von Robert B » 15. Aug 2009 10:18
Hallo Maike,
denitrifizierende Bedingungen im freien AQ-Wasser sollten hoffentlich nicht vorkommen. Obwohl da kein extremer Sauerstoffmangel vorliegen muß. Unter 1,5 mg/L O2 reicht schon - da leben die Fische noch geradeso.
D.h. auch das könnte passieren in überbesetzten Becken, die vielleicht eh schon zu wenig Sauerstoff haben. Wenn man da mal zuviel füttert oder die Belüftigung ausfällt. Dazu braucht es auch keine denitrifizierenden Bakterien, da Nitratatmung (NO3 -> NO2) von vielen "normalen" Bakterien bei Sauerstoffmangel durchgeführt werden kann.
Denitrifizierende Bakterien gibt es übrigens normalerweise in jedem AQ in großen Mengen im Filter und im Bodengrund. Wenn diese Bakterien auf einmal (durch Stoßdüngung) mehr Nitrat bekommen, werden sie es zu Nitrit reduzieren. Evt. auch weiter, aber darauf würde ich mich bei schlagartiger Erhöhung der Nitratkonzentration nicht verlassen.
Das muß alles nicht passieren und wird es auch nicht wenn wenn das AQ gut gepflegt ist, ist aber eine potentielle Gefahrenquelle.
Dass die Nährstoffaufnahme vom Angebot abhängt ist klar. Was ich meinte, wenn beide Stoffe im Überschuß vorhanden sind und durch den starken Fischbesatz zwischen den Wasserwechseln immer weiter steigen, ist es dann nicht innerhalb weiter Grenzen egal wie das Verhältnis ist? Also z.B. NO3 50, PO4 1,5 steigt im Laufe der Woche auf NO3 80 und P04 2.
Mein Diskusaquarium ist und war bei mir schon seit mehreren Jahre algenfrei. Dabei hatte ich aufgrund des zeitweisen Einsatzes von Zeolith, biologischen Nitratfiltern und Phosphatbindern ganz unterschiedliche Werte dieser beiden Stoffe, allerdings weder NO3 noch P04 gegen Null, da ich a) viele Fische habe und bei mir das Leitungswasser beides reichlich enthält. Z.B.
NO3 15, PO4 1
N03 25, PO4 1
NO3 25, PO4 4
NO3 70, PO4 1,5-2
NO3 70, PO4 4.
Die Pflanzen wuchsen eigentlich immer ganz gut. Ich hatte nur einmal Probleme und das war als ich mich dazu verleiten ließ Düngestäbchen für Grünpflanzen in den Boden zu stecken. Das haben mir speziell meine Vallisnerien schwer übel genommen. Sie erholen sich jetzt nach mehreren Monate erst ganz langsam wieder. An den Wasserwerten ließ sich übrigens nichts auffälliges feststellen.
Dass bei den Pflanzen, die die Nährstoffe bevorzugt über den Boden aufnehmen, die Verhältnisse im Bodengrund interessieren, welchen aber wesentlich schwerer meßbar sind, das ist auch meine Meinung.
Gerade bei Sandböden kann man aufgrund der langsamen Diffusionsgeschwindigkeit die Werte in der Wassersäule IMO nur schlecht als Indiz für den Boden verwenden, sodass ich leider im Boden eher auf Verdacht bzw. nach Erfahrung / Aussehen der Pflanzen dünge.
Durch Diskussionen bei Flowgrow, wo viele nur über die Wassersäule düngen, bin ich allerdings etwas nachdenklich geworden. Angeblich wachsen selbst große Schwertpflanzen sehr gut dabei.
Bei mir hingegen werden Schwertpflanzen durch Bodendüngung deutlich größer und üppiger.
Wie handhabst du das bei solchen Pflanzen, Bodendüngung, Wasserdüngung oder beides?
Ich denke, Algensporen sind eigentlich immer vorhanden, sonst dürften ja noch nichtmal kleinste Spuren von Algen sichtbar sein.
Den Zustand habe ich bisher noch nicht gehabt, aber trotz unterschiedlicher Wasserwerte (s.o.) die Algen meisten im Griff gehabt.
Ich denke solange das AQ gut bepflanzt ist und die Pflanzen gut wachsen stehen die Chancen ganz gut, dass es zu keiner Algenplage kommt. Das Redfieldverhältnis einzuhalten ist sicherlich anzustreben, aber für mich kein Muß.
IMO heißt nach meiner Meinung (engl. In my opinion). Ich schreib das immer wenn ich zu faul bin das auszuschreiben.
Viele Grüße,
Robert