Diskus am Kopf verletzt - dicke Schürfwunde :-(

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Beitragvon Robert B » 5. Nov 2005 11:49

Hallo Markus,

bei großem Mulm/Schlammaufkommen (HMF) hat der Schlamm einen merklichen Einfluß. Er wirkt, vermutlich hauptsächlich aufgrund der enthaltenen Huminsäuren (=Chelatoren), wie ein schwach saurer Kationenaustauscher und kann Härtebildner entfernen. http://www.deters-ing.de/Gastbeitraege/Aquarienschlaemme.htm (Pkt. 9)

Im Wasser gelöste Chelatoren (Fulvate, bzw. synth. aus Dünger) können die Härtebildner ebenfalls binden. Sie sind dann aber trotzdem bioverfügbar und sollten mit den handelsüblichen Tests IMO auch erfaßbar sein.


@Anne,
der Schlamm wird auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen.

Weitere Ursachen für das Verschwinden der Härtebildner ist auf jeden Fall die Aufnahme durch Pflanzen und Mikroorganismen.
Falls du Wurzeln, Erlenzapfen oder Torf im Becken können diese ebenfalls merklich Härtebildner entfernen.

Vorausgesetzt, der GH-Test ist ok, hast du jedenfalls tatsächlich eine GH von 0.

Das was die KH-Tests messen, ist in Wirklichkeit nicht die Karbonathärte sondern das Säurebindungsvermögen. In deinem Fall wird das SBV von 2 vermutlich nicht durch Hydrogencarbonat, sondern sondern durch Fulvate, Phospate, etc. hervorgerufen. Deine KH beträgt ebenfalls 0.

Ich würde an deiner Stelle zunächst alles so lassen, nur die Wasserwechselmengen und Intervalle erhöhen, z.B. 50% wöchentlich. Bie deinem idealen Leitungswasser dürfte das ja ohne größeren Aufwand zu bewerkstelligen sein. Wenn du dann den zeitlichen Verlauf des GH-Abfalls kennst, kann man weitersehen. Falls der Abfall zu schnell ist, würde ich an deiner Stelle einen Teil des Mulms entfernen.
Viele Grüße,
Robert
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Beitragvon Mietzekatze » 6. Nov 2005 20:20

Hallo Robert,

Falls du Wurzeln, Erlenzapfen oder Torf im Becken können diese ebenfalls merklich Härtebildner entfernen.


Also ich habe eine ganz große Mangrovenwurzel an der Rückwand stehen und eine auch nicht sehr kleine Mangrovenwurzel an einer Querstrebe des AQ´s
aufgehängt. Nach einer Woche ist das AQ-Wasser auch deutlich sichtbar dunkler geworden.

Ich habe mal das normale Leitungswasser mit dem Sera-Tropfentest gegengeprüft (auch um zu gucken, ob meine Tröpfchen richtig messen).
Dabei sind folgende Werte rausgekommen:

Leitungswasser gemessen mit Tröpfchentest Sera (kein Test älter als 3 Mon.) Heute Mittag, 06.11.2005 um 15 Uhr.

pH=8
Leitwert= von der Wasserwerk-Hompage übernommen= 158
dGH= 4 (Hompage des Wasserwerks = 4.1)
dKH= 2
CO2=0,8
O2= k. Test vorhanden
NH4= 0,25
NO2=< 0,3
NO3=0
PO4=0,25
FE=0,1
CU=0

Ich gehe mal davon aus, das die Testströpfchen also richtig messen.

Deine KH beträgt ebenfalls 0.


Uff, also ich habe jetzt auch mal Phosphat gemessen im AQ:

Messung heute Abend 20:15h. Ist zwar besser bei Tageslicht, aber jetzt war ich doch neugierig.

Ergebnis. PO4=0,50

Also der doppelte Wert gegenüber dem, was ich im Leitungswasser habe!

Den letzten Wasserwechsel von 50 % habe ich am Freitag Abend gemacht.
Leider war ich zu müde, die Wasserwerte direkt danach zu nehmen und nochmal eine Stunde später.

Das werde ich nächsten Freitag nachholen.

Gruss

Anne
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Beitragvon Markus » 6. Nov 2005 21:34

Hallo Robert,

der von Dir angesprochene Effekt ist mir durchaus bekannt.
Wenn man aber sowieso schon eine sehr geringe Härte hat, so ist m.E. eher ein gegenteiliger Effekt da: es werden wieder Salze aus dem Mulm gelöst.
Das kann man z.B. insbesondere bei hohen Phosphatgehalten sehr gut messen. Man senkt durch einen grossen WW den PO4-Wert, er stellt sich aber innerhalb von einigen Stunden bzw. wenigen Tagen auf annähernd den gleichen Wert wie vorher. Das ganze geht so lange, bis man die im Mulm gebundenen PO4-Gehalte wesentlich reduziert oder grosse Mengen an Mulm absaugt. Auch wenn ich Kassebeer da etwas widerspreche, aber m.E. ist Mulm in einer gewissen Menge gut, zuviel kann aber durchaus schädlich sein.

Ein Absinken der GH von 2 auf 0 halte ich zumindest für sehr schwer erklärbar!

Schöne Grüsse
Markus
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Beitragvon Robert B » 6. Nov 2005 22:23

Hallo Markus,

ich finde die Härteabnahme auch ungewöhnlich und schwer erklärbar, zumal gerade im Diskusbecken meist kräftig gefüttert wird und damit auch noch Härtebildner zugeführt werden.

Ich hatte nur versucht verschiedene mögliche Erklärungsversuche aufzuzählen.

Das mit dem Schlamm habe ich schon einige Male gehört und es erscheint mir gerade hier eine Möglichkeit, da Anne aufgrund der riesigen Matte vermutlich sehr viel Mulm im Becken hat. Eigene Erfahrungen in dieser Richtung habe ich allerdings nicht gesammelt. Vielleicht hätte ich es klarer herausstellen müssen, dass es sich nur um eine Spekulation handelt.
Ich habe ja aber auch noch andere Faktoren genannt, die ebenfalls eine Rolle spielen könnten.
Auf jeden Fall glaube ich dem gemessenen GH-Wert. Die Vergleichsmessung mit dem Leitungswasser kommt gut hin und wenn ein Test überaltert ist, hat er eigentlich höchstens einen Mehrverbrauch.

Den von dir beschriebenen Phosphateffekt kenne ich auch, aber das hat eine andere Ursache: Phospate sind nur bis zur einer bestimmten Menge wasserlöslich, wird diese Grenze überschritten, fallen sie als schwerlösliches Salz aus. Wenn der Phospatgehalt im Wasser sinkt, lösen sie sich wieder bis zur Löslichkeitsgrenze nach.

Ich bin mir aber auch überhaupt nicht sicher ob die Wasserwertediskussion hier weiterführt. Anne hat ja wie in dem anderen Thread beschrieben auch noch mit einem anderen Fisch Probleme und die GH von 0 ist bestimmt nicht die (alleinige) Ursache.

Wie schon oben geschrieben, würde ich das Augenmerk auf erhöhten Wasserwechsel legen.
Was den Mulm anbelangt, bin ich mit dir einer Meinung, ich halte ein zuviel ebenfalls für schädlich, da es nur unnötig Sauerstoff zehrt. Daher würde ich große Mulmansammlungen auf jeden Fall absaugen. Ob die große Matte so glücklich gewählt ist, da bin ich mir ebenfalls nicht so sicher.
Viele Grüße,
Robert
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Beitragvon Mietzekatze » 6. Nov 2005 23:40

Hallo Robert, hallo Markus,

Robert schrieb:

Ob die große Matte so glücklich gewählt ist, da bin ich mir ebenfalls nicht so sicher.


Genau darüber habe ich auch schon nachgedacht.

Also wie gesagt:

Ich halte ersteinmal meinen Schlachtplan ein:

1. Gesteigerter Wasserwechsel wöchentlich auf 50 Prozent
2. Möglichst viel Lebendfutter füttern
3. Lichtdauer auf max. 12 Std. täglich (schon geschehen)
4. Luvos Heilerde bei jedem Wasserwechsel zufügen.

Mir ist noch etwas aufgefallen, seit Freitag. Da habe ich doch den ersten großen Wasserwechsel gemacht und wirklich langsam das neue Leitungswasser zulaufen lassen, weil sie um so niedriger der Wasserstand wurde, desto unruhiger und dunkler wurden die Fische.

Und jetzt konnte ich eine vermehrte Schreckhaftigkeit bei den Diskus beobachten.

Also irgendwo ist noch der Wurm drin. Wenn ich nur wüste wo! :cry:

Ich halte Euch auf jeden Fall auf den Laufenden. Und vielen Dank für Eure Beiträge. Auch den Anderen, die bisher geschrieben haben. Ich habe jetzt schon eine ganze Menge daraus gelernt und werde mir Eure Beiträge sicherlich noch ein- zweimal durchlesen.

Gruss

Anne

Ach, bevor ich es vergesse. So sah "Racker" der verstorbene Diskus vor seinem Tod aus. Mein Mann hat das Foto mal so aus Spass geschossen, weil er es so lustig findet, wie die Diskus von einem Ende des Beckens zum anderen Ende flitzen, wenn ich an dieser Ecke stehe und dann um Futter betteln. Das Foto ist vom 20.10.2005.
"Racker" ist der Erste auf dem Foto. Er war immer der Erste, wenn es um Fressen ging.
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Diskuswettrennen. Wer ist der Erste?
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