Veröffentlichung: mit freundlicher Genehmigung von Autor:Gerhard Rahn
Erschienen im Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co - Datz Aquariumbücher
Auszug aus seinem Buch "Diskus" auf Seite 47,
zum Thema:
Das einfahren des Filters
Hat man sich für einen Filtertyp entschieden und Ihn Installiert, muss er „eingefahren“ werden. Das bedeutet, das sich auf dem Filtermedium Bakterien ansiedeln, die in Lage sind, die anfallende Schadstoffe um zubauen. Diese Bakterien kommen in geringer Anzahl fast überall vor. Bei einem Neu eingerichteten Aquarium dauert es aber einige Tage oder unter Umständen sogar Wochen, bis sie sich in ausreichender Anzahl auf dem Filtermedium angesiedelt und vermehrt haben. Sind während dieser Zeit keine Fische im Aquarium, so fällt für die Bakterien nicht ausreichend Nahrung an, da ja die Ausscheidung der Fische fehlen. Sind aber Fische im Wasser, kann der Schadstoff ab- und Umbau nicht bis zum Nitrat durchgeführt werden, sondern endet bei Ammonium/Ammoniak oder Nitrit. Auf die daraus entstehenden Gefahren wurde schon hingewiesen. Ein leicht saurer pH- wert in dieser Phase kann zwar eine mögliche Katastrophe (Ammoniak) verhindern, hilft aber den Bakterien nicht bei der Vermehrung.
Die beste Möglichkeit dieses Problem zu lösen besteht darin, unter das neue Filtermaterial einen Teil „eingefahrenen“ Filtermediums aus einem bereits in Betrieb befindlichen Filter zu geben (an geimpft“). Der Filter besitzt auf diese Art eine genügend große Bakterien-Startpopulation und kann sofort arbeiten.
Nicht jeder Aquarianer hat aber die Möglichkeit, sich entsprechendes Filtermaterial zu besorgen. Für solche Fälle hat die Aquarienindustrie so genannte „Starterkulturen“ entwickelt, die diesen Prozess beschleunigen sollen. Wer sich die Sache einfach machen will, kann Sie einsetzen.
Wer einen Garten besitzt, der nicht mit allen möglichen Chemikalien verseucht ist, kann einen Löffel Gartenerde daraus entnehmen und diese in etwa einem Liter gut verrühren. Danach sich die schweren Bestandteile auf dem Boden abgesetzt haben, gießt man das darüber stehende trübe Wasser in den Filter. Auf diese Weise gelangen viele „nützliche“ Bakterien aus der Gartenerde in das Filtersubstrat.
Man kann aber auch einen kompletten neu bestückten Filter zusätzlich an ein bereits eingefahrenes Becken anschließen und dort einige Wochen betreiben. Bei der Neueinrichtung eines Beckens braucht man diesen Filter dann nur noch an das neue Aquarium anzuschließen.
Eine weitere erprobte Variante, einen Filter einzufahren, besteht darin, das Becken einzurichten und es eine Zeit ohne Fische zu belassen. Während dieser gibt man gelegentlich eine kleine menge Milch in das Wasser und zwar soviel, dass das Wasser sich ganz leicht trübt. Wenn die Trübung verschwindet, gibt man erneut etwas Milch hinzu. Den Vorgang wiederholt man so oft, bis auch eine etwas größere Menge in wenigen Stunden völlig abgebaut wird. Auch zwischen den Fingern zu Pulver zerriebenes Flockenfutter erfüllt den gleichen Zweck.
Bevor man die Fische einsetzt, müssen noch einmal Ammonium/ Ammoniak, Nitrit und der pH-Wert überprüft werden. Auch ein ständig ansteigender Nitrat wert zeigt an, dass die „Filterbiologie“ in Gang gekommen ist. Ist dies der Fall, kann man die Fische einsetzen. In den ersten Tagen sollte man sicherheitshalber nur sehr sparsam füttern, damit sich die Filterbakterien an die veränderte Situation anpassen können.
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