Anti-Algen Wasserwerte

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Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon Sylvi » 11. Aug 2009 13:33

Hallo.

Wollte mal fragen, ob mir jemand in Kurzform sagen kann, was ich für WWerte haben soll (muss) um eine Algenplage in Griff zu bekommen :abgelehnt ?
Sylvi
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon Mr. RT » 11. Aug 2009 13:50

Hallo Silvia,
so pauschal ist das sehr schwer zu sagen. Eine Möglichkeit Algenwachstum zu reduzieren (gänzlich verhindern ist dauerhaft kaum möglich) ist für ein möglichst gutes Pflanzenwachstums zu sorgen. Algen brauchen im wesentlichen die gleichen Nährstoffe zum wachsen, wie höhere Pflanzen. Sie kommen aber deutlich besser mit der Abwesenheit eines Stoffes oder einem Ungleichgewicht an Nährstoffen zurecht.
Deshalb gilt es (in bepflanzten Becken) die Nährstoffe in einem möglichst ausgeglichenem Verhältnis zur Verfügung zu stellen. Leider wird dir kaum jemand sagen können, wie viel Kalium, Bor, Eisen, Phosphat, usw. du wöchentlich zufügen musst, weil der Verbrauch (abhängig von z.B. Pflanzenmasse, Temperatur, Oxidation, Lichtstärke, uvm.) und die unkontrollierte Zufuhr (durch Futter, Wechselwasser, usw.) viel zu komplex sind. Da hilft eigentlich nur ausprobieren. Eventuell reicht es schon, wenn du die richtige Dosis eines guten Volldüngers findest und regelmäßig dazu gibst.
In der Einfahrphase ist ein gewisses Algenaufkommen übrigens völlig normal. Hilfreich ist auch das regelmäßige manuelle Absammeln der Algen.

Gruß,
Hannes

PS: in einem unbepflanzten Becken kann es durchaus möglich sein, durch das gezielte "herausfiltern" bestimmter Stoffe, Algen zu vermeiden (z.B. Silikate, Eisen, Nitrat, Phosphat). Im bepflanzten Becken ist dies jedoch nicht möglich bzw. dabei würden dann auch die Pflanzen eingehen.
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon Robert B » 11. Aug 2009 14:00

Hallo Silvi,

beschreib doch mal genau dein Aquarium hinsichtlich Beleuchtung, Wasserwerte, Düngung, Bepflanzung, Bodengrund, Filterung, Wasserwechsel und natürlich welche Algenproblem du genau hast.
Viele Grüße,
Robert
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon fastjo » 12. Aug 2009 15:48

Grüß dich Sylvi!
Ich habe sehr gute Ergebnisse erzielt, wenn ich mich an die Tabelle von Buddendorf gehalten habe. Er hat an Erkenntnissen von Redfield weitergearbeitet und herausgefunden, dass ein gewisses Verhältnis von Nitrat zu Phosphat Algenwuchs fördern bzw. hemmen kann. Wenn du dem Link folgst findest du eine Tabelle.
http://www.xs4all.nl/~buddendo/aquarium ... ld_eng.htm
Die Fa. Easy Life geht in ihren Infos zu den Pflanzendüngern auch darauf ein. Leider ist es mit den herkömmlichen Tröpfeltests nicht gerade einfach die Werte exakt genug zu bestimmen. Dazu bräuchte man dann ein Photometer. Wenn man es aber so ungefähr weiß, kann man je nach Algenwachstum - entweder Grünalgen od. Blaualgen - Phosphat oder Nitrat geringfügig nachdüngen. Bei Pinselalgen hilft auch eine Erhöhung des CO² Wertes sofern man wegen den Fischen noch Luft nach oben hat. Grundsätzlich kannst du bei Grünalgen Phosphat nachdüngen, bei Blaualgen Nitrat.
Aber grundsätzlich ist es schon so wie Hannes meinte, gutes Pflanzenwachstum ist der Schlüssel gegen die Algenplage. Bei einer Neueinrichtung am besten zu viele Pflanzen rein und dann nach und nach auslichten.
Viel Erfolg
Jo
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon Fino » 12. Aug 2009 20:52

Hallo Jo,

Grundsätzlich kannst du bei Grünalgen Phosphat nachdüngen, bei Blaualgen Nitrat.


Davon würde ich dringend abraten. Phosphat und Nitrat sind eh im Überfluss vorhanden. Ein Nachdüngen wird das Problem nur verschärfen.

Viele Grüße

Klaus
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon schnecken-maike » 14. Aug 2009 06:56

Hallo Klaus,

es ist nicht richtig, das das Algenproblem von zuviel Stickstoff oder Phophat herrührt. Es ist ein Ungleichgewicht zwischen den Nährstoffen, das das Problem verursacht. Darum kann es tatsächlich wichtig sein Stickstoff zu düngen. Das Verhältnis in dem die Pflanzen Nährstoffe aufnehmen liegt bei 15:1 Stickstoff zu Phosphat. Bei Abweichungen von diesem Verhältnis kommt es zu Wuchshemmungen bei den pflanzen und die Algen haben es leichter.

Liebe Grüße Maike
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon Fino » 14. Aug 2009 08:41

Hallo Maike,

ich kann mit diesen Dünge-Relationstheorien wenig anfangen, finde sie nicht so recht überzeugen. Aber vielleicht kannst du das ja ändern :D .

Ich sehe einen Widerspruch zum wisssenschaftlich anerkannten Liebigschen Gesetz (Gesetz des Minimums). Wenn also Phoshat und Nitrat das Wachstum nicht limitieren - und davon muss man im Diskusbecken bekanntlich leider ausgehen - braucht man davon auch nicht nachzudüngen. Die Dünge-Relation ist danach irrelevant.

Das Verhältnis in dem die Pflanzen Nährstoffe aufnehmen liegt bei 15:1 Stickstoff zu Phosphat.


Im Diskusbecken mit leider immer zuviel Nitrat und Phosphat können die Pflanzen ohne Probleme in diesem Verhältnis ihre Nährstoffe aufnehmen. Wozu dann nachdüngen?

Viele Grüße

Klaus
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon schnecken-maike » 14. Aug 2009 09:45

Hallo Klaus,

was auch immer du als Zuviel an Nitrat oder Phosphat betrachtest für deine Diskus: ein optimales Wasserpflanzenwachstum - definiert als eine Wachstum bei dem keine Chlorosen auftreten und die Pflanzen optimale Widerstandskraft gegen Schädlinge haben - erreicht man genauso gut mit 250 mg/l Nitrat und 15 mg/l Phosphat wie mit 15 mg/l Nitrat und 1 mg/l Phosphat. Man kann, wenn man denn Minimalist ist, seinen Pflanzen täglich 1,5 mg/l und 0,1 mg/l anbieten wenn man denn so wenig Dünger irgenwie dosieren und im Aquarium verteilen kann. In diesen Fällen wachsen die Pflanzen gut und Algen siedeln sich nicht an. Vorausgesetzt natürlich, das die übrigen Nährstoffe inklusive Kohlendioxid in ausreichender Menge vorhanden sind.
Ich habe in einem Aquarium in einer Arztpraxis bei dem ich die Pflege übernommen hatte, Pinselalgen allein durch die Düngung mit Harnstoff beseitigt. Das dauerte etwa 4 Wochen. In dieser Zeit sank der Phopshatgehalt von 35 mg/l auf 1 mg/l. Ohne Wasserwechsel. In der Gärtnerei habe ich Versuche gemacht (mit dem gesamten Pflanzenbestand) wie viele Nährstoffe die Pflanzen dem Wasser entziehen und das Ergebnis war immer gleich: 15 mg Nitrat kommen auf 1 mg/Phosphat. Ist zu wenig Nitrat da, steigt der Gehalt an Phosphat an. Das gilt sowohl über als auch unter Wasser. Beide Versuche habe ich in Aquarium live Febr./März 2007 an S. 26 vorgestellt. Es war auch Thema beim letzten Wasserpflanzensymposium in Göttingen. Übrigens kannst du dir die selben Auskünfte auch im Forum flow-grow abholen. Dort werden zwei Düngeverfahren favorisiert, die auf dem selben Prinzip beruhen. Tobias Coring wird in einer der nächsten Ausgaben der Amazonas einen Artikel zu dem Thema bringen.

Bei Pflanzenernährung geht es leider nicht um Diskus, sondern um Pflanzen. In meinen Aquarien ist ganz von alleine ein Kohlendioxidgehalt von 25 bis 35 mg/l. Meinen Fischen schadet dass nicht. Wenn ihr in euren Diskusbecken weniger Kohlendioxid habt, bedeutet das nicht, dass nicht trotzdem ein Mangel Nitrat oder Stickstoff da sein kann. Ohne ausreichend Makronährstoffe nützen der Pflanze nämlich Kohlendioxid und Mikronährstoffe auch nichts. Siehe Liebig.

Liebe Grüße Maike
schnecken-maike
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon Fino » 14. Aug 2009 10:10

Hallo Maike,

dass die Pflanzen in einem bestimmten Verhältnis z.B. von 15:1 beim NO3 zu PO4 aufnehmen und alle Makronährstoffe aber auch die Spurenelemente nicht fehlen dürfen ist klar.

Mein Punkt ist doch folgender: Warum soll ich denn zusätzlich NO3 düngen, wenn ich im Becken schon z.B. 40 mg/L NO3 und 20 mg/L PO4 habe. Ich habe dann zwar ein aus deiner Sicht nicht optimales Verhältnis von 2:1, aber die Pflanzen können sich doch im Verhältnis von 15:1 ernähren. Wieso dann noch düngen?

Wegen CO2: hier geht es primär um den Diskus und weniger um die Pflanzen :) .

Viele Grüße

Klaus
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon fastjo » 14. Aug 2009 12:37

Hallo zusammen!
Nee, nee, so ist das nicht! Bei 40 mg/L Nitart müsste man dann ca. 4mg/L Phosphat haben um auf ca. 15:1 zu kommen. Dann wäre ein Algenwuchs lt. Redfield-Rechner:
http://wasserpflanzen.info/mineralstoffernaehrung5.php
gehemmt und die Pflanzen könnten sich optimal mit Nährstoffen versorgen. Nur bei 40mg/L Nitart im Becken sollte man schon mal einen od. mehrere Wasserwechsel ins Auge fassen. Ich hab' so hohe Werte noch nicht probiert. Die meisten Diskushalter hier haben, wenn man sich so umliest, um die 10mg/L Nitrat im Becken. Da wäre ein Phosphatwert von 0,8-1,3mg/L anzustreben. Damit ist mittelfristig das Algenwachstum in den Griff zu kriegen. Wenn du dann noch den CO² Wert bei 15-20 mg/L hälst geht's den Diskus und den Pflanzen gut. Egal wofür man sich primär interessiert. Und ein gutes Pflanzenwachstum im Diskusbecken schaut doch auch nach was aus, oder?
Ich hatte mal ein Pflanzenbecken in dem waren Nitrat und Phosphat kaum nachzuweisen. Trotzdem sind die Blaualgen üppig gewachsen. Später habe ich dann vom Redfield-Verhältnis erfahren und da hat sich dann für mich schlüssig erklärt, warum du bei Nitrat 1mg/L und Phosphat 0,3mg/L super Blaualgen züchten kannst - aber leider keine Pflanzen :( .
Problem ist wie gesagt, die Ungenauigkeit der Tröpfeltests. Wenn man's so ungefähr weiß, kann man je nach Algenart das fehlende Element nachdosieren. Nachtürlich sparsam!!!! Mit der Zeit sieht man dann schon den Erfolg.
Probieren und studieren!
In diesem Sinne
Jo
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon Robert B » 14. Aug 2009 20:33

Hallo Maike,

in einem Diskusbecken haben die Diskus IMO immer uneingeschränkten Vorrang gegenüber der Bepflanzung. Kompromisse sollte man immer nur dort eingehen, nie bei den Fischen!

schnecken-maike hat geschrieben:ein optimales Wasserpflanzenwachstum - definiert als eine Wachstum bei dem keine Chlorosen auftreten und die Pflanzen optimale Widerstandskraft gegen Schädlinge haben - erreicht man genauso gut mit 250 mg/l Nitrat und 15 mg/l Phosphat wie mit 15 mg/l Nitrat und 1 mg/l Phosphat.
250 mg/L Nitrat halte ich für sehr bedenklich! Wenn du mal irgendwo reduzierende Bedingungen auftreten, hast du ganz schnell hohe Nitritkonzentrationen!
Ich bin aber bei dir wenn du sagst, dass Algenprobleme nicht von zuviel Nitrat oder Phosphat herrühren. Das Redfield-Verhältniseinzustellen halte ich nicht für verkehrt, aber auch nicht für den Schlüssel zum Erfolg. Da die beiden Nährstoffe soweit ich weiß nicht um die Aufnahme in die Pflanze konkurieren, sehe ich auch keinen Grund dieses Verhältnis einstellen zu müsssen. Wichtig ist doch nur dass beide immer ausreichend vorhanden sind. Das ist in üblichen Diskusbecken immer der Fall. Wo der Überschuß größer ist spielt IMO keine große Rolle.
Man sieht auch in der Praxis dass Aquarien ohne das Redfieldverhältnis sehr gut funktionieren, solange beide Stoffe (und natürlich auch der Rest) ausreichend vorhanden sind. Dafür findest du auch genügend Beispiele bei Flowgrow.
Algenproblem gibt es dagegen nahezu zwingend wenn einer von beiden gegen 0 geht.

Bei Pflanzenernährung geht es leider nicht um Diskus, sondern um Pflanzen. In meinen Aquarien ist ganz von alleine ein Kohlendioxidgehalt von 25 bis 35 mg/l. Meinen Fischen schadet dass nicht.
Meinen Diskusfischen schaden Konzentrationen ab ca 20 mg/L. Damit stehe ich nicht alleine. Das haben auch schon einige andere Diskushalter festgestellt. Empfehlungen zu solch hohen CO2-Konzentration sind daher IMO wenn es um Diskusfische geht vollkommen falsch!
Viele Grüße,
Robert
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon schnecken-maike » 15. Aug 2009 07:44

Hallo Robert,

das mit dem Nitrit hab ich jetzt gar nicht verstanden. Damit aus Nitrat Nitrit wird brauche ich extremen Sauerstoffmangel und ganz viele Denitrifizierende Bakterien. Das ist ein Zustand in dem Wasser schwarz ist und zum Himmel stinkt wie eine Klärgrube. Zu erzielen am besten in dem man jemanden drei Wochen füttern lässt, der keine Ahnung von Aquarien hat.
Aber mal ganz abgesehen davon, hab ich nicht gesagt, das du soviel Nitrat in deinm Aquarium haben sollst. Aber was meinst denn du was in der Düngelösung einer Gärtnerei ist? Die Nährstoffmenge die Pflanzen aufnehmen hängt von der Konzentration ab. Je mehr Dünger man anbietet, desto mehr Nährstoffe werden in der gleichen Zeit aufgenommen. Darüber brauchen wir gar nicht dikutieren. Das habe ich nachgemessen! Unterschreitet die Nährstoffkonzentration einen gewissen Wert ist die Aufnahme nicht mehr gewährleistet und die Pflanzen zeigen Mangel obwohl der Nährstoff noch meßbar ist.

Natürlich muss in einem Aquarium immer ein Kompromiß zwischen den Bedürfnissen der Fische und denen der Pflanzen gefunden werden. Für die Fische ist sicher kein Kohlendioxid und keine Nitrat und kein Phosphat fein, für die Pflanzen aber nicht und darum muss davon nun mal was da sein. Wenn die Grenze bei Diskus bei 15 mg/l liegt, dann ist das so. Für Pflanzen ist das akzeptabel, aber nicht optimal.

Für die Redfieltrate die Wasserwerte zu messen ist übrigens nur eine Notlösung. Weil unsere viele Aquarienpflanzen Nährstoffe vor allem aus dem Boden aufnehmen interessiert viel mehr das Verhältnis im Wurzelraum. Das können wir aber nicht messen und bestimmen im Wasser die Tendenz.
Das auch bei abweichenden Werten keine Algen auftreten kann auch daran liegen, dass einfach keine Algen da sind. Möglicherweise fehlen die Sporen von Algen um eine Kolonialisierung zu starten. Und plötzlich setzt man eine neue Pflanze ein an der eine Alge war, die unter den gegebenen Bedingungen gut wächst und schwupp, hat man es schön grün.
Aquaristik ist zum Glück ein Hobby, bei dem es mehr als nur einen Faktor gibt. Und das macht die Sache so spannend.

Nur so aus Neugier: Was heißt IMO?

Gruß Maike
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon Robert B » 15. Aug 2009 10:18

Hallo Maike,

denitrifizierende Bedingungen im freien AQ-Wasser sollten hoffentlich nicht vorkommen. Obwohl da kein extremer Sauerstoffmangel vorliegen muß. Unter 1,5 mg/L O2 reicht schon - da leben die Fische noch geradeso.
D.h. auch das könnte passieren in überbesetzten Becken, die vielleicht eh schon zu wenig Sauerstoff haben. Wenn man da mal zuviel füttert oder die Belüftigung ausfällt. Dazu braucht es auch keine denitrifizierenden Bakterien, da Nitratatmung (NO3 -> NO2) von vielen "normalen" Bakterien bei Sauerstoffmangel durchgeführt werden kann.
Denitrifizierende Bakterien gibt es übrigens normalerweise in jedem AQ in großen Mengen im Filter und im Bodengrund. Wenn diese Bakterien auf einmal (durch Stoßdüngung) mehr Nitrat bekommen, werden sie es zu Nitrit reduzieren. Evt. auch weiter, aber darauf würde ich mich bei schlagartiger Erhöhung der Nitratkonzentration nicht verlassen.
Das muß alles nicht passieren und wird es auch nicht wenn wenn das AQ gut gepflegt ist, ist aber eine potentielle Gefahrenquelle.

Dass die Nährstoffaufnahme vom Angebot abhängt ist klar. Was ich meinte, wenn beide Stoffe im Überschuß vorhanden sind und durch den starken Fischbesatz zwischen den Wasserwechseln immer weiter steigen, ist es dann nicht innerhalb weiter Grenzen egal wie das Verhältnis ist? Also z.B. NO3 50, PO4 1,5 steigt im Laufe der Woche auf NO3 80 und P04 2.

Mein Diskusaquarium ist und war bei mir schon seit mehreren Jahre algenfrei. Dabei hatte ich aufgrund des zeitweisen Einsatzes von Zeolith, biologischen Nitratfiltern und Phosphatbindern ganz unterschiedliche Werte dieser beiden Stoffe, allerdings weder NO3 noch P04 gegen Null, da ich a) viele Fische habe und bei mir das Leitungswasser beides reichlich enthält. Z.B.
NO3 15, PO4 1
N03 25, PO4 1
NO3 25, PO4 4
NO3 70, PO4 1,5-2
NO3 70, PO4 4.
Die Pflanzen wuchsen eigentlich immer ganz gut. Ich hatte nur einmal Probleme und das war als ich mich dazu verleiten ließ Düngestäbchen für Grünpflanzen in den Boden zu stecken. Das haben mir speziell meine Vallisnerien schwer übel genommen. Sie erholen sich jetzt nach mehreren Monate erst ganz langsam wieder. An den Wasserwerten ließ sich übrigens nichts auffälliges feststellen.

Dass bei den Pflanzen, die die Nährstoffe bevorzugt über den Boden aufnehmen, die Verhältnisse im Bodengrund interessieren, welchen aber wesentlich schwerer meßbar sind, das ist auch meine Meinung.
Gerade bei Sandböden kann man aufgrund der langsamen Diffusionsgeschwindigkeit die Werte in der Wassersäule IMO nur schlecht als Indiz für den Boden verwenden, sodass ich leider im Boden eher auf Verdacht bzw. nach Erfahrung / Aussehen der Pflanzen dünge.
Durch Diskussionen bei Flowgrow, wo viele nur über die Wassersäule düngen, bin ich allerdings etwas nachdenklich geworden. Angeblich wachsen selbst große Schwertpflanzen sehr gut dabei.
Bei mir hingegen werden Schwertpflanzen durch Bodendüngung deutlich größer und üppiger.
Wie handhabst du das bei solchen Pflanzen, Bodendüngung, Wasserdüngung oder beides?

Ich denke, Algensporen sind eigentlich immer vorhanden, sonst dürften ja noch nichtmal kleinste Spuren von Algen sichtbar sein.
Den Zustand habe ich bisher noch nicht gehabt, aber trotz unterschiedlicher Wasserwerte (s.o.) die Algen meisten im Griff gehabt.
Ich denke solange das AQ gut bepflanzt ist und die Pflanzen gut wachsen stehen die Chancen ganz gut, dass es zu keiner Algenplage kommt. Das Redfieldverhältnis einzuhalten ist sicherlich anzustreben, aber für mich kein Muß.


IMO heißt nach meiner Meinung (engl. In my opinion). Ich schreib das immer wenn ich zu faul bin das auszuschreiben.
Viele Grüße,
Robert
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon schnecken-maike » 15. Aug 2009 16:53

Hallo Robert,

bevor das nitrit durch Denitrifikation zum Problem wird ersticken die Fische also :( . Dann baruche ich mir ja keine Sorgen um meine Tiere machen. :lol:

Sieht so aus, als wären wird doch einer Meinung. :wink:

Gruß Maike
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Re: Anti-Algen Wasserwerte

Beitragvon Robert B » 15. Aug 2009 17:25

Hallo Maike,

ich denke wir sind in einigen Punkten einer Meinung. :)

Nitratatmung könnte aber durchaus passieren bevor die Fische ersticken, wie gesagt überall dort wo schon anaerobe oder sauerstoffarme Zonen existieren.

Bei mir hingegen werden Schwertpflanzen durch Bodendüngung deutlich größer und üppiger.
Wie handhabst du das bei solchen Pflanzen, Bodendüngung, Wasserdüngung oder beides?
Wäre klasse wenn du mir hierauf noch antworten könntest.
Viele Grüße,
Robert
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