Hallo Markus,
bei großem Mulm/Schlammaufkommen (HMF) hat der Schlamm einen merklichen Einfluß. Er wirkt, vermutlich hauptsächlich aufgrund der enthaltenen Huminsäuren (=Chelatoren), wie ein schwach saurer Kationenaustauscher und kann Härtebildner entfernen. http://www.deters-ing.de/Gastbeitraege/Aquarienschlaemme.htm (Pkt. 9)
Im Wasser gelöste Chelatoren (Fulvate, bzw. synth. aus Dünger) können die Härtebildner ebenfalls binden. Sie sind dann aber trotzdem bioverfügbar und sollten mit den handelsüblichen Tests IMO auch erfaßbar sein.
@Anne,
der Schlamm wird auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen.
Weitere Ursachen für das Verschwinden der Härtebildner ist auf jeden Fall die Aufnahme durch Pflanzen und Mikroorganismen.
Falls du Wurzeln, Erlenzapfen oder Torf im Becken können diese ebenfalls merklich Härtebildner entfernen.
Vorausgesetzt, der GH-Test ist ok, hast du jedenfalls tatsächlich eine GH von 0.
Das was die KH-Tests messen, ist in Wirklichkeit nicht die Karbonathärte sondern das Säurebindungsvermögen. In deinem Fall wird das SBV von 2 vermutlich nicht durch Hydrogencarbonat, sondern sondern durch Fulvate, Phospate, etc. hervorgerufen. Deine KH beträgt ebenfalls 0.
Ich würde an deiner Stelle zunächst alles so lassen, nur die Wasserwechselmengen und Intervalle erhöhen, z.B. 50% wöchentlich. Bie deinem idealen Leitungswasser dürfte das ja ohne größeren Aufwand zu bewerkstelligen sein. Wenn du dann den zeitlichen Verlauf des GH-Abfalls kennst, kann man weitersehen. Falls der Abfall zu schnell ist, würde ich an deiner Stelle einen Teil des Mulms entfernen.



