Diskus in der Notaufnahme...

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Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon Leopard » 4. Feb 2012 16:50

Hallo !

Eine Freundin hat mir grad einen Diskus gebracht.
Der Fisch ist der letzte Überlebende aus dem Becken ihres Vaters, der es nicht mehr geschafft hat sich um die Tiere zu kümmern...
Das Tier kam hier in einem Eimer schwarzen Tees an das einen Leitwert von 1749 hatte!
Die Flossen sehen ziemlich vergammelt aus und der Farbschlag wäre nur zu raten.

Jetzt liegt er hier am Tropf und soll dann in ein paar Stunden in den vorbereiteten Quarantäne-Würfel.

...ich krieg hier grad beinahe das heulende Elend!

Meine Frage:
Kann ich dem Fisch irgendetwas besonders gutes tun ?
Wie lange sollte er in Quarantäne bleiben?

Für ein paar Tips wäre ich (und der Fisch) sehr dankbar!

Beste Grüße:
Martin
Leopard
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon jgottwald » 4. Feb 2012 16:59

Hallo Martin
auch wenn ich nicht so an den Erfolg glaube, aber je eher der in das Quaratänebecken kommt desto besser. ÜBer Medikamente kann man auch nachdenken, doch das ist sehr schwierig.
mfg
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon Leopard » 4. Feb 2012 17:07

Hallo Jörg !

Ich dachte das ich bei einem Unterschied von 1500uS extrem vorsichtig umsetzen muss um den Fisch nicht durch den osmotischen Druckunterschied zu zerlegen...

Gruß:
Martin
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon dikizg » 4. Feb 2012 18:39

Hallo Martin,

ich würde den Diskus ganz langsam umsetzen,bitte dabei auf wassertemp. achten.
In Quaratänebecken würde ich erst nur Seemandelbläter rein tun (100 liter=1 größeres Blatt).
Temp.in Quarantänebecken nicht über 28,0 C.
Keine Beleuchtung einschalten.
Diskus würde ich dan erstmal in ruhe lasen.
Morgen würde ich im versuchen zu futtern.
Erste paar Tage würde ich auf keinen fall mit Medikamenten anfangen.
Und viel beobachten was mit Diskus passiert.
Ich hoffe das Diskus bald besser geht.
Berichte bitte weiter.

mfg Dirk
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon Leopard » 4. Feb 2012 19:32

Hallo Dirk !

Habe den Fisch eben, nach über 3 Stunden, in den Würfel gesetzt.
Er war nur ein wenig verwirrt und hat dann schnell angefangen die Gegend zu erkunden :mrgreen:
Die Flossen sind schon ziemlich vergammelt, aber die Augen sind klar, und der Fisch ist auch nicht abgemagert.
Ich kann es kaum fassen, das ein Diskus in so einer dunkelbraunen Brühe überleben konnte.
....da wurde in dem offenen Becken seit Ewigkeiten kein Wasser gewechselt und nur mit der Gießkanne nachgefüllt.

werde berichten wie es weitergeht!

P.S.:
Der erste Tip ging ja wohl in richtung Euthanasie, wenn ich mich nich irre...
(Sollte man dann auch so formulieren !!! :popo )

Gruß:
Martin
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon jgottwald » 4. Feb 2012 19:43

Hallo Martin
P.S.:
Der erste Tip ging ja wohl in richtung Euthanasie, wenn ich mich nich irre...
(Sollte man dann auch so formulieren !!! :popo )

das ist reiner Quatsch, aber es ist immer sehr schwierig ein Tier zu behandeln wenn man nicht weiss was es hat. Die Flossenschäden können zig Ursachen haben und da hilft es nichts wenn man mit Kanonen auf Spatzen schiesst.
mfg
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon Leopard » 4. Feb 2012 20:04

Hallo Jörg !

Ich hatte dich so verstanden das du mir rätst, den Fisch möglichst schnell umzusetzen...

Die Brühe aus der der Fisch kam, hab ich nich näher analysiert, aber die Farbe, und der Leitwert von beinahe 1800 (mit frisch kalibriertem Messgerät), haben bei mir die Alarmglocken wegen Umsetzen läuten lassen...

Wenn dann einer schreibt "je eher der in das Quaratänebecken kommt desto besser", dann kann ich das nur für schwarzen Humor oder mangelnde Sorgfalt halten !

Gruß:
Martin
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon Robert B » 4. Feb 2012 20:12

Hallo Martin,

es gibt durchaus sehr gute Gründe die gerade auch in solchen Fällen für ein schnelles Umsetzen sprechen. An die geänderten osmotischen Verhältnisse kann der Fisch sich innerhalb von ein paar Stunden sowieso nicht richtig anpassen.
Wichtig sind dass pH-Wert und Temperatur angeglichen werden und das kann ruhig ziemlich schnell passieren ...

Ich hoffe du bekommst den Fisch wieder hin!

Gruß,
Robert
Viele Grüße,
Robert
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon Leopard » 4. Feb 2012 20:26

Hallo nochmal !

@ Robert:
Da fehlen mir offensichtlich mal wieder ein paar Hintergrundinformationen...

@ Jörg :
Sorry, falls du dich angegriffen Gefühlt hast...
War wohl eher mein eigener schwarzer Humor der mich in diese Richtung hat denken lassen :bier

Gruß:
Martin
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon Leopard » 5. Feb 2012 13:00

Hallo !

Der Diskus(ein Kobalt), hat heut morgen schon gefressen und benimmt sich unauffällig.
Er scheint erstmal übern Berg zu sein...

Was mich jetzt Interessiert, wäre zu erfahren, warum man den Fisch vielleicht schneller hätte umsetzen sollen!
Wenn ich eins immer wieder gelesen und gehört habe, dann das man je höher der Unterschied im Leitwert ist, je langsamer Umsetzen sollte.
Der Fisch hat die letzten Monate in der Brühe gelebt...wie können da ein paar Stunden noch einen Unterschied machen?

Gruß:
Martin
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon Robert B » 5. Feb 2012 16:57

Hallo Martin,

klar würden ein paar Stunden keinen Unterschied machen, wenn es noch diegleiche Brühe wäre.

Aber durch den Transport im engen Beutel erhöht sich die organische Belastung durch die Ausscheidungen des Diskus und abgestorbener Schleimhaut um ein Vielfaches. Die bakterielle Belastung, die wie hier anzunehmen schon vorher im AQ hoch war, wird sich so schnell um ein Vielfaches erhöhen. Dazu kommen Sauerstoffmangel und starker Stress im kleinen Beutel / Eimer wo du die Angleichung vornimmst.
Das größte Problem kann aber u.U. Ammoniak sein. Das wird über die Kiemen ausgeschieden und kann bei starkem Sauerstoffmangel sorgar aus im Wasser vorhandenem Nitrat reduziert werden. Falls das Wasser im Beutel einen pH-Wert unter 7 hatte (was ich vermuten würde wenn im AQ schon monatelang kein Wasser mehr gewechselt wurde) ist es erstmal ungefährlich, da es zu Ammonium ungesetzt wird. Wenn du dann dein AQ-Wasser dazu gibst und dieses einen pH-Wert über 7 haben sollte, dann wird aus dem Ammonium wieder das hochgiftige Ammoniak.

Ich denke mit osmotischen Unterschieden kommt der Fisch ganz gut klar, solange man ihn nicht in ein sehr salzarmes Wasser (z.B. LF < 50 µS/cm) setzt.
Denk mal an die gerne durchgeführten Salzbäder. Da wird auf einen Schlag die LF auf mehrere 1000 µS/cm angehoben und nach Ende der Behandlung ganz schnell wieder auf den Ausgangswert zurück gesetzt. Die Fische vertragen das ganz gut.

Gruß,
Robert
Viele Grüße,
Robert
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon Leopard » 5. Feb 2012 17:52

Hallo Robert ,

Danke für deine Erklärungen !

Da hätte ich den Fisch ja wegen besonderer Sorge und Vorsicht glatt umbringen können, weil ich nur in eine Richtung gedacht hab...

Nu ja, is ja gut gegangen...und deswegen frag ich ja auch hier!
Hoffe ich hab mich nich(zu sehr) blamiert...

Eine Frage noch:
Wie lange soll ich den Fisch in Quarantäne lassen bevor er ins Gesellschaftsbecken kommt?

Gruß:
Martin
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon Robert B » 5. Feb 2012 18:25

Hallo Martin,

ich denke dass das viele nicht wissen. Ich habe bis vor ein paar Jahren auch noch genauso wie du gedacht - je länger die Angleichung dauert umso besser.

Bzgl. der Quarantäne, erstmal beobachten und für gute Wasserverhältnisse und Futter sorgen. Wenn er die nächsten 2 Wochen keine Probleme bekommt, würde ich mit der Angleichung der Bakterienstämme anfangen. Das dauert nochmal ein paar Wochen. Wie man das genau macht dazu solltest du genügend über die Suche finden ...

Gruß,
Robert
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Re: Diskus in der Notaufnahme...

Beitragvon Leopard » 31. Mär 2012 14:56

Hallo zusammen...

Hier ein Update:

Nachdem der Fisch die Quarantäne überstanden hatte, habe ich ihn Anfang des Monats zu den anderen ins Gesellschaftsbecken gesetzt.
Nach drei Tagen ging das große Balzen los, und es stellte sich schnell heraus das der Kobalt ein Weibchen ist.
"Die blaue Elise" hat sich einen von den jungen Leoparden klargemacht und jetzt zum dritten Mal abgelaicht.

Heute schwimmen 20-30 Larven um sie herum und knabbern an der Mama!
Auch der junge Leopard scheint einen prima Job zu machen.

Ich freu mich...auch wenn das wohl nicht lange gut gehen wird.

Gruß:
Martin
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