Auswirkung der Karbonathärte (kh)

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Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon ErnieohneBert » 23. Okt 2011 11:06

Hallo zusammen,

Heute habe ich mal eine etwas speziellere Frage bezüglich der Wasserzusammensetzung, speziell der Härte. Auf diversen Seiten und auch in einem unserer Ratgeber steht, dass speziell die KH ausschlaggebend dafür ist, wie geeignet das Wasser für die Diskus ist. Nun meine Frage: Warum sollte gerade die Karbonathärte im optimalfall bei sagen wir mal ~4 sein? Wirkt sich die Resthärte nicht ähnlich auf den Diskuskörper aus? Wäre dann überspitzt gesagt ein Wasser mit kh 3 und gh 15 gut für die Fische?

Würde mich über ein paar Antworten sehr freuen :)

Viele Grüße
Matze
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon Ohligerj » 23. Okt 2011 11:29

Hallo Matze,

KH 4 hat sich als guter Kompromiss herausgestellt. Kleinere KH käme den natürlichen Werten in Diskus-Biotopen entgegen, kann aber zu instabilem pH-Wert führen. Es erfordert einiges an Erfahrung und auch Überwachungsaufwand, ein Becken z.B. mit KH < 2 zu fahren. Deutlich höhere KH als 4 soll langfristig zu Schädigungen führen. So richtig bewiesen ist das m.E. nicht, insbesondere nicht, ab welcher KH es kritisch wird. Tatsache ist, dass viele Diskus in höherer KH schwimmen und dass das mindestens eine Zeit lang ganz gut geht. Bitte nicht so verstehen, dass der Diskus extrem hoher KH ausgesetzt werden sollte. Aber ob die KH bei 3 oder 5 liegt, dürfte relativ egal sein.
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon ErnieohneBert » 23. Okt 2011 12:05

Danke Jörg für deine Antwort.

Ja das wundert mich auch immer, dass oftmals gesagt wird dass der Diskus auch in relativ hartem Wasser leben kann. Vorallem von Verkäufern. Aber ob die wirklich daran interessiert sind, dass der Fisch lange lebt :?
Ich habe bei meinen Fischen nur gesehen, dass sie bei KH ~11 Flosseneinschmelzungen bekamen. Sobald ich anfing 50:50 mit Osmose zu verschneiden gingen die Einschmelzungen zurück und die Fische wirken seitdem vitaler. Ob das wirklich an der KH lag weiß ich nicht.

Weißt du, welche Rolle die restliche Härte einnimmt? Ist sie zu vernachlässigen?

(http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserh%C3%A4rte)

Viele Grüße
Matze
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon Ohligerj » 23. Okt 2011 12:21

Hallo Matze,

mit dem Begriff "restliche Härte" kann ich nicht so viel anfangen. Das Problem bei der KH ist, dass sie ausfallen kann und dann zu Ablagerungen führt. Auch sozusagen im Fisch, und das führt dann zu Problemen. KH fällt aus, wenn nicht genügend freies CO2 im Wasser ist, um die KH in Lösung zu halten. Je höher die KH, umso mehr CO2 wird benötigt, um die KH in Lösung zu halten.

Das bedeutet, bei niedriger KH wird i.d.R. genügend CO2 vorhanden sein, um die KH in Lösung zu halten -> keine Probleme. Je höher die KH, je größer das Risiko, dass das CO2 nicht ausreicht. Deshalb kann man auch keine Grenze für die KH definieren.

Bleibt die KH aufgrund genügend CO2 in Lösung, ist sie unschädlich.
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon ErnieohneBert » 23. Okt 2011 12:50

Hallo Jörg,

nochmal Danke für die Antwort :bier

Aha! Also geht es hauptsächlich darum, dass die KH gelöst sein muss, damit sie sich nicht am Fisch "absetzt". Und bei hoher KH ist zu viel Co2 nötig, das mögen die scheiben dann ja nicht.

Mit Resthärte meine ich den Teil der GH der noch übrig bleibt, wenn man die KH abzieht. Deswegen auch die Frage ob ein Wasser mit kh 4 und gh 15 (Mal übertrieben gesagt) diskusfreundlich ist :)

Viele Grüße
Matze
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon Erwin » 23. Okt 2011 13:23

Hallo Jörg,
Ohligerj hat geschrieben:Hallo Matze,

KH fällt aus, wenn nicht genügend freies CO2 im Wasser ist, um die KH in Lösung zu halten. Je höher die KH, umso mehr CO2 wird benötigt, um die KH in Lösung zu halten.


interessante Erklärung.
Träfe dies wirklich zu, bräuchte man hartes Wasser nur sehr stark belüften (=freies CO2 austreiben) um die Kh zu senken. :wink:
Ich habe das so einfach noch nicht geschafft.
Umgekehrt ist es zwar so, dass bei Zufuhr von Aufhärtesalzen zur Lösung freies CO2 benötigt wird. Aber daraus den Umkehrschluß zu ziehen, dass bei CO2-Mangel eine Kh-Ausfällung stattfindet, möchte ich doch leicht anzweifeln. Zumindest nicht direkt, sondern nur unter Mithilfe von Pflanzen/Algen oder Bakterien.

MfG
Erwin
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon ErnieohneBert » 23. Okt 2011 14:31

Hallo Erwin,

Ich glaube Jörg wollte erklären, dass es nicht um die direkte KH - Senkung geht, sondern wie "gelöst" die vorhandene KH ist. Das erklärt auch, warum belüften allein nicht zur Kh-Senkung beiträgt. Lediglich würde sich der ungelöste KH Anteil erhöhen. Allerdings weiß ich nicht genau welche Teile der Härte sich wie auswirken etc. Deswegen habe ich den Thread eröffnet :)

Angenommen jemand hätte ein Wasser mit kh 10 GH 20. Mit einem Teilentsalzer könnte man die KH relativ einfach entfernen. Das ist mein Hauptgedanke, Osmose entfernt ja nicht nur KH. Nachteil ist eben das viele Abwasser. Aber das ist jetzt wahrscheinlich bisschen Offtopic :P

Viele Grüße
Matze
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon Ohligerj » 23. Okt 2011 18:33

Hallo Erwin,

Träfe dies wirklich zu, bräuchte man hartes Wasser nur sehr stark belüften (=freies CO2 austreiben) um die Kh zu senken


Das ist im Prinzip auch so. Unter aquaristischen Bedingungen nicht sehr effektiv, aber Kalkausfällungen auf Pflanzenblättern kommen bei sehr hartem Wasser ohne CO2 schon mal vor. Die Pflanzen ziehen hier den letzten Rest CO2 raus. Technisch gibt es Verfahren zur Entkarbonisierung, bei denen mittels Kalksteinmehl CO2 gebunden wird, worauf die Karbonathärte fast komplett ausfällt. Wird z.B. in Kraftwerken eingesetzt. Das entkarbonisierte Wasser dient dann als Kühlwasser und als Rohwasser für die Vollentsalzungsanlage.

Hallo Matze,

Mit Resthärte meine ich den Teil der GH der noch übrig bleibt, wenn man die KH abzieht.


Das ist die Nichtkarbonathärte. In natürlichen Gewässern ist die Nichtkarbonathärte selten größer als die Karbonathärte, d.h. die Gesamthärte liegt so zwischen 1 bis 2x KH. Ein Wasser mit KH 3 und GH 20 würde ich als unnatürlich bezeichnen. Ob das negative Auswirkungen hat, kann ich nicht sagen. Hängt auch davon ab, von welchem Salz verursacht. Chlorid und Nitrat zählt auch zur Nichtkarbonathärte, und davon sollte man nicht zu viel haben.
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon Robert B » 23. Okt 2011 19:44

Hallo Matze,

wie Jörg schon schrieb, so richtig wisssenschaftlich bewiesen ist nicht ab welcher KH oder ab welcher GH es für die Diskus negative Folgen hat. Tatsache ist aber, dass der Diskus aus weichem Wasser stammt und irgendwo sind Grenzen gesetzt, auch wenn heutzutage die Tendenz dazu geht, dass die Hälterung auch in mittelhartem Wasser gut klappt und zumindest für die Aufzucht (mehr Mineralien) sogar Vorteile hat.
Ein Diskus kann auch in hartem Wasser leben, ich bin mir nur nicht sicher, ob er dort seine natürliche Lebenserwartung erreichen wird.

Ich sehe es so, dass bei gleicher GH ein Wasser mit niedriger KH besser für die Diskus geeignet ist, da die niedrigere KH (bei gleicher CO2-Konzentration) einen direkten Einfluß auf den pH-Wert hat.
Irgendwann wird aber auch eine hohe GH zum Problem, da der osmotische Unterschied zwischen Fisch und AQ-Wasser immer geringer wird und dadurch weniger Wasser in den Fisch eindring und er dadurch weniger Wasser ausscheiden muß, d.h. die Nieren weniger arbeiten müssen und es dadurch u.U. zu Kalkablagerungen in den Nieren kommen kann. So richtig erforscht ob und wann es dazu kommt, ist das aber soweit ich weiß auch noch nicht.

Ich denke bis GH 12-14 und bis KH 5-7 sind noch keine Probleme zu erwarten.

Ein Teilentsalzer würde dir bestimmt weiterhelfen denn der verringert ja nicht nur die KH sondern auch die GH. Was hast du denn für Ausgangswasser?

Gruß,
Robert
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon ErnieohneBert » 23. Okt 2011 19:57

Hallo zusammen,

Vielen Dank für die bisherigen Antworten,
ist ja eine richtige Wissenschaft die ganze Geschichte :D

http://www.amperverband.de/media/files/ ... nalyse.pdf
So kommt das Wasser bei mir aus der Leitung, also wenn ich es richtig intpretier besteht die GH bei mir aus einem sehr sehr großen Teil KH. Muss mir die Tage unbedingt einen KH/GH Test besorgen damit ich nicht immer abschätzen muss :?

Früher nahm ich nur das Leitungswasser mit Carbonitfilter, die Diskus bekamen wie beschrieben Flosseneinschmelzungen. Egal wie viel Wasserwechsel ich machte. Seitdem ich 50:50 verschneide fühlen sich die Fische wesentlicher wohler und auch die Einschmelzungen sind weg. Klar sind die UO-Anlagen praktisch (die von jgottwald sind auch super verarbeitet etc.), aber trotzdem hat man halt das viele Abwasser.

Müsste man fast mal richtig untersuchen ab wann die Scheiben wie gut/schlecht wachsen :P St**ker (Weiß nicht ob man das schreiben darf) behauptet ja von ihren Fischen dass die bis kh/gh ~ 30 schwimmen, aber das ist ja dann mal wirklich zu krass. Gerade so große Betriebe hätten ja wahrscheinlich genug Geld um das mal wissenschaftlich zu betrachten 8)

Viele Grüße
Matze
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon Robert B » 23. Okt 2011 20:21

Hallo Matze,

du hast doch selber die Erfahrung gemacht, dass es bei KH 11 schon nicht mehr so gut klappt. Leider stehen im Netz so einige Sachen die ich ganz stark in Frage stelle ... Da machen die Aussagen rund um den Diskus keine Ausnahme.

Bei deinem Wasser ist die KH ja genau gleich der GH. Da würde sich ein Teilentsalzer schon anbieten. Das Wasser was hinten rauskommt hat ja KH 0 und in deinem Fall auch GH 0 (bzw. nahe 0).

Gruß,
Robert
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon Ohligerj » 23. Okt 2011 21:13

Hallo Matze,

wie Robert schon geschrieben hat, Teilentsalzer wäre ein geeignetes Mittel. Es gibt Harze, die nehmen die KH nicht komplett raus. Das wäre dann ideal. Auf jeden Fall ist im Ablauf des Teilentsalzers sehr viel CO2. Das Wasser müsste vorher belüftet werden. Es sei denn, Du wechselst kontinuierlich oder täglich nur kleine Mengen.

Eine andere Lösung wäre, etwas heikel, Säureentkarbonisierung. Bei deinem Wasser würde ich Schwefelsäure nehmen. 2 Möglichkeiten:
1. pH-Wert-gesteuert kleine Säuremengen (verdünnt) ins Aq dosieren. Es wird CO2 frei, was für Pflanzen gut und im Übermaß für Fische tödlich ist. Daher muss auf die PH-Messung und die Steuerung Verlaß sein.
2. Wechselwasser in separatem Behälter vorbereiten: Säure zudosieren, Wasser belüften und CO2 austreiben und KH messen. Wenn gewünschter Wert erreicht und pH-Wert o.k. -> rein ins Aq.

Nachteil in beiden Fällen: Die GH und die LF steigen leicht. Besser ist die Teilentsalzung.
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon ErnieohneBert » 24. Okt 2011 09:12

Hallo zusammen,

Ja ich werde heut nochmal KH/GH selber messen und dann demnächst einen Teilentsalzer kaufen. Die Teile kosten halt auch ne Stange Geld wenn man paar Härteliter haben will :)

Jemand ne Erfahrung mit der Regenerierung? Hab wo anders gelesen, dass es auch möglich ist die Säule einfach aufzuschreiben, das Harz zu entnehmen, in die Regenerierlösung zu legen und einige Zeit dort drin lassen. Find ich fast unkomplizierter als das Durchspülen mit der Lösung.

Ansonsten vielen Dank für die Tipps :P

Viele Grüße
Matze
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon jgottwald » 24. Okt 2011 09:31

Hallo Matze
davon kann ich nur abraten, die Kugeln kleben überall dran wenn sie nass sind und wenn sie trocken werden hast du sie überall in der Wohnung rumliegen.
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Re: Auswirkung der Karbonathärte (kh)

Beitragvon ErnieohneBert » 24. Okt 2011 09:41

Hallo Jörg,

dann bleibt wohl nur die ganz normale Regeneration :) Aber ist denk ich auch kein Thema, wenn man das mal gemacht hat.

Viele Grüße
Matze
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