Bandwürmer

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Bandwürmer

Beitragvon Jessystone » 21. Okt 2005 17:33

Hallo,
kämpfe seit ca. 1 Jahr gegen Bandwürmer bei meinen Diskus.
Die behandlung mit Moneol oder Droncit funktioniert ja ganz gut, das Problem ist nur das keines dieser Mittel die Eier der Bandwürmer abtötet und sich die Diskus die nach der Behndlung, die aus dem After hängenden Toten Würmer mit den anhängenden Eiern gegenseitig vom Hinterteil abfressen und sich somit gleich wieder Infiziert haben.
Habe auch schon versucht nach der eigentlichen behandlung ein paar Tage lang mit Preis Coly angereichertes Futter zu geben, um evt. schlüpfende Bandwurmlarven gleich wieder abzutöten, aber auch dies war erfolglos.Mann müßte genau wissen wann aus den Eiern Larven schlüpfen um dann geziehlt an diesem Tag noch einmal Droncit zu ferfüttern. Vieleicht kann mir jemand von Euch helfen, binn mit meinem Latein echt am Ende, habe schon das ganze Internet durchforstet, aber man findet immer nur was über die Behndlung und nichts über das Problem der Wiederinfizierung über die Eier.
Gruß
Andreas
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Beitragvon Markus » 21. Okt 2005 20:19

Hallo Andreas,

habe mir erlaubt, das Thema dorthin zu verschieben, wo es hingehört ;-)

Bandwürmer: Die angewendeten Mittel waren schon richtig.
Leider sind in den letzten Jahren Bandwürmer aufgetaucht, die mittlerweile recht resistent gegen Praziquatel ge(macht)worden sind...
Der Grund dafür ist darin zu suchen, dass nicht konsequent genug gegen die Würmer vorgegangen wurde.
Wenn Du schon seit einem Jahr dagegen kämpfst, wirst auch Du evtl. mit Resistenzen zu kämpfen haben.

Folgende Dinge sollten bei der Behandlung von BW beachtet werden:
1. Die in älterer Literatur angegebenen Dosierungen sind oft heute nicht mehr ausreichend wirksam.
2. Die immer wieder empfohlene Medikamention über das Futter hat nur eine zweifelhafte Wirkung und ist nur dann annähernd mit Erfolg gekrönt, wenn man eine überschaubare Anzahl gut fressender Tiere hat.
3. In jedem Falle ist nach 10 Tagen eine Wiederholungsbehandlung notwendig, da die Eier, wie Du bereits geschrieben hast, nicht erwischt werden. Nach 10 Tagen geht man davon aus, dass diese dann geschlüpft sind und vom Medikament erreicht werden. In Deinem Falle würde ich noch zu einer dritten Behandlung nach weiteren 10 Tagen raten.
4. Bei einer Badebehandlung sollten mind. 2 mg/ltr (reiner Wirkstoff) Wasser zugegeben werden. In Deinem Falle würde ich zu 4-5 mg/ltr Wasser raten.
5. Jegliche erkennbaren Würmer sind abzusaugen. Dies verringert das Risiko einer Reinfektion erheblich, da in den Gliedern Eier enthalten sind.
6. Bandwürmer können durch Lebendfutter und ungenügend abgelagertes Frostfutter ins AQ eingebracht werden. Schliesst man nicht systematisch derartige Quellen aus, meint man u.U., dass man die Würmer durch die Behandlung nicht abgetötet hat...

Das waren erst mal die Punkte, die mir zum Thema BW eingefallen sind, ich wünsche Dir viel Erfolg.

Schöne Grüsse
Markus
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Beitragvon Jessystone » 21. Okt 2005 20:59

Hallo Markus,
vieklen Dank fur Deine umfassende Antwort, werde es genau so versuchen, hoffentlich klappt es diesmal. Mir sind schon Pärchen und ganze Nachzuchten nach und nach gestorben. Nachdem ich rausgefunden hatte das es Bandwürmer sind wurde mir so mancher Todesfall klar. Mann verliert auch langsam die Lust, wenn die behandlungen nicht zum erwünschten erfolg führen. Meiner ansicht nach sind Bandwürmer verbreiteter als man denkt, Anfänger oder selbst vortgeschrittene merken es nur nicht, weil es sehr Lange dauert bis ein Diskus su zu sagen verhungert ist, und ein Bandwurm hängt eher selten am After und wenn muß mann Ihn auch noch deuten können, denn die Diskus verhalten sich bis kurz vor ihrem ende normal, außer das sie immer Dünner werden.
Hoffe das ich es endlich in den Griff bekomme.
Danke!
Gruß
Andreas
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Beitragvon Frosti » 22. Okt 2005 00:18

Hallo Markus
Hallo Andreas
Ich würde sogar behaupten im Frostfutter halten sich Bandwurmeier länger als man das Futter verwenden kann.
Viele Grüße
Daniel

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Beitragvon Jessystone » 22. Okt 2005 10:09

Hallo Daniel,
daas ist ja sogar schon nachgewiesen, daß Bandwürmer über Zyclops eingeschleppt werden können.
Gruß
Andreas
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Beitragvon Markus » 22. Okt 2005 20:18

Hallo Daniel,

Ich würde sogar behaupten im Frostfutter halten sich Bandwurmeier länger als man das Futter verwenden kann.


Da scheiden sich die Geister. Verfolgt man die Informationen im Inet, so wird man keine schlüssigen Antworten bekommen. Fuchsbandwurmeier sollen nach diesen Angaben wohl sehr tiefe Temperaturen vertragen, andererseits wird für Lebensmittel für den Menschen eine Tiefgefrierung von zwei Wochen als ausreichend erachtet...

Da mir noch keinerlei Fälle bekannt geworden sind, wo z.B. parasitenfreie Tiere über Frostfutter infiziert wurden, gehe ich bis dato davon aus, dass hiervon keine Gefahr ausgeht.
Ich habe darüber auch schon mit Rahn, Untergasser und einigen Veterinären gesprochen, die alle davon ausgehen, dass von abgelagertem Frostfutter keine Gefahr ausgehe, was nicht heissen soll, dass ein gewisses Restrisiko bestehen kann.

Um durch Tiefgefrieren etwas weiter als Bakterien entwickelte Lebewesen nicht abzutöten, bedarf es auch speziellen Schockfrostverfahren, die wir in unseren Kühltruhen sicher nicht erreichen.

Schöne Grüsse
Markus
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Beitragvon Markus » 22. Okt 2005 20:21

Hallo Andreas,

daas ist ja sogar schon nachgewiesen, daß Bandwürmer über Zyclops eingeschleppt werden können.


Bandwürmer vermehren sich über Copepoden, zu denen auch Cyclops gehören, das ist richtig. Daher auch mein Hinweis, dass man Frostfutter hinreichend ablagern sollte.

Schöne Grüsse
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Beitragvon Frosti » 23. Okt 2005 18:44

Hallo Markus
Da auf den Frostfutterverpackungen für die Problemfuttersorten
( Bosmiden, Cyclops und alle drei Sorten von Mückenlarven ) keine Produktionsdaten drauf sind, gibt es bei mir nur noch Rote gezüchtete.
Auch die Schockfrostung kann kein Produzent immer garantieren, denke ich. Ich habe mit Gerd und einigen anderen Leuten auch schon über dies Problem diskutiert. Meine Tiere ( Parasitenfrei ) kriegen halt nur noch Mysis,Artemia und Rote gezüchtet als Ballastfutter.
Viele Grüße
Daniel

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Beitragvon Kingo » 23. Okt 2005 20:30

Hallo zusammen,

Habe in meiner älteren Literatur (Krankheiten der Fische von Gottfried Schubert) gelesen, dass ein Befall mit Bandwürmern nur durch einen Zwischenwirt möglich ist.

Sollte dies zutreffend sein kann ich mir nicht vorstellen wie ein Befall über Frostfutter erfolgen soll.
Auch ein Befall durch fressen der kann danach nicht möglich sein.

Ein weiterer Befall von Bandwürmer nach einer Behandlung ist m.E. nur möglich wenn sich im Aquarium noch weitere infizierte Zwischenwirte (Kleinkrebse) befinden.

Eine einmalige Behandlung mit Praziquantel hat in meinem Becken ausgereicht.


mfG

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Beitragvon Markus » 23. Okt 2005 21:24

Hallo Daniel,

Da auf den Frostfutterverpackungen für die Problemfuttersorten
( Bosmiden, Cyclops und alle drei Sorten von Mückenlarven ) keine Produktionsdaten drauf sind, gibt es bei mir nur noch Rote gezüchtete.


Ich kann Deine Vorsicht zwar grundsätzlich verstehen, jedoch wird Dir das nicht viel mehr Sicherheit geben, wenn Du auf sogenannte "Problemfuttersorten" verzichtest. Frostfutterhersteller füllen auf gleichen Anlagen Cyclops, Artemia, rote Mülas (ob gezüchtet oder nicht) usw. nacheinander ab, je nachdem, was gerade benötigt wird. Glaube nicht, dass zwischen den einzelnen Fertigungslosen eine Desinfektion stattfindet. Somit wirst Du zwar das Risiko etwas mindern, wenn Du nur "von Haus aus" eher unproblematisches Futter fütterst, aber auf Dauer würde eine derartige Fütterung zwangsläufig zu einer Infektion führen müssen. Vielleicht ein paar Monate später, aber es wäre wahrscheinlich unvermeidbar, wenn wirklich eine Gefahr von ausreichend abgelagertem und entsprechend gefrostetem Futter ausgehen würde.

Auch die Schockfrostung kann kein Produzent immer garantieren, denke ich.


Es geht genau darum, keine Schockfrostung zu erreichen. Durch eine normale (langsame) Frostung werden Zellstrukturen wesentlich mehr zerstört, als bei einer Schockfrostung. Dies überlebt m.E. kein uns interessierener Parasit.

Schöne Grüsse
Markus
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Beitragvon Frosti » 25. Okt 2005 23:55

Hallo Markus
Ich war einige Tage im Stress, daher meine Antwort erst jetzt.
Nach meiner Meinung ist den Bandwurmeiern alles ziemlich egal, sie funktionieren trotzdem.
Sicher ist, in allen Süßwasserfuttersorten können Cyclops etc mit drin sein. Wenn dann nur ein Bandwurmei vorhanden ist, beginnt das Problem.
Viele Grüße
Daniel

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Beitragvon Uwe_Bolik » 26. Okt 2005 06:08

Hallo Frosti,

Da auf den Frostfutterverpackungen für die Problemfuttersorten
( Bosmiden, Cyclops und alle drei Sorten von Mückenlarven ) keine Produktionsdaten drauf sind, gibt es bei mir nur noch Rote gezüchtete.


Hast Du kein Futter von Ruto im Angebot? Auf den Blisterpackungen befindet sich ein Haltbarkeisdatum...dieses Datum minus 14 Tage = Produktionsdatum.

Ansonsten kannst Du das Futter auch bei Dir 14 Tage lagern bis Du es verfütterst.

Wobei ich mich Markus anschließe, dass in der Praxis wohl eher Lebendfutter das nicht selbst gezüchtet ist problematisch ist.

Viele Grüße

Uwe
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Beitragvon Markus » 26. Okt 2005 10:51

Hallo Daniel,

Ohne konkrete Literaturhinweise dazu werden wir uns wohl weiter im Kreis drehen... Wobei ich davon ausgehe, dass es zu unserer Frage keine Antwort gibt, da es wahrscheinlich noch nicht untersucht wurde.

Nach meiner Meinung ist den Bandwurmeiern alles ziemlich egal, sie funktionieren trotzdem.


Das sind Mutmaßungen, genau wie ich in der anderen Richtung mutmaße. Letzlich ist es meines Wissens nach nicht erwiesen, ob die für Diskus relevanten Bandwurmeier wirklich Temperaturen von unterhalb -18...-24°C überleben können.
Bei Fuchsbandwürmern sind Eier wohl noch überlebensfähig bis -80°C, dies muss aber nicht heissen, dass dies auch auf die beim Diskus parasitierenden BW zutrifft, da sich ein Fisch als Wirt doch erheblich von einem Fuchs unterscheidet und somit der Parasit sich auch oft erheblich in seinen Eigenschaften in andere Richtungen entwickelt hat.

Ich wage es nach wie vor zu bezweifeln, da mir kein Fall bekannt ist, wo man sich BW definitiv durch Frostfutter eingefangen hat. Da ich ein gewisses Restrisiko bzgl. Einschleppung von Parasiten allgemein sehe, hältere ich neu erworbenes Futter erst einmal zwei Wochen bei -24°C in der Truhe vor Verfütterung.

Sicher ist, in allen Süßwasserfuttersorten können Cyclops etc mit drin sein. Wenn dann nur ein Bandwurmei vorhanden ist, beginnt das Problem.


Nichts anderes wollte ich mit einer meiner vorherigen Antwort sagen. Daher fände ich es konsequent, komplett auf Frostfutter und Lebendfutter zu verzichten, wenn man die Gefahr als gross einstuft. Dann stellt sich aber die Frage, wie man die Diskus gesund u. abwechslungsreich ernährt.

Schöne Grüsse
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Beitragvon Frosti » 26. Okt 2005 13:52

Hallo Markus
Die zwei Wochen sehe ich nicht so. Aber wenn man den Tieren Lobstereier
wenn sie klein sind und danach Mysis, Artemia, Rote Mülas gezüchtet, Rinderherz, Muschelfleisch, Flocke, Granulat und mit Vitaminen angereicherte Rote Mücke FD gibt, findet das Problem nicht statt.
Ich ernähre meine Diskus seit Jahren so.
Viele Grüße
Daniel

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Beitragvon Markus » 26. Okt 2005 14:17

Hallo Daniel,

wie schon vorher geschrieben, finden zwischen den einzelnen Produktionen verschiedener Frostfuttersorten keine Desinfektionen auf den Abfüllmaschinen statt. Insofern würde zwar das Risiko bei Deiner Vorgehensweise theoretisch geringer sein (falls Du auch zwei Wochen warten würdest mit dem Verfüttern), aber es wäre trotzdem sehr unwahrscheinlich, über Jahre parasitenfrei zu bleiben, wenn wirklich eine Gefahr vom Frostfutter ausgehen würde.

Ich verfahre auch schon seit Jahren so wie von mir beschrieben und habe mir noch nie etwas über Frostfutter eingeschleppt.

Schöne Grüsse
Markus
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