probe aus meinem Aquarium untersucht und bebrütet( mit recht einfachen Methoden).
Die Populationsdichte war recht hoch, hauptsächlich waren es Pseudomonaden und E.coli.
Wobei das Medium auch für Gramnegative Bakterien ausgelegt war, nicht sehr verwunderlich :).
Die Keimzahl/ml kann ich heute Mittag mal nachschauen, dürfte noch auf meinem Rechner sein.
Was ich damit sagen will, du kannst keine allgemeine Wachstumsgeschwindigkeit der ,,Keime" im Aquarium angeben.
Das dürfte unmöglich sein, da auch Faktoren wie Wasserwechsel mit einbezogen werden müssten.
Dazu Teilen sich Bakterien rascher als Pilze.
Wie du siehst nicht so simpel :wink: .
Wie oft das Wasser nun bei welcher Wattleistung hindurchfließen müsste, hängt daher meiner Meinung auch vom Besatz und sonstigen Pflegemaßnahmen im Becken ab.
Ich würde daher lieber zu einer Nummer zu groß als zu klein tendieren.
Keimfreiheit wird man sowieso nicht erreichen.
Falls jemand im mikrobiellen Bereich arbeitet hier im Forum und dazu einen UVC-Entkeimer besitzt, wäre ein Test mit und ohne UVC sehr interssant.

MfG Marco
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Beitragvon Erwin » 9. Feb 2009 15:10

Hallo Hannes,

.... kann ich mir einfach nicht erklären, wie die darauf kommen, dass 5 Watt bei einem Durchfluss von 1000 l/h eine auch nur minimal aquaristisch relevante entkeimende Wirkung haben.


Ich stelle mal ne These auf:
Nun, vielleicht weil Bakterien schneller abgetötet werden wie Algen (hab ich mal irgendwo gelesen, dass es im Zehntelsekundenbereich liegen soll) und das Wasser im Aquarium im Kreislauf immer wieder an dem UVC vorbeigeführt wird.
Wo liegt also der Unterschied, ob nun der Durchfluss von einem 200 Liter fassenden Becken bei 1000l/h fünf mal/h durchläuft, oder nur alle 2 Stunden bei 100l/h Durchflussgeschwindigkeit?
(Bakterienverdoppelungsrate bei "optimalen" Verhältnissen liegt bei etwa 20 Minuten)

Warum werden bei Teichen erheblich grössere Wasservolumen angegeben?
Liegt wohl an der Temperatur (geringeres Bakterienwachstum), eventuell auch am normalerweise geringerem Fischbesatz/Liter.

MfG
Erwin

ps: Hier noch die industrielle Quelle, da es oftmals genau anders dargestellt wird.... http://209.85.129.132/search?q=cache:ME ... d=29&gl=de (unter "effeziente Dosierung")
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Beitragvon m.kaiser » 9. Feb 2009 18:05

Hi Erwin das haut bei E.coli so hin mit den 20 Minuten andere Arten haben aber z.B 50 Minuuten Verdopplungszeit.
Und ich bezweifel das im Aquariumwasser optimale Bedingungen vorliegen, vor allem was die Nährstoffe angeht.
Ich geh von größeren Generationszeiten aus.

Wenn du sagst das de Bakterien in einer Zehntausenstel Sekunde abgetötet werden, wäre es sinnvoller das Wasser mit vollem Durchfluss durch den UVC zu schicken, weil eine tote Bakterienzelle teilt sich nicht mehr :wink: .
Also bei 1000/L Durchfluss würdest du 5 mal mehr abtöten als bei 200 und die 4/5 die nicht abgetötet werden, würden sich dann zusätzlich wieder teilen.
Also wenn das stimmt, hätte ein schnellerer Durchfluss durchaus seine Vorteile.
Algen interessieren mich weniger ;)

MfG Marco
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Beitragvon Ohligerj » 9. Feb 2009 22:07

Hallo Zusammen,

es gibt meines Wissens keine allgemeingültigen und zuverlässigen Dimensionierungsangaben für UV-Klärer. Gründe sind wahrscheinlich, dass die Keimzahl mit Hausmitteln nicht zuverlässig gemessen werden kann, schon gar nicht online, und dass sich die Verhältnisse in verschiedenen Aquarien sehr grundlegend unterscheiden können. Auch die Hersteller scheinen ihre Energie lieber in die Kreation von markigen Werbessprüchen als in die Evaluation von Fakten zu stecken. Wenn überhaupt belastbare Messreihen existieren, dann im medizinischen Bereich und in der Trinkwasserentkeimung. Diese Erkenntnisse sind auf die Aquaristik wegen abweichender Ansprüche und Rahmenbedingungen nur bedingt anwendbar. Dennoch sind das die besten Erkenntnisse, die wir haben. Daraus resultiert, dass zwar Anhaltswerte für die Entkeimungsrate abhängig vom Durchfluss vorliegen, nicht jedoch plausible Dimensionierungsempfehlungen nach Aquariengröße.

Letzteres dürfte auch nicht möglich sein: die benötigte Größe des Entkeimers hängt mind. von der Belastung und von der Filtergröße ab. Ist z.B. der Filter unterdimensioniert, enthält das Wasser viele organische Bestandteile. Diese verursachen eine starke Bakterienvermehrung, gegen die ein (kleiner) UV-Klärer nicht ankommt. In diesem Fall würde dann ein großer UV-Klärer zwar wirksamer sein, allerdings mit der Nebenwirkung schlechter Wasserwerte.



Bei näherer Betrachtung erscheinen mir jedoch auch diese Angaben der beiden Herren eher als Richtwerte und nicht sehr genau, da - soweit ich das verstanden habe - keinerlei Rücksicht auf die Bauweise der Geräte genommen wird, wie z.B. Volumen und Verweildauer (Bestrahlungszeit) des Wassers im Gerät.


Volumen und Verweildauer dürften keinen großen Einfluss haben: Bei größerem Volumen verweilen die Keime länger, werden aber möglicherweise aufgrund größeren Abstands nicht so intensiv bestrahlt. Bei den Angaben handelt es sich nur um Näherungswerte - und im Rahmen dieser Genauigkeit dürfte die Bauform kaum eine Rolle spielen.

Die Frage ist, wie verlässlich diese Angaben sind. Im Fall von Tetra kann ich mir einfach nicht erklären, wie die darauf kommen, dass 5 Watt bei einem Durchfluss von 1000 l/h eine auch nur minimal aquaristisch relevante entkeimende Wirkung haben. Deren Fischpsychologen haben wahrscheinlich den UVC-Placebo Effekt entdeckt .


Hihihi, da muss ich dir Recht geben.


Nach Ohliger/Deters ist mein 25 Watt UVC mit einer UVC-Leistung von knapp 8 Watt bei einem Durchfluss von 300-500 l/h haarscharf an der unteren Grenze der Wirksamkeit.


Das würde ich so nicht sagen, auch bei 1000 l/h hättest Du noch rd. 30% Entkeimung. Das ist erheblich mehr als Nichts. Damit erzielst Du auf jeden Fall einen Effekt. Für dein 700 L- Aquarium reicht der Klärer, solange das Aq nicht völlig überbesetzt ist.

Wenn du sagst das de Bakterien in einer Zehntausenstel Sekunde abgetötet werden, wäre es sinnvoller das Wasser mit vollem Durchfluss durch den UVC zu schicken, weil eine tote Bakterienzelle teilt sich nicht mehr .
Also bei 1000/L Durchfluss würdest du 5 mal mehr abtöten als bei 200 und die 4/5 die nicht abgetötet werden, würden sich dann zusätzlich wieder teilen.


Es ist aber nunmal so, dass bei höherem Durchfluss die Entkeimungsrate abnimmt. Somit tötest Du nicht mehr Bakterien, indem Du einfach mehr Wasser durchschickst. Es ist wohl auch so, dass bei zu schnellem Durchfluss gar keine Bakterien mehr getötet werden. Das hängt auch von der Bakterienart bzw. -größe ab. Somit ist auch hierzu wieder keine allgemeingültige Aussage möglich.

Es ist zwar richtig, dass der Entkeimer bezogen auf die Fische nicht überdimensioniert werden kann. Für die Freunde bepflanzter Aquarien gebe ich aber zu bedenken, dass der Klärer auch Eisenchelate zerstört. Natürlich umso mehr, je höher die Leistung ist. Das wäre ein Grund dafür, die Leistung nicht unnötig hoch zu wählen.
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Beitragvon Erwin » 10. Feb 2009 12:25

Hallo zusammen,

Ohligerj hat geschrieben:
Die Frage ist, wie verlässlich diese Angaben sind. Im Fall von Tetra kann ich mir einfach nicht erklären, wie die darauf kommen, dass 5 Watt bei einem Durchfluss von 1000 l/h eine auch nur minimal aquaristisch relevante entkeimende Wirkung haben. Deren Fischpsychologen haben wahrscheinlich den UVC-Placebo Effekt entdeckt .


Hihihi, da muss ich dir Recht geben.



Hannes hat geschrieben:
Völlig aus der Reihe tanzend gibt Tetra für seinen UV400 UV-Entkeimer mit 5 Watt eine maximale Durchflussleistung von 1000 l/h an, verzichtet jedoch auf die Angabe der Aquariengröße und den erreichten Entkeimungsgrad, was einen an und für sich schon etwas stutzig machen sollte.


Hab mal etwas gesucht und von Tetra noch andere Angaben gefunden (für 5W):
Das ganze auf Holländisch, also durchaus möglich, dass es vom Lampenhersteller Phillips stammt?????
Aquarieninhalt 60-200 L Pumpenleistung 120-400 L/h
bzw. bei Aquarieninhalt 200-400 L eine Pumpenleistung von 400-1000L/h
http://www.tetra.de/tetra_cf/tet_intern ... ion_NL.pdf

MfG
Erwin
Zuletzt geändert von Erwin am 10. Feb 2009 13:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Erwin » 10. Feb 2009 12:51

Hallo Jörg,
Ohligerj hat geschrieben: Das würde ich so nicht sagen, auch bei 1000 l/h hättest Du noch rd. 30% Entkeimung.


.... nach deiner Tabelle?
Sind diese Werte aus deinen Berechnungen auch aus dem Trinkwasserbereich?
Neben dem im Trinkwasserbereich oft klareren Wassers und viel niedrigeren Temperaturen findet dort, soweit ich weis, eine UV-Behandlung des Trinkwassers in Becken mit eingehängten Strahlern statt.
Es ist aber nunmal so, dass bei höherem Durchfluss die Entkeimungsrate abnimmt. Somit tötest Du nicht mehr Bakterien, indem Du einfach mehr Wasser durchschickst. Es ist wohl auch so, dass bei zu schnellem Durchfluss gar keine Bakterien mehr getötet werden. Das hängt auch von der Bakterienart bzw. -größe ab. Somit ist auch hierzu wieder keine allgemeingültige Aussage möglich.

Der Hauptunterschied ist doch, dass dort das Wasser nur ein einziges Mal am Uv-Licht vorbeiläuft und nicht wie im Aquarium im Kreislauf mehrmals.
Ich habe mich bereits in der Vergangenheit gefragt, ob du dies bei deinen Berechnungen berücksichtigt hast?
Bezieht sich also diese (deine angegebene) prozentuale Entkeimungsrate nur auf den Wasserauslauf des UVC-Gerätes oder auf die gesamte Beckenwassermenge?

Sorry Hannes, aber jetzt mach ich doch noch eine von dir unerwünschte Angabe :wink:
Mir reicht ein 11 Watt Klärer unterstützend für ein gut besetztes 600 Literbecken aus (es würde wohl auch ohne funzen :wink: ) bei einem anderen 400 Literbecken benutze ich keinen Uv.

MfG
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Beitragvon m.kaiser » 10. Feb 2009 13:36

Hi, interessante Aussagen,

dann müsste aber die Aussage die Erwin mal irgendwo gelesen hat, das es nur eine Dauer im Zehntelsekundenbereich benötigt wird falsch sein.
Sonst hätte man ja bei höheren Durchflussraten, eine höhere Entkeimung.
Jörg sagt aber jetzt genau das Gegenteil.
Erwin ich glaube du hast da einen kleinen Denkfehler oder ich hab ihn :lol: .
Wie oft das Wasser an der UV-Lampe vorbeifließt ist egal. Wenn es 3 mal durchfließt die Kontaktzeit aber nicht ausreicht bringt dir das nichts.
Dann lieber den Durchfluss senken und die Kontaktzeit erhöhen.

Die Frage die du dir wahrscheinlich stellst ist aber eine andere.
500l/h =60% Entkeimung
200l/h= 90% Entkeimung.

Denke du zielst eher auf oben genanntes Beispiel ab und was letztendlich effektiver ist.
Die Zahlen sind jetzt frei erfunden und dienen keine mathematischen Berechnung, bevor jetzt hier einer ausrechnet was effektiver ist :wink: .
Ich kann mir nur nicht vorstellen das wir hier zu einem Ergebnis kommen, dafür fehlen wie Jörg schon sagt die nötigen Mittel.

MfG Marco
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Beitragvon Erwin » 10. Feb 2009 14:26

Hallo Marco,

ich bin mir auch nicht sicher, ob ich einen Denkfehler habe....
aber logisch betrachtet sollte es schon auch mitentscheidend sein, wie oft das Wasser am Uv vorbeiläuft und vor allem worauf sich die prozentuale Entkeimungsrate bezieht.
Ob nun am Ausgang bei langsamen Durchlauf 99% oder bei schnellerem Durchlauf pro Durchlauf zB. nur 20% Entkeimungsrate erzielt wird, müsste für das gesamte Beckenvolumen eine untergeordnete Rolle spielen.

Mal ein Beispiel aus vergangenen Tagen mit einem Diatomfilter:
Dieser hält ja mechanisch alle Teichen kleiner ??µ zurück.
Lasse ich da nun trübes Wasser durch, habe ich eine 100%ige Rückhaltung der sichtbaren Schwebstoffe.
Methode 1:
Fange ich dieses gereinigte Wasser in einem externen Behälter auf, habe ich in einer Stunde 500 Liter glasklares Wasser. Also 100%
Methode 2:
Lasse ich das gereinigte Wasser wieder zum verschmutzten Wasser zurück, dauerte es 4-5 Stunden, bis die 500 Liter klar wurden.

Warum? - pro Stunde floss zwar die gleiche Menge Wasser hindurch, aber da die Trübung des Ausgangswassers immer schwächer würde, dauerte es länger, bis "alle" Trübstoffe zum Filter transportiert wurden.

Lasse ich also einen UVC im Bypass langsam durchlaufen, dauert es auch länger bis "alle" (wunschdenken :wink: ) Keime am Uv-Licht ankommen.
Die geringere Entkeimungsrate bei schnellerem Durchfluss sollte durch die höhere Wassermenge im Kreislaufbetrieb wieder ausgeglichen werden.

MfG
Erwin

ps: meiner läuft auch im Bypass, aber nur, weil er sonst den Filterdurchlauf zu stark drosseln würde.
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Beitragvon Erwin » 10. Feb 2009 15:14

Hallo nochmal,

das mit den zehntelsekunden hab ich wieder gefunden..... allerdings Bezog sich das auf eine Oberflächendesinfektion.
Zitat: Die vorliegende Untersuchung zeigt eine Möglichkeit auf, in Bruchteilen von Sekunden eine hervorragende Abtötung von hochresistenten Mikroorganismen auf Packstoffoberflächen von Lebensmittelverpackungen mittels UV-C-Strahlung zu erreichen.
Quelle:
http://publica.fraunhofer.de/starweb/se ... h=PX-12245

Im Bereich "Wasser" wird oftmals eine Sekunde Bestrahlungszeit als ausreichend angegeben, ausser bei Einhängeteilen, da 15 Minuten für einen 20 Liter-Kanister. - Liegt wohl an der zu großen Entfernung Strahlungsquelle - Kanisterwand. Bei unseren Durchflussstrahlern sind es ja nur einige Millimeter....

Es muss doch irgendwo verlässliche Angaben zur Bestrahlungsdauer und Intensität geben.

MfG
Erwin
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Beitragvon m.kaiser » 10. Feb 2009 16:09

Hi,

das hat sicher schonmal jemand erforscht nur ob man das im Internet findet, naja das glaube ich weniger.
Ich kann nach den Semesterferien mal meine Mikrobioproffessorin fragen, ob Sie weiß wo man sowas nachschlagen kann.
Ich befürchte jedoch, vorrausgesetzt es wurden dazu schon wissenschaftliche Artikel verfasst das diese nur gegen Entgeld zu bekommen sind, auch im Netz.
Ich versuche das auf jeden Fall mall herauszubekommen.


MfG Marco
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Beitragvon Ohligerj » 10. Feb 2009 20:58

Hallo Erwin,

Der Hauptunterschied ist doch, dass dort das Wasser nur ein einziges Mal am Uv-Licht vorbeiläuft und nicht wie im Aquarium im Kreislauf mehrmals.
Ich habe mich bereits in der Vergangenheit gefragt, ob du dies bei deinen Berechnungen berücksichtigt hast?
Bezieht sich also diese (deine angegebene) prozentuale Entkeimungsrate nur auf den Wasserauslauf des UVC-Gerätes oder auf die gesamte Beckenwassermenge?


Die Entkeimungsrate bezieht sich auf den Auslauf des Gerätes. Was sich dann im Becken abspielt, hängt noch von anderen Dingen ab, u.a. natürlich auch der Umwälzrate.

Sorry Hannes, aber jetzt mach ich doch noch eine von dir unerwünschte Angabe
Mir reicht ein 11 Watt Klärer unterstützend für ein gut besetztes 600 Literbecken aus (es würde wohl auch ohne funzen


was dann gleichbedeutend mit einem Beweis für gar nichts ist. Wenn der Klärer nicht zu schnell durchströmt wird, wird er auch eine Senkung der Keimdichte bewirken. Ob das notwendig oder ausreichend ist, kannst Du nur selbst anhand deiner Beobachtungen sagen.

Im Bereich "Wasser" wird oftmals eine Sekunde Bestrahlungszeit als ausreichend angegeben,


Richtig. Allerdings heißt das nicht, dass jedes Bakterium, welches sich 1 Sek. im Gerät aufhält, automatisch in den Himmel kommt. Da spielt noch eine Rolle, ob es dicht genug an der UV-Quelle war, nicht von einem Schmutzteilchen abgeschattet usw.. Statistisch gesehen steigt mit zunehmender Aufenthaltsdauer im Gehäuse die Wahrscheinlichkeit, dass die UV-Strahlung ausreichend für die Überquerung des Jordan war.

Es muss doch irgendwo verlässliche Angaben zur Bestrahlungsdauer und Intensität geben.


Ich fürchte, das gibt es nicht. Die Bedingungen sind aber auch zu komplex für allgemeingültige Aussagen.
Deine Dimensionierung würde ich nach meinem Bauchgefühl als vernünftige Untergrenze ansehen. Bei nicht zu hoher Belastung und ausreichendem Filter wird vielleicht gerade der benötigte Effekt erzielt. Bei stärkerer Belastung wäre vielleicht die 2- oder 3-fache Dimensionierung angeraten. Dann würde ich aber auch schon Probleme mit den Pflanzen (sofern vorhanden) erwarten. Dieser Umstand spricht durchaus dafür, den Klärer nicht größer als notwendig zu dimensionieren.
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