nachdem ich im vergangenen Jahr massive Einschläge beklagen musste, dabei 3 meiner 6 Tiere verstorben sind und ich nun nach dieser langen Ära des Kampfes und der Qual nun endlich von einem Ende des Dramas ausging, muss ich in einer immer deutlicheren Härte leider feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Offenbar will die Geschichte noch zu einem richtigen Psychothriller heranwachsen.
Geplagt von diesen nüchternen Erkenntnissen hier die Kurzbeschreibung des aktuellen Problems:
Männlicher Diskus, knapp 2 Jahre alt, ca. 14cm groß, vor etwas mehr als 1,5 Jahren übernommen aus einer gewerblichen Zucht in einem damals mäßigem Zustand (leicht unterernährt - leider zu spät erkannt), mit normaler bis guter Entwicklung, bei mir nie auffällig - geschweige denn krank- , agiler "Dauerleicher" , leidet seit etwa 12 Wochen unter einer fortschreitenden und “metastasierenden” Geschwulst. Begonnen mit einem "Pickelchen" am unteren Ende der Flossenwurzel ist sie zunächst rasch verlaufend linienförmig auf den Rest des Flossenansatzes übergriffen, schließlich in eine Stagnation übergegangen und vorübergehend in sich zusammengefallen, um dann in aller Härte wieder aufzuflammen. Inzwischen ist sowohl die Flossenwurzel, als auch die gesamte Flossenbasis (bzw. der Bereich zwischen Kieme und Flossenwurzel) betroffen. Auch im Bereich des Maulwinkels hat sich etwas ähnliches entwickelt. Das Geschwür ist charakterisiert durch einen abwechselnd aufflammenden und wieder abflauenden Verlauf, wobei ersteres eher bestimmend ist. Zunächst verdickt sich die betroffene Stelle stark, platzt schließlich auf und hinterlässt ein offenes und teils blutig unterlaufenes, zumeist aber fleischich weißlich gefärbtes, geschwulstartiges Gewächs. Das Tier zeigt sich bisher in kaum einer Weise beeinträchtigt; der Vermehrungsdrang besteht fortan und Appetit sowie Vitalität könnten nicht besser sein. Auch die betroffene Flosse scheint in ihrer Beweglichkeit kaum beeinträchtigt, d.h. nur selten legt das Tier die Flosse an, bei der Brutbefächelung kommt sie zurzeit gar voll zum Einsatz. Allerdings ist seit etwa einer Woche erkennbar, dass sich das Tier zeitweise halbseitig dunkel färbt (s. Fotos).
Aufgrund der mangelnden Begleiterscheinungen kamen bisher keine Medikamente zum Einsatz. Bisher beschränke ich die Behandlung auf vorbeugende Maßnahmen mit den üblichen Naturmitteln (Torf, SMBB, penible Hygiene, Vitaminbeigaben, etc.). Vorübergehend schien mir das Erkrankungsbild damit auch in den Griff bekommen zu sein.
Aktuell arbeite ich aufgrund des seit einigen Tagen beschleunigten Verlaufs (rasche Vergrößerung, “Metastasierung“) maximierend mit den angegebenen Mitteln - so kommt daneben noch ein Sud aus 6 SMBB + 5 Buchenblätter + 3 Eichenblätter zum Einsatz. Dieses habe ich zu einem Teil dem Beckenwasser zugegeben. Den anderen Teil des Sud verwende ich zur Direktzuführung auf das Geschwür. Mithilfe einer Pipette führe ich den Sud mehrfach täglich in geringer Dosierung auf das Geschwür zu, das Tier verbleibt dabei im Wasser.
Die ungut aussehende Entwicklung beunruhigt mich sehr. Dabei kann ich nicht beurteilen, inwieweit das Geschwür nach innen vordringt und welche Schadwirkung es noch haben kann. Leider existieren über solche Erkrankungsbilder kaum/keine Erfahrungsberichte, sodass ich nur mutmaßen kann. Eine bakterielle Infektion z.b. ausgelöst durch TBC halte ich zumindest für eher unwahrscheinlich, da sich das Tier dafür untypisch verhält.
Wer hat ähnliche Fälle erlebt und kann mir eventuell Ratschläge geben ?
Anbei die Fotos (zum Vergrößern anklicken)
Vielen Dank vorab für die Bemühungen
Paulo, der Beobachter



