Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

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Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon Beobachter » 28. Mär 2010 14:32

Hallo Forumsgemeinde,

nachdem ich im vergangenen Jahr massive Einschläge beklagen musste, dabei 3 meiner 6 Tiere verstorben sind und ich nun nach dieser langen Ära des Kampfes und der Qual nun endlich von einem Ende des Dramas ausging, muss ich in einer immer deutlicheren Härte leider feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Offenbar will die Geschichte noch zu einem richtigen Psychothriller heranwachsen.

Geplagt von diesen nüchternen Erkenntnissen hier die Kurzbeschreibung des aktuellen Problems:

Männlicher Diskus, knapp 2 Jahre alt, ca. 14cm groß, vor etwas mehr als 1,5 Jahren übernommen aus einer gewerblichen Zucht in einem damals mäßigem Zustand (leicht unterernährt - leider zu spät erkannt), mit normaler bis guter Entwicklung, bei mir nie auffällig - geschweige denn krank- , agiler "Dauerleicher" , leidet seit etwa 12 Wochen unter einer fortschreitenden und “metastasierenden” Geschwulst. Begonnen mit einem "Pickelchen" am unteren Ende der Flossenwurzel ist sie zunächst rasch verlaufend linienförmig auf den Rest des Flossenansatzes übergriffen, schließlich in eine Stagnation übergegangen und vorübergehend in sich zusammengefallen, um dann in aller Härte wieder aufzuflammen. Inzwischen ist sowohl die Flossenwurzel, als auch die gesamte Flossenbasis (bzw. der Bereich zwischen Kieme und Flossenwurzel) betroffen. Auch im Bereich des Maulwinkels hat sich etwas ähnliches entwickelt. Das Geschwür ist charakterisiert durch einen abwechselnd aufflammenden und wieder abflauenden Verlauf, wobei ersteres eher bestimmend ist. Zunächst verdickt sich die betroffene Stelle stark, platzt schließlich auf und hinterlässt ein offenes und teils blutig unterlaufenes, zumeist aber fleischich weißlich gefärbtes, geschwulstartiges Gewächs. Das Tier zeigt sich bisher in kaum einer Weise beeinträchtigt; der Vermehrungsdrang besteht fortan und Appetit sowie Vitalität könnten nicht besser sein. Auch die betroffene Flosse scheint in ihrer Beweglichkeit kaum beeinträchtigt, d.h. nur selten legt das Tier die Flosse an, bei der Brutbefächelung kommt sie zurzeit gar voll zum Einsatz. Allerdings ist seit etwa einer Woche erkennbar, dass sich das Tier zeitweise halbseitig dunkel färbt (s. Fotos).

Aufgrund der mangelnden Begleiterscheinungen kamen bisher keine Medikamente zum Einsatz. Bisher beschränke ich die Behandlung auf vorbeugende Maßnahmen mit den üblichen Naturmitteln (Torf, SMBB, penible Hygiene, Vitaminbeigaben, etc.). Vorübergehend schien mir das Erkrankungsbild damit auch in den Griff bekommen zu sein.
Aktuell arbeite ich aufgrund des seit einigen Tagen beschleunigten Verlaufs (rasche Vergrößerung, “Metastasierung“) maximierend mit den angegebenen Mitteln - so kommt daneben noch ein Sud aus 6 SMBB + 5 Buchenblätter + 3 Eichenblätter zum Einsatz. Dieses habe ich zu einem Teil dem Beckenwasser zugegeben. Den anderen Teil des Sud verwende ich zur Direktzuführung auf das Geschwür. Mithilfe einer Pipette führe ich den Sud mehrfach täglich in geringer Dosierung auf das Geschwür zu, das Tier verbleibt dabei im Wasser.

Die ungut aussehende Entwicklung beunruhigt mich sehr. Dabei kann ich nicht beurteilen, inwieweit das Geschwür nach innen vordringt und welche Schadwirkung es noch haben kann. Leider existieren über solche Erkrankungsbilder kaum/keine Erfahrungsberichte, sodass ich nur mutmaßen kann. Eine bakterielle Infektion z.b. ausgelöst durch TBC halte ich zumindest für eher unwahrscheinlich, da sich das Tier dafür untypisch verhält.

Wer hat ähnliche Fälle erlebt und kann mir eventuell Ratschläge geben ?

Anbei die Fotos (zum Vergrößern anklicken)


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Vielen Dank vorab für die Bemühungen
Paulo, der Beobachter
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Re: Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon Beobachter » 29. Mär 2010 12:39

Update:

Leider schlägt auch die Maximierung der Behandlungsmöglichkeiten nicht an. Im Gegenteil: Der Bereich rund um die Flossenbasis ist nun teilweise extrem stark geschwollen. Auch die Geschwulst im Maulwinkelbereich zeigt sich weiterhin (langsam) fortschreitend.

Erstaunt bin ich nach wie vor über das vitale Verhalten des Tieres. Es passt in keiner Weise zu dem optischen Erscheinungsbild.

Die Möglichkeit den Diskus zu separieren und dort z.B. medikamentös zu behandeln besteht. Auch bin ich im Besitz eines nifurpirinolhaltigen Mittels (sera baktopur direct). Es könnte ja eventuell einer möglichen akuten Entzündung, die mit dem Krankheitsbild einhergehen könnte entgegenwirken.

Wie würdet Ihr vorgehen ? Eher lieber warten und die vorbeugende Behandlung durchziehen ? Oder besser kein Risiko eingehen und es lieber sofort mit der "Medikamentenkeule" versuchen ?

MfG
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Re: Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon heckeli » 29. Mär 2010 13:17

Hallo Paolo,

warum hältst du eine bakterielle Infektion, z.b. ausgelöst durch TBC, zumindest für eher unwahrscheinlich, da sich das Tier dafür untypisch verhält. Wie verhält sich ein Diskus mit TBC den typisch?

Grüße Peter
heckeli
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Re: Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon Beobachter » 29. Mär 2010 13:57

Hallo Peter,

nunja, ein Fisch mit TBC und damit mit einer schweren bakteriellen Infektion wird wohl schnell in den Selbsterhaltungstrieb übergehen - sprich sich absondern, dunkel färben, Fressunlust zeigen etc..
Der hier beschriebene Diskus ist bereits seit 3 Monaten erkrankt und verhält sich völlig normal mit dem üblichen Vermehrungstrieb, was für mich eher gegen eine Tuberkulose bzw. gegen eine bakterielle Infektion als Auslöser spricht.

Ich kann mich aber auch irren. Hast Du denn Erfahrungen mit Tuberkulose und kannst mir davon berichten ?

Gespannte Grüße
Paulo, der Beobachter
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Re: Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon heckeli » 29. Mär 2010 22:12

Hallo Paolo,

leider habe ich damit Erfahrung. Die Fischtuberkulose zeigt sich in unterschiedlichsten Symptomen. Am Häufigsten kommt ein aufgeblähter Bauch vor. Es können aber auch Glotzaugen, Augentrübungen, Löcher wie bei der Lochkrankheit, unspezifisches Abmagern, Geschwürbildungen und so weiter auftreten. Nach meiner Erfahrung zeigen die Fische paradoxerweise aber nicht die übliche Reaktion auf eine Erkrankung, wie Apathie, Dunkelfärbung oder Rückzug, sondern beteiligen sich am Aquarienleben, als ob ihnen nichts fehlen würde. Am sensibelsten sollen Salmler und Labyrinthfische darauf reagieren, während Panzerwelse und sonstige Welse eher unempfindlich sind.

Möglichkeiten der Bekämpfung gibt es nach meinem Wissen leider nicht. Du hast also das Richtige getan, indem du alle Hälterungsbedingunen so optimal wie möglich gestaltet hast. In der passiven Variante können die Fische lange damit leben. In der akuten Variante geht es sehr schnell bergab. Vermutlich sind die inneren Organe schon stark angegriffen und versagen ihren Dienst. Wenn du noch mehrere Fische im Becken hast, solltest du einen akut erkrankten Fisch am Besten zum Untersuchen geben, dann hast du auch Sicherheit, was wirklich die Ursache war.

Weiter Infos findest du hier:
http://zierfischforum.at/wiki/Fischtuberkulose

Ich drücke dir die Daumen, dass es keine Tuberkulose ist. Wenn doch, kannst du nur warten, bis alle Fische im Becken tot sind, alles desinfizieren und neu anfangen.

Grüße Peter
heckeli
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Re: Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon Beobachter » 6. Apr 2010 00:40

Hallo Peter,

vielen Dank für Deinen aufschlussreichen Beitrag und den sehr informativen Link (kannte ich noch nicht) !

In der Tat hatte ich nicht bedacht, dass bei einer vorliegenden Tuberkulose ja häufig zwischen einem "passiven" und "akutem" Auftreten unterschieden wird. Insofern ist natürlich auch eine TBC als Auslöseerkrankung möglich, was ich wirklich nicht hoffe. Das wäre ein Albtraum.

Aufgrund des (lokalen) akuten Verlaufs und der aggressiven Geschwulstentwicklung im Flossenbasisbereich hatte ich mich bereits am Mittwoch dazu entschieden, das Tier zu separieren und es zumindest unter best möglichen hygienischen Bedingungen zu beobachten. Unterstützend dazu kam eine Kombination aus einem intensiven Seemandelbaumsud und einer Salzzugabe (Dauerbad -> 1 Teelöffel auf 50L für 3 Tage) zum Einsatz. Diese sollte unter anderem dazu führen, dass der Keimdruck des Wassers noch stärker auf ein Minimum reduziert und damit einer weiteren (möglichen) Entzündung entgegengewirkt wird. Offenbar war die fungizide Wirkung so erheblich, dass auch die nützlichen Bakterien in ihrer Funktion eingeschränkt wurden (Filter war “angeimpft”) und ein heftiger Nitritpeak die Folge war. Zum Glück hatte ich dies noch rechzeitig erkannt und recht schnell in den Griff bekommen (Wasserwechsel, Sera toxivec + nitrivec -> seither (fast) keine Nitritprobleme mehr (max. 0,5mg/l)).

Bisher kann ich bezogen auf die Einwirkung der Behandlung auf das Krankheitsbild noch keine bahnbrechenden Erfolge dokumentieren. Allerdings ist relativ eindeutig erkennbar, dass vor allem die kleinen Teile des Geschwürs teilweise recht deutlich rückläufig geworden sind. Das kleine Geschwür im Maulbereich ist gar vollständig verschwunden. Die noch kürzlich massive Geschwulstentwicklung zwischen Kiemendeckel und Flossenbasis zeigt immerhin Ansätze einer Stagnation und teilweiser Abschwellung.

Dem Tier geht es den Umständen entsprechend gut. Nachdem es in den vergangenen Tagen vorübergehend starke Verhaltensausprägungen einer Futterverweigerung zeigte frisst es nun - nach Beseitigung des Nitritproblems und einer geringen Temperaturerhöhung auf ~30°C - wieder gut bis sehr gut und ist allgemein in einer sehr guten körperlichen Verfassung.

Mal schauen, wie es weitergeht. Die aktuelle Entwicklung stimmt mich durchaus positiv. Die Intensivbehandlung mit der Salz- Sud Kombination werde ich wohl nochmals wiederholen (zurzeit “nur” 2 SMBB im Becken (50L)), sofern nichts dagegen spricht - was meint Ihr ?

Zur besseren Übersicht hier ein paar Vergleichsbilder des Krankheitsbildes vor und nach der “Intensivbehandlung”.

Vor der Behandlung:

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Nach der Behandlung:

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Vor allem von vorne betrachtet sieht es nach wie vor ziemlich gefährlich aus:


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Ich bedanke mich für weitere Ratschläge
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Re: Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon Beobachter » 11. Apr 2010 11:40

Update:

Der Trend in die richtige Richtung hält weiterhin an. So verliert das Geschwür täglich weiter an Komplexibilität. Der "entzündliche" Charakter ist vollständig abgeklungen und dem Tier geht es hervorragend. Auch von der halbseitigen Dunkelfärbung, die über Wochen gelegentlich bestand, ist nur noch wenig zu sehen. Ebenfalls scheint die betroffene Flosse in ihrer Beweglichkeit - nachdem das Tier diese zu Beginn der Quarantänebehandlung vorübergehend oft anlegte - wieder voll einsatzfähig zu sein.

Zur besseren Veranschaulichung hier zwei aktuelle Bilder (zum Vergrößern anklicken) - leider etwas dunkel geraten - :

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Ich bin beeindruckt von der (offensichtlichen) Wirkung der Seemandelbaumblätter. Hätte nicht gedacht, dass dies so einfach wieder in den Griff zu bekommen ist. Ich hoffe nun, dass der Schein nicht trügt und die positive Entwicklung bis zur Abheilung weiterhin anhält.

Weiterhin würde mich interessieren, was als Ursache sonst noch so in Betracht käme (außer TBC, Tumor und Lymphocystis). Hat jemand eventuell Erfahrung auf diesem Gebiet ?

Vielen Dank und mfG
Paulo, der Beobachter
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Re: Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon Beobachter » 4. Mai 2010 16:56

Update:

Weiterhin befindet sich der betroffene Diskus in Quarantäne. Der ursprüngliche vorhergesehene "Entlasstermin" in der vergangenen Woche musste leider entfallen, da das Tier nach Anpassung an die Normalverhältnisse - und nachdem die Geschwulst augenscheinlich verschwunden (!) war - binnen kürzester Zeit einen Rückfall erlitt und sekundär weitere Krankheitsmerkmale hinzukamen.
Seither werden die ursprünglichen "Naturheilmethoden" teilweise erneut angewendet - und siehe da; die Geschwulst verschwindet wieder :shock: .
Inzwischen gehe ich sehr stark davon aus, dass die Entwicklung des Krankheitsbildes maßgeblich erheblich von der Entwicklung des Temperaturniveaus abhängig ist. Bereits zu Beginn der Behandlung viel mir hierbei auf, dass eine Temperaturerhöhung um wenige Grade eine sehr deutliche Beschleunigung des positiven Verlaufs zur Folge hatte. Um dies näher zu Erkunden wurde in der vergangenen Woche - nachdem die Geschwulst stellenweise binnen weniger Stunden (!) wieder aufgeflammt war - lediglich eine Temperaturerhöhung von 30 auf 33°C vorgenommen und als eventuell unterstützende Maßnahme ein Teelöffel Salz als Dauerbad (3 Tage) eingeleitet. Seemandelbaumblätter oder Torf kamen diesmal NICHT zum Einsatz. Die täglichen Wasserwechsel von 20% wurden hingegen fortgeführt. Binnen weniger Tage war nichts mehr von einer offenen Geschwulst zu sehen, allerdings - und das macht die Sache leider so schwierig - "verschwindet" das Geschwür offenbar nicht vollständig, sondern geht anscheinend in eine Art "latente Phase" über, was die am Flossenansatz verbleibende, narbenartige, Schwellung vermuten lässt.
Es scheint so, als ob die Wucherung in den für sie offenbar ungünstigen Lebensbedingungen in ein passives Stadium übergeht, um sich dann wieder rasch zu regenerieren, sobald sich diese wieder für sie verbessert haben.

Da zuletzt - wie oben angedeutet - weitere Krankheitsmerkmale hinzugekommen sind habe ich mal einen Hautabstrich vorgenommen (leider nicht so professionell) und diesen - soweit das möglich ist - mikroskopisch auf verdächtiges Material untersucht. Bis auf ein seltsames, eventuell chilodonella- förmiges Exemplar und einigen einsamen Flaggelaten war für mich nichts bewegliches zu entdecken.
Grund für die "Untersuchung" waren Hautauffälligkeiten, die sich bei frontaler Ansicht durch fleckenartige Trübungen auf dem Körper des Tieres zeigten und dessen Verhalten zeitweise von Zuckungen und Scheuerbewegungen gekennzeichnet war.

Das „Chilodonella- Ding“ (mit schneckenartigen Drehbewegungen): -Zum Vergrößern bitte anklicken!-

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Ansonsten waren immer mal wieder diese bewegungslosen Exemplare sichtbar. Der lebendig anmutende Hintergrund war ebenfalls bewegungslos (evtl. Costia ?):

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Ebenso habe ich eine Kotuntersuchung durchgeführt. Hierbei fielen mir doch recht zahlreiche Flaggelaten auf, die ich in dieser Häufigkeit bei den anderen, gesunden, Tieren nicht erkennen kann. Schätzungsweise nur 10-20% der Flaggelatenanzahl des erkrankten Tieres kann ich bei ihnen identifizieren.
Dennoch zeigt sich der betroffene Diskus weiterhin agil und sehr fresslustig. Lediglich die Aufnahme von Flockenfutter hat er in den letzten Tagen explizit eingestellt.
Ebenfalls konnte ich im Kot des erkrankten Tieres zahlreiche Eier erkennen. Diese waren schon mit bloßem Auge sichtbar, etwa 0,1- 0,2mm groß und bernsteinfarben. Nach einem anfänglichem Schreck stellte sich jedoch heraus, dass diese nur futterbedingt sind. Die gleichen Eier lassen sich – ebenfalls in sehr großen Mengen - im Artemia- Frostfutter feststellen.

Mit bloßem Auge sichtbar:

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Unter dem Mikroskop bei schwacher Vergrößerung:

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Zum Vergleich die Exemplare, die ich im Artemia- Futter gefunden habe bei gleicher Vergrößerung:

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Neben den starken hygienischen Maßnahmen achte ich auf eine zurzeit besonders abwechslungsreiche und vitaminreiche Kost. Gerade wegen dem überdurchschnittlichen Flaggelatenbefall verfüttere ich aktuell häufiger schwarze Mückenlarven und verabreiche diese oder anderes Futter zur Anregung der Darmtätigkeit gegebenenfalls zusammen mit einwenig probiotischem Joghurt.
Die aktuelle Entwicklung zeigt mir, dass sich das Tier – wodurch auch immer – in einem geschwächten und evtl. labilen Zustand befindet. Sowohl die möglichen parasitär bedingten Hauttrübungen als auch der plötzlich überdurchschnittliche Flaggelatenbefall deuten doch stark darauf hin. Solang sich die damit einhergehenden Symptome jedoch nicht verstärken, sehe ich von einer Behandlung noch ab. Ob zwischen der Geschwulst und den Schwächesignalen ein Zusammenhang besteht, kann ich nicht beurteilen. Es ist jedoch vielleicht naheliegend, da auch die entsprechenden Parasiten bekanntermaßen empfindlich auf eine Temperaturerhöhung reagieren. Mein Gedanke geht dahingehend, dass die Geschwulst möglicherweise reizbedingt ist und eine Temperaturerhöhung zu einer Unterbrechung des Reizes führt.
Möglicherweise liege ich aber auch auf dem falschen Dampfer.

Ich werde die Entwicklung in den kommenden Tagen weiter beobachten und bei Verstärkung der Hauttrübungen nochmals einen "vernünftigen" Hautabstrich machen.

Wie seht Ihr das ? Und wie würdet Ihr vorgehen ?

Mit freundlichen Grüßen
Paulo, der Beobachter
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Re: Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon karl1 » 4. Mai 2010 17:50

Hallo Paulo,
erstmal Respekt, alle Deine Maßnahmen sind sehr überlegt. Insbesondere
finde ich die Aktion mit dem probiotischen Joghurt gut - stärkt bekannterweise
das Immunsystem und verbessert meiner Meinung nach auch das Wohlbefinden.
Möchte hier nicht als Spezialist auftreten, hatte gute Erfahrungen mit Aloe Vera
direkt aus der Pflanze gemacht. Nimm das Gel und trage es auch die Geschwulst auf,
lindert und schont die Schleimhäute. Einer meiner Disken hatte ein ähnliches Problem,
allerdings aus den Kiemen heraus - hier half mir eine Jodbehandlung. Nach kurzer Zeit
verschwand die Geschwulst, nach Rücksprache mit dem Diskus Brief kann dies in
unserer Gegend (Bayern) schon mal auftreten. War wahrscheinlich ein Kropf, allerdings
mußte ich immer wieder Jod ins Wasser nachdosieren. Hat aber, denke ich, nichts
mit Deinem Problem zu tun.
schöne Grüße
Karl-Heinz
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Re: Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon Seroga » 4. Mai 2010 21:36

Hallo Paulo,

eine wirksame Metode ist ein Salzbad, wirkt sehr zuverlässig bei Verletzungen und allerlei Entzündungen, Verpilzungen und bei mancher bakteriellen Plage. Ein altes und bewehrtes Mittel: leicht gehäufter Esslöffel jodfreies(!) Speisesalz auf 1 l AQ-Wasser für 10 - 20 min. täglich, 3 - 4 Mal wiederholen.

Gruß,
Sven
Gruß,
Sven
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Re: Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon Beobachter » 21. Mai 2010 16:33

Hallo,

danke noch @ Sven und Karl-Heinz für Eure Tipps !

Sowohl Salz als auch Salbe (Bepanthen) kamen nochmals zum Einsatz. Vor allem die positive Wirkung des Salzes auf das Allgemeinbefinden des Tieres konnte ich wiederholt feststellen. Von einem Salzbad als "Schocktherapie" habe ich allerdings wegen des enormen Stressaufkommens abgesehen - auch, weil sich das Flagellatenproblem zwischenzeitlich erheblich verschärft hatte. So stellte das Tier nur wenige Tage nach meinem Beitrag - und nachdem ich einen weiteren Hautabstrich genommen hatte, der übrigens befundlos blieb - einen Großteil der Nahrungsaufnahme ein. Symptomatische Begleiterscheinungen wie starke Unruhe (der Diskus kam selbst Nachts nicht zur Ruhe!), starke Streifenzeichnung, starkes Erbrechen kürzlich aufgenommenen Futters sowie abwechselnde Dunkel- und Blassfärbung prägten das Krankheitsbild. Mehrere Kotuntersuchungen ergaben schließlich einen erschreckend hohen Befall mit Flagellaten. Aufgrund dieser Erkenntnis handelte ich umgehend und leitete eine einwöchige Wärmebehandlung ein (35-36°C). Da das Tier zu diesem Zeitpunkt weiterhin körperlich gut konstitutioniert war und sich die Darmerkrankung wohl noch im Anfangsstadium befand und keine weiteren typischen Merkmale vorzufinden waren (optisch unauffälliger Kot, keine Absonderung/ Trägheit etc.) war ich zuversichtlich damit einen sehr guten Behandlungserfolg erzielen zu können. Dies bestätigte sich im Laufe der Behandlung in der Tat, aber nur äußerlich. Tatsächlich frisst das Tier seit Beendigung der Behandlung wieder überwiegend gierig, wenn auch nicht ganz wählerlos. Das Ergebnis der Kotuntersuchungen widerspricht dieser "äußerlichen" Entwicklung aber entschieden. Auch nach der Wärmebehandlung hat sich an dem massenartigen Flagellatenbefall NICHTS geändert ! Ich war bisher immer der Ansicht, dass eine Erhöhung der Temperatur auf das angegebene Niveau zu einem teilweisem Absterben der Flagellaten und damit zu einer Reduktion derer im Kot führt. Dies ist aber offensichtlich nicht der Fall. Die Bestimmung der Flagellaten ist schwer, aufgrund einiger Merkmale ( sehr rundlich, "torkelnde" Bewegungen, kurze bewegliche "Geißeln" an einer Seite) vermute ich jedoch "Trichomonas".
Einen weiteren Effekt, der die Wärmebehandlung zur Folge hatte war, dass die mysteriöse Seitenflosssengeschwulzt bis auf ein äußerstes Minimum zurückgedrängt wurde.
Wegen des bereits ja nunmal sehr langen Quarantäneaufenthaltes (über 7 Wochen) habe ich auch aufgrund des äußerlich positiven Verlaufs den Entschluss gefasst, dass Tier trotz Skepsis aus dem "Krankenhaus" zu entlassen und es wieder zu seiner Gruppe zurückzusetzen. Der Umzug erfolgte heute Vormittag und verlief reibungslos. Zurzeit balzt der offensichtlich gesunde Diskus munter bei seiner Partnerin. Das Futterinteresse ist aktuell entsprechend etwas herabgesetzt.

Leider bin ich nicht so zuversichtlich, was langfristige Genesung anbelangt. Es ist entsprechend der "Temperaturerfahrung" wohl davon auszugehen, dass die Geschwulst im Laufe der kommenden Tage/Wochen wieder aufflammt und sich das ursprüngliche Krankheitsbild wieder einstellt. Als wahrscheinlichste Ursachen kommen nach meiner Einschätzung bzw. langen Recherchen In Literatur nur TBC oder ein virelles Problem in Frage. Beides ist nicht behandelbar, womit sich für mich nur noch eine "beobachtende Funktion" ergibt. Aus jetziger Sicht kann ich nur dafür sorgen, sekundäre Erkrankungen möglichst früh zu erkennen und sie evtl. medikamentös in Schach zu halten.

Ich bin weiterhin für Ratschläge offen ! Ebenfalls bin ich für Erfahrungsberichte dankbar, die etwas ähnliches dokumentieren könnten !

MfG
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Re: Diskus mit "metastasierender" Geschwulst

Beitragvon Beobachter » 21. Mai 2010 18:57

Update:

Leider hat sich das bis vor zwei Stunden noch völlig harmonisch wirkende Bild urplötzlich gewandelt. Es ist erneut mysteriös und mir wiederholt ein Rätsel.
Nachdem sich das Tier direkt nach dem Umsetzen problemlos integriert hatte und bis in die Abendstunden hinein gebalzt hatte scheint es nun völlig verstört zu sein. Nähert sich das kleinere weibliche Tier mit dem üblichen Balz schießt der Diskus unter erheblicher Panik und mit Streifenzeichnung durchs Becken und knallt gegen sämtliche Scheiben. Aktuell "liegt" er benommen quer unter der Wasseroberfläche und jabst nach Luft. Aggressionen seitens des Weibchens, die ein solches Verhalten hervorrufen könnten, kann ich ausschließen.

Es ist mir ein Rätsel und meine Kräfte sind langsam am Ende.

Was könnte die Ursache sein ? TBC- Granulom im Gehirn ?? Psychische Überforderung wegen langer sozialer Abwesenheit ???

Ich weiß es nicht.

MfG
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