Autotrophe Denitrifikation

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Beitragvon jgottwald » 16. Mai 2006 20:04

Hallo Jonathan!
die Pumpe arbeitet doch in einem geschlossenen Kreislauf, der kein oder sehr wenig Sauerstoff enthält. Wo sollte nach deiner Meinung denn der Sauerstoff herkommen?
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Beitragvon Wolfgang » 17. Mai 2006 00:27

Hallo Jonathan,

das umgewälzte Wasser ist sauerstoffrei also kann der Sauerstoffgehalt nicht negativ durch die Pumpe beeinflußt werden.

Die Sauerstoffreiheit wird duch den geringen Durchfluß durch den Filter erreicht. Die Umwälzung ist also in Bezug auf Sauerstoffgehalt unschädlich.

Gruß
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Beitragvon Diskus4ever » 17. Mai 2006 07:06

Hallo,

Stimmt, da habt ihr auch wieder Recht! Trotz, dass das einströmende Wasser ja noch sauerstoffreich ist und Wasser nunmal aus Wasserstoff und Sauerstoff besteht, kann ja gar kein Gasaustausch stattfinden... :)
Viele Grüße
Jonathan


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Beitragvon Oswald » 21. Mai 2006 20:37

Hallo zusammen,

das ist richtig :idea: Bei der Verwendung dieses Systems wird auch die KH und GH sehr schwach reduziert, das bedeutet, dass bei einer KH von unter 3 (im Aquariumwasser ! ) sehr starke Säureschwankungen entstehen können. Es ist aus diesem Grund wichtig die Wasserhärte zu überwachen. Eine Methode mittels Messstreifen ist nicht empfehlenswert, denn sie ist zu ungenau. Sehr viel genauer sind die Messchemikalien (Titrationstest ).
Autotrophe Denitrifikation ist bei schwacher Säurepufferung 6-4 KH nur dann empfehlenswert, wenn ein kalkhaltiges Gestein wie z.B Dolomit oder auch Koralenbruch in den Reaktor mit beigemischt wird. Durch die Umwälzung im Aufstromverfahren werden die Hydrokarbonate herausgelöst, dadurch kann die produzierte Säure neutralisiert werden. Der im Beipaß laufende Hydrogen Reaktor kann die selbe Hilfe leisten. Es gibt unzählige Mittel in der Aquaristik, die die Wasserhärte beeinflussen können, jedoch möchte ich davon abraten, denn dadurch bestehlt die Gefahr, die Biochemie des Wassers negativ zu beeinflussen.

Unten auf dem Bild sind die Einheiten wie Redoxregelung und PH Überwachung erkennbar. Die Wasserhärte meines Leitungswassers in dem die Diskusfische schwimmen ist relativ hoch. Das ist unter anderem auch ein Grund, warum ich die endkarbonisierende und zugleich PH-Wert senkende Autotrophe Denitrifikation bevorzugt habe.



Gruß,

Oswald Hanke
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Beitragvon Wolfgang » 22. Mai 2006 00:16

Hallo Oswald,

was heisst bei dir relativ hoch?

Gruß
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Beitragvon Erwin » 22. Mai 2006 00:56

Hallo Oswald,

mich würde mal interessieren, wieviel die Anschaffung und der Unterhalt dieses Denitrifikations-Reaktors in etwa kostet?
Und in welchem Turnus du, trotz dieses Nitratfilters, wieviel Prozent des Aquarienwassers durch Frischwasser ersetzt?

MfG
Erwin
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Beitragvon Oswald » 22. Mai 2006 20:24

Hallo Wolfgang und Ervin.

Gegenüber den herkömmlichen Methoden ist die von mir praktizierte Nitratentfernung meines Wissens die preiswerteste (eine Filterfüllung reicht je nach Nitratanhäufung mehrere Jahre). Für fünf Kg Schwefel zahle ich ca 100 €. Es ist beim Kauf des Substrates drauf zu achten reinprozentigen Schwefel zu kaufen, denn es gibt auch minderwertigen Schwefel auf dem Markt. Die teuerste Anschaffung ist die Redoxregelung mit Wasser tauglichem Magnetventil, und natürlich das hochporöse Substrat z.B Siporax... Ich habe anstatt des teuren Sinterglases, das sehr günstige Aqualit (Schaumkeramik) ausgewählt. Der Preis liegt bei ca. 18 Euro pro acht Kg.

Mein Leitungswasser hat eine KH~ 15 / GH~18, der Leitwert liegt bei 560ms. Die Anlaufphase des Nitratreaktors kann bis zu acht Wochen dauern. Nach dem der D -Filter seine efektivste Abbauleistung erreicht hat, und der Nitratgehalt bis auf ca 15 bis 30 ml/l gesunken ist, kann der Wasserwechsel deutlich reduziert werden.

Mit ein bißchen handwerklichem Geschick ist es relativ einfach den Reaktor selber zu bauen, dabei kann man sich einige Euros sparen. Falls jemand Interresse hat einen Autotrophen Denitrifikationsfilter zu bauen, bin ich natürlich auch bereit Empfehlungen und Ratschläge weiter zu geben :wink:


Gruß,

Oswald Hanke
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Beitragvon Wolfgang » 22. Mai 2006 20:29

Hallo Oswald,

hälterst du deine Tiere in Leitungswasser oder bereitest du auf?
Wie weit sinkt denn dann deine KH und GH?

Gruß
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Beitragvon Oswald » 28. Mai 2006 11:08

Hallo,

die Frage ist berechtigt. Das Leitungswasser wird direkt in die Aquarien hinein geleitet, durch die ansäuernde und zugleich PH-Wert senkende Wirkung des Autotrophen D- Filters pendelt sich der PH Wert auf ~ 7,2 ein, ohne dass ich eine aufwändige Wasseraufbereitung betreiben muss.
In früheren Zeiten von mir praktizierte Nitratentfernung mit Zudosierung von Essigsäure oder Wodka (Kohlenstoffquelle) hat das Gegenteil bewirkt, denn bei dieser Filtration werden alle Säuren von den Heterotrophen Bakterien reduziert, was den Anstieg des PH-Wertes auslöste.
Ich werde aber auch den Heterotrophen Denitrifikationsfilter in meiner neu endstehenden Zuchtanlage in Einsatz nehmen, denn mit der Heterotrope Denitrifikation wird die Pufferwirkung des Wassers erhöht, und so kann der PH-Wert-Sturz im Zuchtwasser verringert werden.

Gruß,

Oswald Hanke
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Beitragvon Wolfgang » 29. Mai 2006 15:40

Hallo Oswald,

das heisst doch dann, das du deine Tiere, auch die großen bei KH-Werten über 10 hälterst. Es wird immer behauptet, das das zu Schäden an den Nierenkanälen der Diskus führt und das die Tiere durch das harte Wasser krankheitsanfälliger werden. Wie sind deine Erfahrungen dazu?

Gruß
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Beitragvon Oswald » 29. Mai 2006 22:41

Hallo Wolfgang,

Das glaube ich nicht ! Ich glaube nur das was ich sehe, und ich lehrne am besten aus eigenen Erfahrungen.
Die Behauptung habe ich auch schon gelesen und kann nur darüber lachen, denn bei meinen Tieren wurde bis jetzt eine Schedigung durch zu hohe Karbonathärte und sonstiges nicht festgestellt. Meine Tiere schwimmen teilweise auch im härterem Wasser.

Oder glaubst du dass Diskusfische die eine Schädigung aufweisen, so Vital aussehen können wie dieser auf dem Foto ?

Gruß,

Oswald Hanke
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Beitragvon Wolfgang » 29. Mai 2006 22:46

Hallo Oswald,

danke für deine Infos, ich habe selber KH 10 und GH 12 aus der Leitung
und kann deine Erfahrungen nur bestätigen.

Gruß
Wolfgang
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Beitragvon jgottwald » 30. Mai 2006 10:29

Hallo Oswald!
ich denke aber, das dein Aqaurienwasser aufgrund des Nitratfilters eine wesentlich niedrigere KH Härte aufweist. Der Abbau von KH wird umso größer, je mehr Nitrat vorhanden ist.
Allerdings: deine Fische sehen doch wirklich ungesund aus, meinst du die Punkte sind normal? :lol:
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Beitragvon Diskus4ever » 30. Mai 2006 15:39

Hallo zusammen!

Mich würden auch die Werte der KH, GH und des PH-Wertes des Wassers, welches aus dem Nitratfilter austritt interessieren :!:

Man kann hier nicht pauschal sagen, dass das Aquarienwasser wesentlich weniger Härtebildner als das Leitungswasser aufweist, dazu muss man die Leistung des Nitratfilters und das zu "klärende" Wasservolumen berücksichtigen wobei ich denke, dass z.B. die KH, in dem Fall, nicht allzu stark reduziert wird!

Wie legt man eigentlich die Größe eines solchen Filters fest? Zu klein, und zu groß ist ja beides nicht von Vorteil, wenn man vom gleichen Durchfluss ausgeht! Welche Rolle spielt die Höhe? Ich denke durch das Aufströmverfahren ist diese von Vorteil?! Das "autotrophe" an dem System ist doch "nur" das Schwefelgranulat, oder?

Aber stimmt.....die Tiere sehen wirklich ungewöhnlich aus :wink:
Viele Grüße
Jonathan


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Beitragvon jgottwald » 30. Mai 2006 16:07

Hallo Jonathan!
warum kann man das nicht behaupten? Schaue doch mal nach, was Autotrophe Denitrifikation eigentlich ist. Im Meerwasserbereich wird sie seit Jahren eingesetzt, man arbeitet dort mit exakt den gleichen Werten, härtet das Wasser aber immer auf.
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