"Leitfaden zur Diskus-Hälterung “

Dieser Bereich sollte bei Fragen immer die erste Anlaufstelle sein.

Moderatoren: Moderatoren, Autoren

"Leitfaden zur Diskus-Hälterung “

Beitragvon Wolfgang Tlok » 30. Jun 2004 15:56

----------------------- *** Leitfaden *** -------------------------

Grundsätzliches!
Neu erworbene Fische dürfen nicht ohne eine Quarantäne, auch wenn sie noch so gesund vom Händler oder Züchter
angepriesen werden, oder so gesund und kräftig aussehen, in ein Aquarium, Zuchtanlage zu anderen Fischen gesetzt werden.
In jedem Fall gehört zum Aquarium-Inventar auch ein Quarantänebecken.

Dies ist eine Mindestforderung an den engagierten Aquarianer.

Der Verlust von Fischen und Pflanzen durch eingeschleppte Krankheiten ist sonst vorprogrammiert.
Das Argument: Ich habe noch nie Probleme gehabt, meine Fische sind immer gesund geblieben, ich habe mir noch nie eine Krankheit ins Aquarium eingeschleppt, ist falsch!
Auch dürfen keine Medikamente einfach zur Vorsorge, ohne eine Diagnose, und falscher Dosierung, sorglos ins Wasser gegeben werden.
Der Hilferuf, beim Züchter, Fachhändler oder hier im Diskusportal:
Was soll ich jetzt tun ", wird mit Sicherheit eines Tages ertönen.
Die Missachtung von Hygiene und Quarantäne zeigt die Inkompetenz von Aquarianern zu ihrem Hobby.
_________________________________________________________________________________
1. Aquariumgröße
Unsere Diskusbuntbarsche können bei entsprechender Pflege stattliche Burschen werden und stellen deshalb Ansprüche an ihre Wohnung.
Pro ausgewachsenem Fisch rechnet man mindestens 50 Liter Wasser- je mehr desto besser. Als Minimum betrachte ich ein Aquarium mit 200 Litern Inhalt und einer Mindesthöhe von 50 Zentimetern. Darin können bis zu vier ausgewachsene Diskusfische, ausreichend gepflegt werden.

2. Anforderungen „ Wasser „
Leitungswasser mit den Ausgangswerten pH 6 bis 7 und einer Gesamthärte von ungefähr 15 Grad DGH ist als günstig zu betrachten, wobei die Gesamthärte eine untergeordnete Rolle spielt, solange die Karbonathärte um 3-4 liegt.

3. Wassertemperatur
Die Hälterungstemperatur sollte zwischen 27° und 30° Celsius liegen, wobei in einem Pflanzenaquarium die niedrigere Temperatur gewählt werden soll.
Bei über 28° Grad stellen die Wasserpflanzen ihren üppigen Wuchs ein. Kurzfristig vertragen Diskusfische auch niedrigere oder höhere Temperaturen zwischen 26° und 35° Grad. ( Höhere Temperaturen nur bei einer Wärmeanwendung ).

4. Wasserwechsel
Je häufiger, desto besser. Es sollte regelmäßig etwa 20% des Beckeninhalts pro Woche gewechselt werden.
Ein sogenannter „ BIOFILTER“ ersetzt keinen Wasserwechsel. Bei einem 20%igen Wasserwechsel darf das Wasser durchaus direkt aus der Wasserleitung genommen werden. Das kurzzeitige Absinken der Wassertemperatur schadet nicht.
Die bessere Lösung ist natürlich ein Wasser zu verwenden, daß mehrere Stunden abgestanden und auf einen Gebrauchswert eingestellt ist.

5. Filterung
Jeder gut funktionierende Filter, ob Innen oder Außen-,Bio oder Rieselfilter, Motor oder Luftbetriebene, ist geeignet.
Je größer das Filtervolumen, um so besser!
Man achte auf praktische Reinigungsmöglichkeiten. Der Fachhandel führt geeignete Filtermedien.
Nach einiger Zeit, wenn der Filter sich mit Reststoffen zusetzt und weniger Wasser durchfließt, muß das Filtermaterial gereinigt werden.
Möglichst nicht das gesamte Filtermaterial, sondern ein wenig von dem alten Material zur „ Impfung“ zurückhalten, damit die Mikroorganismen sich im gereinigten Filter schneller entwickeln können und der Filter seine Arbeit aufnehmen kann.

6. Fütterung und Futter
Tägliches mehrmaliges füttern ist besser, als einmal und viel. Es soll abwechslungsreich gefüttert werden. Einseitige Fütterung führt zu Mangelerscheinungen. Für ausgewachsene Diskusfische genügen zwei Futtergaben pro Tag.
Auch schadet es dem Diskus nicht, wenn er übers Wochenende mal ein wenig fasten muß.

Vorschlag für die Diskus-Speisekarte
gutes Trockenfutter ( Diskusgranulat, Flockenfutter ) ...tiefgefrostete Mückenlarven ...tiefgefrostete Artemia Salina ...Enchyträen ...Rinder.- Putenherzmischung mit Fischfilet - und Muschelfleisch (wobei der Anteil im Futter an Herzmuskelfleisch 50 % nicht überschreiten sollte).
Vorsicht bei lebenden roten Mückenlarven oder Tubifex.
Auch bei sonstigen Lebendfutter besteht die Gefahr sich eine Krankheit ins Aquarium einzuschleppen.
Zuletzt geändert von Wolfgang Tlok am 21. Feb 2007 22:31, insgesamt 55-mal geändert.
Benutzeravatar
Wolfgang Tlok
Moderator
 
Beiträge: 142
Registriert: 7. Aug 2003 23:24
Wohnort: Tostedt

Werbung

Re: "Leitfaden zur Diskus-Hälterung “

Beitragvon Wolfgang Tlok » 5. Jul 2004 14:38

*** Wärmebehandlung ***

Die Bekämpfung einiger Krankheiten durch eine Temperaturerhöhung wird in der Diskuszucht schon lange, mit sehr gutem Erfolg angewendet. Das Anheben und Absenken der Wassertemperatur sollte langsam geschehen, etwa 1Grad C täglich. Ziel der Behandlung ist es ein Milieu zu schaffen, in dem die Erreger nicht mehr lebensfähig sind.
Vorsicht, nicht alle Fischarten vertragen hohe Temperaturen!
Daher die Diskusfische von anderen Fischen getrennt behandeln. Ein sauberes Wasser mit gutem Sauerstoffgehalt ist selbstverständlich. Wenn die Fische sich unwohl fühlen und das nicht auf belastetes Wasser zurückzuführen ist, kann eine Temperaturerhöhung auf  35 Grad C. über 5 – 7 Tage sich sehr positiv auswirken. Die Temperaturerhöhung erfolgt mit ca. 1 Grad C° je Tag, und so auch wieder das Absenken der Temperaur auf normales Niveau.
Nach meinen Erfahrungen, müssen aber z.B. bei Flagellatenbefall ( weiße Kotfäden), unbedingt 35 Grad C° erreicht werden.
33°C oder 34°C reichen nicht aus
.
Durch die Anwendung einer Temperaturerhöhung werden Diskusfische allerdings nicht "flagellatenfrei"!

Die gewünschte Temperatur wird am besten mit einem Jäger-Heizstab erreicht, da diese Heizstäbe eine Max. 35 Grad C° Werkseinstellung besitzen. Die nötige Wattleistung des Heizstabes zum Aquarium natürlich vorausgesetzt.
Die Abwehrkräfte gegen Krankheiten werden gestärkt, da eine Antikörper-Bildung zunimmt.
Diskusfische die einige Tage keine oder schlecht Nahrung aufnehmen und zusätzlich weißen Kot ausscheiden, können durch die Temperaturerhöhung, sehr gut behandelt werden.
Dringend abzuraten ist der zusätzliche Einsatz von Medikamenten.
Auf eine genaue Temperatureinhaltung ist unbedingt zu achten. Durch einen ungenauen Temperaturanzeiger kann es zum Verlust der Fische führen. Eine längere, als 7 Tage geschilderte Temperaturbehandlung sollte nicht durchgeführt werden, da die Tiere, bedingt  durch die hohe Wassertemperatur einen großen Stoffwechsel und Stress ausgesetzt sind. In einem Pflanzenaquarium ist die Erhöhung der Wassertemperatur nur bedingt anwendbar, da nur wenige Pflanzen eine vorübergehende  Wassertemperatur von 35°  vertragen. In diesem Fall ist ein Quarantäne Becken sehr hilfreich.

Tipp: Überprüfung des Temperaturanzeigers mit einem Fieberthermometer
Zuletzt geändert von Wolfgang Tlok am 12. Mai 2005 12:50, insgesamt 22-mal geändert.
Benutzeravatar
Wolfgang Tlok
Moderator
 
Beiträge: 142
Registriert: 7. Aug 2003 23:24
Wohnort: Tostedt

Re: "Leitfaden zur Diskus-Hälterung “

Beitragvon Wolfgang Tlok » 6. Jul 2004 12:45

Wieviel CO2 darf ins Aquarium?
Dort, wo die CO2-Anlagen verkauft werden, haben die ( Fachverkäufer ) selten das Fachwissen, um den Kunden über Funktion und Wirkungsweise einer CO2-Anlage aufzuklären. Das richtige Verhältnis von CO2 pH-Wert und KH soll anhand der nachfolgende Tabelle gezeigt werden.
Immer wieder wird der pH-Wert mit Hilfe von einer CO2 Zugabe auf einen gewünschten Wert eingestellt. Dies geschieht oft ohne ein Grundwissen. Man ist Besitzer einer CO2-Anlage und will die vorhandenen Pflanzen im Aquarium düngen und gleichzeitig den pH-Wert senken. Die Senkung des PH-Wertes durch Zugabe von CO2, darf nur als Nebeneffekt gewertet und begrenzt genutzt werden. Den Pflanzen ist es übrigens egal, ob 30 mg/l oder 5 mg/l CO2 im Wasser gelöst sind. Einige Pflanzen decken ihren Kohlenstoffbedarf sogar aus den in den Karbonaten vorhandenen gebundenen CO2. Ein gesundes Nebeneinander, Fische und Pflanzen mit einen stabilen pH-Wert, soll das Ziel sein. Anhand der Tabelle wird verdeutlicht, wie sich der CO2 – Wert zwischen KH und pH  verhält. Auf der linken Tabellenseite werden Karbonatwerte (KH) von 0,5 – 20 angezeigt.
Der pH-Wert wird von 6.0 – 8,0 angegeben.
Die dann im Schnittpunkt liegenden Werte zwischen kH und pH ergeben den optimalen CO2 Bereich an.
Dateianhänge
CO2.jpg
CO2.jpg (74.2 KiB) 30809-mal betrachtet
Zuletzt geändert von Wolfgang Tlok am 19. Mär 2005 20:46, insgesamt 9-mal geändert.
Benutzeravatar
Wolfgang Tlok
Moderator
 
Beiträge: 142
Registriert: 7. Aug 2003 23:24
Wohnort: Tostedt

Re: "Leitfaden zur Diskus-Hälterung “

Beitragvon Wolfgang Tlok » 8. Jul 2004 13:45

Als Aquarianer ist es nützlich die wichtigsten Eigenschaften
des Wassers zu kennen und zu verstehen.


Die für ein Leben im Wasser wichtigsten Parameter sind: Gesamthärte, Karbonathärte, pH-Wert. Die Wasserhärte wird von zwei wichtigen Parameter unterschieden: Die Gesamthärte und die Karbonathärte. Gesamthärte: Die Gesamthärte ist die Summe aller Erdalkalionen ( Calcium, Magnesium und in Spuren auch Strontium und Barium in ionisierter Form). Calcium und Magnesium hat mit ca. 80% den größten Anteil an im Wasser gelöste Kationen. Karbonathärte: Die Karbonathärte ist ein Maß für die an Hydrogenkarbonat gebundenen Calcium oder Mangnesiumionen. Bei der Gesamthärte ist der Anteil an Karbonathärte im Normalfall deutlich niedriger, da jedem Hydrogenkarbonat ein Calcium- oder Mangnesiumion zugeordnet werden muss. Das ist notwendig damit überhaupt ein Karbonathärtebildner zustande kommt. Diese Härtebildner reagieren alkalisch, Wasser mit hoher Karbonathärte besitzen auch einen hohen pH Wert. Die Karbonathärte hat eine wichtige Aufgabe im Wasser. Sie bremst den Absturz oder Anstieg des pH-Wertes. Beobachtet man bei regelmäßigen Wassermessungen im Aquarium eine Abnahme der Karbonathärte, so ist Vorsicht geboten! Wenn keine Karbonathärte im Wasser ist, wird der pH-Wert durch den Ausfall des Karbonatpuffersystems extrem instabil und er kann in sehr kurzer Zeit ungebremst auf weit über 8 pH oder unter 4 pH  pendeln, je nach Vorhandensein von Basen oder Säuren im Wasser. Zersetzen sich im diesem Wasser liegen gebliebene Futterreste, kann es schnell  für die im Wasser lebenden Fische, zu einer  gefährlichen pH-Wert Senkung kommen, die zum Tot der Fische führen kann.
Wird oft falsch wiedergegeben! Nichtkarbonathärte und Karbonathärte ergibt die Gesamthärte ! Karbonathärte ist das im Wasser gelöste Hydrogenkarbonat  ( Bikarbonat). Es handelt sich um Anionen. Hydrogenkarbonat kann aber als Salz in verschiedener Weise auftreten, z.B. im Natriumhydrogenkarbonat, Magnesiumclorid, Kalziumsulfat Kaliumhydrogenkarbonat usw. In verschiedenen Tropengewässern sind erhebliche hohe Anteile von Kalium- und Natriumhydrogenkarbonat vorhanden.
In einigen Fällen ist dann die Karbonathärte höher als die Gesamthärte.
Zuletzt geändert von Wolfgang Tlok am 18. Mär 2005 00:19, insgesamt 6-mal geändert.
Benutzeravatar
Wolfgang Tlok
Moderator
 
Beiträge: 142
Registriert: 7. Aug 2003 23:24
Wohnort: Tostedt

Re: "Leitfaden zur Diskus-Hälterung “

Beitragvon Wolfgang Tlok » 9. Jul 2004 12:21

Der Leitwert, gelöste Salze im Wasser

Der Salzgehalt eines Wassers ist die Summe aller gelösten Salze. ( Salinität ) Meerwasser hat gegenüber dem Süßwasser eine höhere Salinität. Das Wohlbefinden und die Osmoseregulation werden durch die für den Fisch bestimmten Salinitätswerten beeinflusst.  Wird ein Diskusfisch in einen für ihn  nicht geeigneten Salinitätswert gehalten, so steht der Fisch unter ständigen Stress, bemüht um die ungünstigen Werte in seinem Körper auszugleichen. Die Messung des Salzgehaltes, kann durch ein Leitwertmessgerät erfolgen. In dem Aquariumwasser sind elektrisch geladene  Salzteilchen ( Ionen ) enthalten. Diese Ionen ermöglichen einen Stromfluss, wenn eine Elektrospannung ins Wasser gegeben wird. Es besteht eine Leitfähigkeit. In Destilliertem Wasser hingegen, das keine Ionen enthält kann keine Spannung gemessen werden. Es fehlt die Leitfähigkeit. Wasser mit hoher Leitfähigkeit besitzt eine hohe Gesamthärte.  Die Leitfähigkeit wird in µS pro 1 cm gemessen. Die elektrische Leitfähigkeit erlaubt Rückschlüsse auf den Gesamtsalzgehalt des Wassers. Die Leitfähigkeit ist ein Summenmerkmal das keine Art oder die Menge der Ionen bzw. gelösten Salze angeben kann.  Diskusfische mögen ein weiches Wasser mit geringer Leitfähigkeit. Als groben Richtwert ergibt sich folgendes Beispiel:  1°d Gesamthärte =  30  µS / gemessen auf 1 cm, bei 25° C Wassertemperatur. Dieses Beispiel ergibt nur einen durchschnittlichen Richtwert, doch sind in der Praxis so recht gute Abschätzungen möglich. Die Messwerte sind außerdem stark Temperaturabhängig. Eine Erhöhung um 1° C erhöht die elektrische Leitfähigkeit um 2%. Die Grundmessung wird bei 25°C gerechnet. Für eine andere Temperatur muss der Wert entsprechend umgerechnet werden. Gute Leitwertmessgeräte haben einen Temperatur -Abgleich. Ein Vollentsalztes Wasser hat eine Leitfähigkeit von unter 4µS/cm. Unser Zuchtwasser für Diskusfische sollte bei 100 µS/cm liegen. Unser Leitungswasser liegt zwischen 100  bis 1000µS/cm.  Salz/Seewasser liegt z.B. um 50.000 µS/cm. Bei der Zucht von Diskusfischen und beim Umsetzen von Jungfischen in ein anderes Aquarium ist die Leitwertbestimmung besonders wichtig. Für die Diskuszucht sind Leitwerte von 100 – 300 µS /cm zu empfehlen. Im Gesellschaftsaquarium können die Werte ruhig etwas höher liegen.  Die Leitfähigkeits-Messung und die Messung des pH-Wertes ergeben für mich die wichtigsten Eckdaten. Den Leitwert erhöhen. Aus weichem Ausgangswasser die Härte zu erhöhen ist relativ einfach. Es werden Salze zugegeben, bis die gewünschte Härte erreicht ist. Im Fachhandel sind Präparate in flüssiger und fester Form erhältlich. Das Ergebnis sollte Sicherheitshalber mit einem geeigneten Test kontrolliert werden. Jeder engagierte Aquarianer sollte ein gutes Messgerät zur Hand haben. Tropfensets oder Papierindikatoren sind nur vorübergehend geeignet.  So wie der Herr, so sein Geschirr!
Zuletzt geändert von Wolfgang Tlok am 18. Mär 2005 00:24, insgesamt 3-mal geändert.
Benutzeravatar
Wolfgang Tlok
Moderator
 
Beiträge: 142
Registriert: 7. Aug 2003 23:24
Wohnort: Tostedt

Re: "Leitfaden zur Diskus-Hälterung “

Beitragvon Wolfgang Tlok » 12. Jul 2004 10:52

Nitrifikation

Ammoniak
In der Nahrung der Fische ist Stickstoff enthalten. Der größte Teil kommt aus dem im Futter stammenden Proteinen. Das Abfallprodukt ist Ammoniak ( NH3 ), daß über die Kiemen ausgeschieden wird und im freien Wasser zu einen Ammonium ( NH4) reagiert. Für die Fische ist Ammonium nicht giftig. Das große Problem ist Ammoniak ( NH3 ), es ist die hier giftigste vorgestellte Stickstoffverbindung. Bereits 0,5 mg/l freies Ammoniak im Wasser kann für Fische tödlich sein. Nitrit ( NO2 ) Nitrit ist weniger giftig als Ammoniak. Kritisch wird es hier ab einen Gehalt von 2-5mg/l für die Fische. Außerdem wird die Giftigkeit von Nitrit durch sinkenden pH-Wert und Chloridgehalt erhöht. So mancher Aquarianer hat durch eine Nitritvergiftung seine Fische verloren ohne zu Wissen aus welchem Grund die Fische eingegangen sind, denn man hat sich um den Nitritwert im Wasser nie gekümmert. Abhilfe schafft ein sofortiger Teilwasserwechsel. Nitrat ( NO3 ) Der nächste Schritt bei der Nitrifikation, Nitrobacter-Bakterien arbeiten Nitrit ( NO2 ) in Nitrat ( NO3 ) um. Nitrat ist erst in großer  Menge  giftig, jedoch sollte der Nitrat-Wert nicht über 50 mg/l steigen. Bei hohem Nitratgehalt sinkt das Wohlbefinden der Fische und das Wachstum bei Jungfischen nimmt stark ab.<br>Man kann den Nitratgehalt  auch als einen Parameter sehen, denn ist der Nitrat-Wert im Wasser immer sehr hoch, so kann auch davon ausgegangen werden, daß sich große Belastungen z.B. durch übermäßige Fütterung oder seltener Wasserwechsel zur Folge haben, daß sich auch immer hohe Nitritwerte im Wasser befinden und es zu Verlusten an Fischen durch Vergiftung kommt.
Regelmäßige Wasserwechsel schaffen hier Abhilfe und sind einem Nitratfilter vorzuziehen.
Zuletzt geändert von Wolfgang Tlok am 18. Mär 2005 00:24, insgesamt 4-mal geändert.
Benutzeravatar
Wolfgang Tlok
Moderator
 
Beiträge: 142
Registriert: 7. Aug 2003 23:24
Wohnort: Tostedt

Re: "Leitfaden zur Diskus-Hälterung “

Beitragvon Wolfgang Tlok » 13. Jul 2004 19:48

Quarantäne

Die Fische werden transportiert und dabei oft auch verletzt.
Sie müssen sich an veränderte Wasserwerte eingewöhnen.  Die Schleimhaut ( Epidermis ) wird durch Berührung  geschädigt. ( Gefahr von Pilz- und sonstigen Hauterkrankungen.
Die "Neuen" werden meist mit anderen Futter gefüttert. Eingewöhnte Fische verteidigen ihr Revier gegen Neuankömmlinge. Das ist alles Stress für den Neuankömmling. Darunter leiden die natürlichen Abwehrkräfte (Immunsystem) des Fisches. Der Fisch ist krankheitsanfälliger. Abgesehen von verschiedenen immer vorhandenen Krankheitserregern, die bei fehlender  Abwehrkraft ( Immunschwäche ) nun ein leichtes Spiel haben und die Gesundheit der anderern Fische im Aquarium, durch eine Infektion gefährden. Darum Quarantäne! Wie lange sollte eine Quarantäne eingehalten werden? Mindestens 14 Tage. Dies ist eine Eingewöhnzeit die unbedingt eingehalten werden sollte. Schnell wird bei einer Erkrankung eines neuen Fisches die Schuld dem Händler oder Züchter zugeschoben und tatsächlich liegt der Fehler beim neuen Besitzer. Ein Quarantäne-Becken ist in der Aquaristik ein MUSS! Auch um einen erkrankten Fisch wieder gesund pflegen zu können. Wer nun sagt: Dafür habe ich kein Platz, der sollte mit der Aquaristik aufhören!  Aus Liebe zu den Fischen. Gerätschaften und sonstige Utensilien eines Quarantäne-Becken müssen getrennt von anderen Aquarien benutzt werden. Das waschen der Hände nach dem Hantieren im Quarantänebereich, ist wohl selbstverständlich. Das oben genannte, setze ich aber schon von jedem Diskus-Aquarianer, als Standard voraus  und braucht eigentlich hier nicht weiter erklärt werden. Wie gründlich eine Quarantäne durchgeführt wird, hängt von jeden Einzelnen ab. So auch der Erfolg.
Zuletzt geändert von Wolfgang Tlok am 18. Mär 2005 00:06, insgesamt 3-mal geändert.
Benutzeravatar
Wolfgang Tlok
Moderator
 
Beiträge: 142
Registriert: 7. Aug 2003 23:24
Wohnort: Tostedt

Re: "Leitfaden zur Diskus-Hälterung “

Beitragvon Wolfgang Tlok » 20. Jul 2004 19:58

Algen

Wenn Algen in unseren Aquarien in großen Mengen auftreten, können sie zur  Plage werden. Sie befallen die Pflanzen und hemmen deren Wachstum. Sie überziehen den Bodengrund, die Deko-Wurzeln und nicht zuletzt die Aquariumscheiben. Während einige Algenarten in ihrem Wachstum durch einfache Mittel eingeschränkt werden können, so gibt es wiederum Algenarten die den Aquarianer vor einer nicht selten,  schier unlösbaren Aufgabe stellen. Als letzter Ausweg erscheint oft eine Komplett-Reinigung des Aquariums. Pinselalgen und Bartalgen sind die Hartnäckigsten. Charakteristisch ist ihre büschelige schwarze Wuchsform mit einer Wuchshöhe von etwa 0,5 – 2,5 cm hoch. Bei der Bartalge kann die Wuchshöhe auch  30 cm erreichen. Die Farbe der Algen kann von dunkelgrau bis graublau variieren.  Sie befallen das ganze Aquarium. Allerdings befällt die Bartalge im Gegensatz zur Pinselalge, meist nur Pflanzen. Diese beiden Algenarten gehören zu den Rotalgen. Blaualgen überziehen den Bodengrund, Deko- und Aquariumpflanzen mit einem schleimig, blaugrünen übel riechenden Belag. Das Auftreten dieser Alge deutet auf eine Übervölkerung von Fischen, einen zu kleinen Filter, bzw. allgemeine schlechte Wasserqualität hin. Grüne Faden- und Kieselalgen können mit einer geringeren Beleuchtungsdauer des Aquariums eingedämmt werden. Auch einige Algenfressende Fische schaffen hier Abhilfe. Grüne Wasserblütte ( freie Alge im Wasser ), Wasserwechsel hilft hier nur kurzfristig und eingeschränkt, aber ist schnell und wirkungsvoll mit einer UV-Leuchte zu bekämpfen. Eine dauerhafte Algenbekämpfung kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Wasserbelastung gesenkt; eine Überfütterung der Fische vermieden wird, und öftere Teilwasserwechsel durchgeführt werden. Ein zu hoher Phosphat- und Nitratgehalt im Aquariumwasser sind Auslöser einer Algenplage. Der Nitratgehalt sollte unter 20mg/l und der Phosphatgehalt unter 0,2 mg/l sein. Einige Algenhemmer oder Algenbekämpfungsmittel, die der Fachhandel anbietet sind abzulehnen. Werden diese Präparate ins Wasser gegeben, so haben diese Zusätze nicht nur die erhoffte Wirkung in der Algenbekämpfung, sondern auch nicht gewollte Nebenwirkungen.
Einige dieser Mittel werden mit Kupfersulfat angereichert, um die erhoffte Wirkung zu erzielen. Dies ist schädlich für Pflanzen und alles Leben im Aquarium.
Somit kann kein ausgewogenes  “ Biotop ” entstehen.
www.Discusworld.de
21255 Tostedt
Benutzeravatar
Wolfgang Tlok
Moderator
 
Beiträge: 142
Registriert: 7. Aug 2003 23:24
Wohnort: Tostedt

Beitragvon Cengiz » 2. Mai 2008 11:08

.
Cengiz
Site Admin
 
Beiträge: 859
Bilder: 65
Registriert: 6. Feb 2005 21:55
Wohnort: Leipzig/Ludwigsburg


Zurück zu Diskus Know How

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste